Netzkommunikation: Völlig daneben

Hinterlasse einen Kommentar


In Deutschland spricht man Polit_Pinochio_Arme

gerne von Medienkompetenz,

welche neben einem

technischen Grundverständnis,

auch die Formen des Umgangs im Internet

beleuchtet und hinterfragt.

Kommunikationskulturen,

ihre Spuren, ihre Prägungen, ihre konkreten und möglichen Auswirkungen.

Es geht also um das Erkennen und Verstehen von Vorgängen,

einer möglichst adäquaten Einschätzung der Lage,

in der sich der User im Kontakt mit anderen Usern befindet.

Es geht um Selbst- und Fremdeinschätzung.

Was passiert im Kontakt miteinander?

Kritisch beäugt werden sogenannte  Prügelforen und  rosarote Kuschelmanien,

die sich flächendeckend ausbreiten.

Hier wird der virtuelle Hammer geschwungen, auf den Gegner eingedroschen,

dort trieft es nur so vor vermeintlicher Schönheit.

Es fließt der zitierte und bebilderte Honig, bis es schmerzt.

Hinzu kommen User, die versuchen über das Netz auf

gesellschaftliche und soziale Problematiken aufmerksam zu machen.

Vom ägyptischen Frühling zum Tierschutz, von Syrien über Windenergie

bis zum umfassenden Appell an Freiheit und Liebe unter den Menschen.

Lesen sie hier, lesen sie dort.

Solidarisieren sie sich, unterstützen sie den guten Geist.

Unzählige Links werden rausgefeuert, deren konkrete Inhalte nicht zu verarbeiten sind.

Diese Streuwagenmentalität, und verfolgt sie noch so wertvolle Ziele,

erfordert ein hohes geistiges Potential und ausserordentlich viel Zeit,

um auch nur ansatzweise bewältigt werden zu können.

Die Masse der Hinweise und Verlinkungen, führt geradewegs in die Überforderung

und damit in die Frustration, es sei denn, der User hätte gelernt auszuwählen,

wertvolle Prioritäten zu setzen.

An der Stelle kommt aber der Zerstreuungscharakter des Medium Internet ins Spiel.

User zerstreuen und verdrängen. Sie rationalisieren und idealsieren ihren Aufenthalt,

ihre Aktionen im Netz.

Hinzu kommt eine Scheissegal-Haltung, woraus sie auch immer resultieren mag,

ihre Gefahr ist die wirkliche Gefahr.

Man lässt sich nicht mehr ein, blödelt und kaspert herum,

wird zynisch und eiskalt.

Damit befindet man sich dann in den untersten Regionen menschlichen Seins.

Hier lauern die Abgründe, die unaushaltbaren Divergenzen zwischen einem

mühsam erarbeiteten Konsens über menschlichen Umgang miteinander

und der Sabotage und Aufkündigung seiner selbst mittels Gleichgültigkeit.

Gleichgültigkeit ist nicht nur einer der größten Feinde der Demokratie,

sondern zerstört früher oder später jede Gruppe, jede Beziehung

bis hin in die kleinste Einheit.

Netzkommunikation I: High speed, fast end

Hinterlasse einen Kommentar


Höher, schneller, weiter, 

Kennzeichen einer Gesellschaft

mit kurzen Halbwertzeiten

und Verfallsdaten, was das Bewusstsein anbetrifft,

finden sich flächendeckend und dominierend  im Internet.

Was zur Gewohnheit geworden ist, wird von der Masse nicht mehr hinterfragt.

Bis auf ein paar Tageshupferl in einschlägigen Gazetten,

die sich die Erhaltung eines breit aufgestellten Geistes auf die Fahnen geschrieben haben,

surft das Gros der Netzgemeinde im Tunnel einer Welle,

von der man hofft, dass sie nicht bricht.

Andere wähnen sich in einem schwarzen Loch, welches alles und jeden verschluckt,

und das rasend schnell.

