Das Tagebuch immer dabei.

Wort für Wort, Zeile für Zeile.

Ich schreibe, also bin ich.

Studieren, notieren, aufzeichnen, skizzieren.

Wortmalereien.

Den Lauten folgen.

Schauen, beobachten.

James Joyce fällt mir ein.

Detail für Detail, einen Tag beschrieben.

Mini-Kosmos, Makro-Kosmos.

Da schaut man sich die Marmelade an und im

nächsten Moment ist man bei der Weltpolitik.

Euro-Krise, HartzIV, HartzV, Hartz-Sumpf.

Die Schere zwischen Arm und Reich,

sie wird wohl immer bleiben, weil gewollt.

Und diese sogenannte Schere, geht immer weiter auseinander.

Aus dem Sieb ist ein Trichter geworden, eine Fallgrube ohne Abdeckung.

Man gibt sich nicht einmal mehr Mühe, eine Abdeckung übers Loch zu legen.

Die Schreiberlinge versagen weitgehend,

der Journalismus hat seinen Ethos längst verspielt.

Nicht einmal mehr Pathos ist geblieben.

 

Ich sitze unterm Apfelbaum in Hetzdorf

und schreibe Tagebuch.

Das ist nicht nur Freude, sondern Aufgabe und Berufung.

Naiv bin ich, ob der Wirkkraft nicht.

Die Schreiberei ist nur ein kleines Lüftchen im großen Sturm,

manchmal ein Kampf, nicht gegen Windmühlen,

das wäre ja noch charmant,

sondern ein Kampf gegen Maschinen, Think Tanks,

und nuttige Schreiber.

Und Schreiben ist noch viel mehr…

 

 

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