Netzblasen. Geblubber. Bla Bla.

Piep, Piep, Piep, wir haben uns alle lieb.

Man liked sich zu Tode.

Auf der anderen Seite, Prügelforen und Rüpelplattformen fürs Volk.

Hier wird Dampf abgelassen, der virtuelle Hammer geschwungen,

Verletzung ausgeteilt und Verletztung erlitten.

Von politischer Seite wird hin und wieder die Frage in den Raum gestellt,

sollte man hier und dort eingreifen, steuern, flankieren?

Auch wird über die Möglichgkeiten von Sanktionierungen nachgedacht,

bis man erneut feststellt, dass das effektiv kaum möglich ist,

da das Netz international ist und somit faktische und juristische Grenzen überschreitet,

bis sie quasi nicht mehr existieren.

Jedes Land kümmert sich  auf seine eigene Art und Weise um

dieses gigantische Wesen namens Internet, welches kurz „das Netz“ genannt wird.

In Deutschland spricht man gerne von Medienkompetenz, welche neben einem

technischen Grundverständnis,auch die Formen des Umgangs miteinander

beleuchtet und hinterfragt.

Kommunikationskulturen, ihre Spuren, ihre Prägungen, ihre konkreten und möglichen Auswirkungen.

Es geht also um das Erkennen und Verstehen von Vorgängen,

einer möglichst adäquaten Einschätzung der Lage, in der sich der User

im Kontakt mit anderen Usern befindet.

Es geht um Selbst- und Fremdeinschätzung.

Was passiert im Kontakt miteinander?

 

Text: Stefan Dernbach

Foto: Wikipedia

Zeitgeister XXX IV: auf Augenhöhe?

Hinterlasse einen Kommentar


Man schaut sich an.  

Wie gehts?

Und dann beginnt der Austausch.

Manche nennen das auch Kommunikation.

Senden und empfangen.

Von oben nach unten, von unten nach oben.

In welchem Winkel?

Idealerweise befände man sich auf Augenhöhe.
Frage – Antwort – Frage – Antwort – Frage – Antwort …etc.

Was meinst Du?

Wie siehst Du die Welt?

Und dann beschreibt man sich gegenseitig die Sicht auf die Dinge von Welt.

Daraus ergeben sich Bilder, auch Kommunikationsbilder,

Gemälde mit Licht und Schatten, manchmal hell, manchmal dunkel.

Nuancen, Sentenzen, Aufschrei, Vordergrund und Hintergrund.

Hier ein charmanter Augenaufschlag, dort eine Breitseite.

Systematiken sind erkennbar, gewisse Muster.

Dialog und Monolog.

Reden und Zuhören.

Auf Augenhöhe?

 

P.S. Spenden für dieses Schreibprojekt können Sie unter:

Stefan Dernbach LiteraTour

Sparkasse Siegen: BLZ 460 500 01

Konto: 330 707 662

Manche nennen das Beteiligungsgesellschaft, andere  Sponsering.

Zeitgeister XXX III: Unterwegs

Hinterlasse einen Kommentar


Wir sind alle unterwegs, 

jeder auf seine Art.

Und der Arten gibt es demzufolge so viele,

was die Vergleichbarkeit schwierig bis unmöglich macht.

Der Jesuit Carlos G. Valles sprach mal von Fäden und Geweben des menschlichen Daseins,

Geflechte, Stränge und Muster.

Andere hören auf Melodien des Daseins, des Miteinanders.

Alles in allem ist es eine Reise, ein Unterwegssein.

Wer in welche Landschaft geraten oder sich begeben hat,

lässt sich manchmal ablesen, manchmal erahnen, machmal fühlen.

Ist es ein Gebirge, eine Ebene, ein Dschungel, ein Strand, eine Savanne, eine Wüste, ein Garten…etc.?

Sitzt man vielleich an einem Fluss und schaut?

Was sieht man?

„It’s more in the picture than meet the eyes“, so singt es immer noch der alte Haudegen Neil Young.

Man muss schon eine Weile sitzen, um schauen zu lernen.

Man muss schweigen, zuhören können.

Und dann sind nicht die Fragen beantwortet, was man mit den Erlebnissen anfängt.

Die Zeiten laden nicht dazu ein, zu sitzen, zu warten…

Action auf allen Ebenen.

Flucht?

Angst?

Schon möglich bei diesem ganzen Zinober…

 

P.S. Spenden für dieses Schreibprojekt können Sie unter:

Stefan Dernbach LiteraTour

Sparkasse Siegen: BLZ 460 500 01

Konto: 330 707 662

Manche nennen das Beteiligungsgesellschaft, andere  Sponsering.

Zeitgeister XXX II: nur die Ruhe

Hinterlasse einen Kommentar


Ach ja,  

da sagen sie,

der Weg sei das Ziel.

Das sagen sie, aber wissen

sie eigentlich, was sie da behaupten,

fordern, deklarieren?

Wissen sie eigentlich, wie die Welt beschaffen ist?

Sie wissen es nicht, soviel sei festgestellt.

Niemand weiß das, außer die Schwätzer, die Großmäuler,

die Scharlatane.

Sie stellen sich auf die Bühne des Lebens und sind nimmermüde

der Verkündungen und Proklamationen.

Der bessere Realschullehrer Dieter Nuhr,

ach wäre er doch damals Realschullehrer geworden,

mit Schülern kann man auch viel Spass machen,

meinte mal, dass wenn man keine Ahnung hätte,

man doch ruhig mal die Fresse halten solle.

Das war keine schlechte Empfehlung.

Manchmal denke ich, Dieter, kannste ma die Fresse halten?!

Ich hab nichts gegen Dieter, zumindest nicht prinzipiell.

Er ist ein netter Mensch, das merkt man sofort.

Wer Katastrophen und Niedergänge so charmant präsentieren kann,

dem kann man eigentlich nicht böse sein.

Sein kleiner Schlaufuchs übt wohldosierte Reize aus.

Dieter passt perfekt zu Deutschland.

Ihn bringt nichts aus der Ruhe: „Nuhr die Ruhe!“

Die Deutschen bringt auch nichts mehr aus der Ruhe,

also seit dem 8. Mai 1945, bis auf das ein oder andere Intermezzo.

Dann ging es aber sofort wieder zurück in die Spur.

Seitdem sind wir fast buddhistisch ruhig geworden.

Das beunruhigt manchmal, weckt eine gewisse Skepsis.

Wo ist der alte Geist hin?

Wohin sind die Seelen von Adolf, Heinrich, Josef …und all den anderen hin?

Wo sind die Windhunde, die Stahlträger, die zähen Kürschner?

Sollte Dieter und all die anderen Dieter Deutschlands es vermocht haben,

diese urdeutschen Gene wenn auch nicht auszuradieren, so doch einzuschläfern,

zu sublimieren?

Das wäre eine großartige Leistung!

„Friedensnobelpreis!“ möchte man rufen.

Aber eine gewisse Skepsis bleibt.

Den Umständen entsprechend, ist es zu ruhig in Deutschland.

Es lässt sich nicht alles beruhigen und sublimieren,

außer im Tagesgeschäft, vielleicht im Monatsgeschäft,

das schrieb mal Inge Kloepfer.

Die Einschläge kommen näher, so dann die Frage:

nur die Ruhe?

 

P.S. Spenden für dieses Schreibprojekt können Sie unter:

Stefan Dernbach LiteraTour

Sparkasse Siegen: BLZ 460 500 01

Konto: 330 707 662

Manche nennen das Beteiligungsgesellschaft, andere  Sponsering.

Zeitgeister XXX I: Fluchtpunkte

Hinterlasse einen Kommentar


Dem einen seine Burg, 

dem anderen seinen Schlitten.

Hier setzt man auf Glück,

dort auf harte Arbeit.

Andere hoffen aufs nackte Überleben.

Für manche zeigt sich wahre Größe in High Heels,

andere schmücken schon gedanklich den Weihnachtsbaum

unter Palmen.

Es gibt Menschen, die empfinden  Genuss

beim Verzehr einer guten Weihnachtsgans.

Die werden dann auch gleich von Tierschützern ins Gebet genommen.

Andere sorgen sich jetzt schon um umweltverträgliches Lametta.

Es geht wieder los.

Wir nähern uns der Weihnachtszeit, liebe Freunde.

Allerhand Anlass für Wünsche und Gebete,

auch für anteilnehmende Fürbitten.

Mit denen kann man sich nicht früh genug beschäftigen.

Die Auslagen in den Geschäften stehen schon,

die Weihnachtsmärkte werden gezimmert und mancher übt

schon sentimentalen Singsang für die kommende Zeit.

Lieber Gott, schenk‘ mir einen Mercedes Benz.

Mit dem guten Stern auf nach Bethlehem, den Kofferraum voller Geschenke.

Kurzer Stop an der Küste,

dort wo die Flüchtlinge sich mit dem Gedanken tragen,

ins Meer zu springen.

Nein, schwimmen wollen sie nicht.

Die Wassertemperatur spricht dagegen.

Sie wollen sterben.

Ja, muss das denn sein?

Es gibt doch so ein schönes Fernsehprogramm zu Weihnachten,

auch Filme  wie „Hatari“ oder „Jenseits von Afrika“.

Könnt‘ ihr euch denn nicht im Januar umbringen?

Das käme auch besser in den Medien.

Im Januar gibt es immer ein mediales Tief,

Weihnachten hingegen ist schon voll ausgebucht mit Katastrophen und Sentimentalitäten,

da kriegen wir keine Flüchtlinge mehr unter.

Die Medien brauchen Plangungssicherheit.

Natürlich brauchen auch Flüchtlinge Planungssicherheit,

aber wen interessiert das…?

 

P.S. Spenden für dieses Schreibprojekt können Sie unter:

Stefan Dernbach LiteraTour

Sparkasse Siegen: BLZ 460 500 01

Konto: 330 707 662

Manche nennen das Beteiligungsgesellschaft, andere  Sponsering.

Zeitgeister XXX: Different ways of life

Hinterlasse einen Kommentar


Ist das Leben brutal, 

weil es banal und profan ist?

Das könnte schon sein.

Ohnmacht zeigt sich in vielen Gewändern.

Vom Blödsinn zum Zynismus, vom Gebabbel zum Geschwätz.

Mehr Schein als Sein.

Credo, Botschaft, Message.

Man liest, man hört, man schaut.

Und dann fühlt man.

Gegnerschaften. Quotenkriege. Glaubenskriege.

Ein großes Sammelsurium aus Wut, Verzweiflung, Enttäuschung.

Ohnmacht erzeugt Aggression und Aggression erzeugt Ohnmacht.

Und alles basiert auf Vortstellung, Imagination und ein paar Fakten.

Die Fakten bilden ein Korsett, werden aber maßlos überschätzt,

denn sie sind nur die Spitze des Eisberges.

Dahinter, darunter, daneben …wirken, lauern Kräfte,

die mechanisch, systematisch die Aufführungen zur Wiederholung bringen.

Was wie Fortschritt aussieht, verkauft wird,

ist zumeist nur die Fortsetzung von Starre, festgefahrenen Bildern und Einstellungen.

Man gibt vor dabei zu sein, heuchelt Anteilnahme und Mitgefühl.

Das nennt man dann zivilisiert.

P.S. Spenden für dieses Schreibprojekt können Sie unter:

Stefan Dernbach LiteraTour

Sparkasse Siegen: BLZ 460 500 01

Konto: 330 707 662

Manche nennen das Beteiligungsgesellschaft, andere  Sponsering.

Older Entries