Berliner Luft III Was gibt es noch zu entdecken?

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Der Jahreswechsel steht an.   Berlin_night_titania_dernbach

Was für ein Jahr!

Den Abschluss gibt es in Berlin,

den Neubeginn auch.

Nochmal einen Abendspaziergang.

Beleuchtete Fenster und Wohnstuben,

Linien von Strassenbeleuchtungen führen hierin und dorthin.

So ganz genau weiß man nicht, wo man ist.

Aber man geht weiter, biegt links und dann rechts ab,

schaut, bleibt stehen.

Eine Modern Art Gallery, eine Praxis für Tier und Mensch,

kleine Restaurants, von denen eines „Feuer und Flamme“ heißt.

Die Flammen des Weihnachtsmarktes sind schon erloschen,

nach dem letzten Segen, alles ratzfatz abgebaut.

Aber die blauen Weihnachtsbäume auf der Schloßstrasse stehen noch.

Am Café Einstein vorbei, geht es zum Titania Palast.

Dort wurden einst die Berliner Filmfestspiele begangen.

Heute ist der Palast ein einfaches Kino mit Mainstream-Programm.

Aber nicht weit vom Titania Palast gibt es an der Bundesallee noch

ein Programm-Kino, wo gerade „Die Vermessung der Welt“ gezeigt wird.

Entdeckergeist der anderen Art, Entdeckergeist der Vergangenheit.

Was gibt es noch zu entdecken? Mehr Inneres als Äusseres?

Wo ist der Charme geblieben? Man meint, er würde in den Shopping-Centern

verheizt, regelrecht ausradiert.

Die letzte Glocke ist noch nicht verklungen, da rennen die Käuferarmeen wieder

auf die Schlachtfelder.

Sale. Sale. Sale.

Die großen Läden brummen, schreien:

„Kauft Leute!“

Am Sonntagabend ist endlich Stille.

Die Straßenbeleuchtungen wirken sogar etwas heimelig.

Man kehrt zurück in die Pension „Sankt Germania“ und macht sich einen Tee

mit Feige und Zimt. Die Beine sind schwer. Mehr als 84 Stufen hinauf.

Man hat sich den Tee verdient, hat Fotos mitgebracht.

Stimmungsbilder eines Abend, auf den Straßen von Berlin.

Man ließ sich von Lichtern leiten…

 

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Berliner Luft II: Im Shopping-Tempel

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Man muss sich diese Kathedralen   BoulBE_temple_sky_dernbach

einmal angesehen haben,

dort, wo die heiligen Messen

der Wirtschaft zelebriert werden.

Sie sehen aus wie Raumschiffe,

die unvermittelt in trostloser Landschaft gelandet sind.

Grandiose Leuchtfeuer in der Tristesse,

Inseln der Glückseligkeit und der Kredite.

Ein Meer von Waren. Es scheint alles zu geben.

Bedürfnisorientiert, nur wie kam es zu diesen Bedürfnissen?

Wie kam man darauf, solchen Schnickschnack zu brauchen?

Wie wurden wir vollelektronisiert?

Die Beats knallen einem um die Ohren.

In manchen Läden ist es stockeduster, in anderen muss man sich die Sonnenbrille aufsetzen,

um das Grelle der Farben und der Spotlights auch nur annähernd aushalten zu können.

Man ist gebannt, gefesselt, wird animiert.

Im Verkaufsraum tummeln sich Animierdamen.

„Na Kleiner, wie wärs mit unserem Lackschuh?“

„Haben sie auch Peitschen?“

Ich denke, es würde Zeit, dass Zorro auferstehen würde.

Wo sitzen die Herren dieser Burgen?

Wer steuert diese Raumschiffe?

Liebe Blues Brothers, kommt bald wieder,

pflügt diesen Komposthaufen mit eurem edlen Gefährt einmal um,

so wie ihr es schon damals getan habt.

„Sweet home Chicago!“

Aber hier ist Berlin.

Hier tanzen Wowereit und Buschkowsky,

hier fliegt man zum „Saturn“,

hier rapped der Bär.

 

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Berliner Luft I

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Große Städte, große Namen.                                Reichstag_Berlin_Dernbach

In der Hauptstadt unterwegs.

Berlin. Börlin. Berlän.

Der Duft der großen weiten Welt?

Internationale Schaltstelle, Regierungssitz.

Merkel-Town.

Planke Glasglatze überm Reichstag.

Die Kapitale mutet hier und da,

durchaus bescheiden an.

Gut, wer seinen neuen Flughafen dermaßen versemmelt,

dem gehen an anderer Stelle noch mehr Mittel aus,

jene, die nach dem Mauerfall in diese Stadt gepumpt worden sind.

„Fluchhafen!“

Wo man steht, da wächst der Blick. Der Rest ist Imagination.

Wieviel Tourist ist man?

Wie kommt man an?

Nach einer siebenstündigen Bahnreise landet man am Hauptbahnhof,

und das noch in der Weihnachtszeit.

Schöne Bescherung. Es trubelt, aber niemand jubelt.

Rollkofferparade. Polizisten. Geschäftsleute. Politiker.

Japaner sind auch hier. Oder sind es Chinesen?

Es könnten auch Südkoreaner sein.

Man knipst den überdimensionalen Weihnachtsbaum.

Städten, denen es nicht gutgeht, setzen auf große Weihnachtsbäume.

Wunderwerke der Natur, mitten im Chaos gestresster Zweibeiner,

die sich zivilisiert nennen.

„Hey Alter, haste ma en Euro?!“ …

„Nee!“

„Arschloch!“

„Du mich auch!“

Vor dem Eingang des Hauptbahnhofs wird demonstriert.

Wofür, wogegen, keine Ahnung. Schnell weiter.

Schnell dem Trubel entfliehen, dem Geruch von Rostbratwürsten und fettigen Donuts.

„Das ist die Berliner Luft“, sang einst Marlene Dietrich.

Draußen atme ich tief ein.

Ich bin mal wieder da …

Es gibt Tage, da …

3 Kommentare


Wer schreibt, der bleibt.                                               Tasse_Wutbürger_Dernbach

Fragt sich nur wo?

Man erzählt kleine Geschichten, Episoden,

hat nichts mit Ranglisten am Hut.

Marktrelavante Zahlen?

Was für ein Markt?

Ein Markt der Pisser und Lenker.

Eine Versammlung von Zockern und Sklavenhaltern,

die eine dümmliche Herde vor sich hertreibt.

Papageienwirtschaft mit abenteuerlichem Rechnungswesen.

Was ist mit den Folgekosten, was mit den Opfern?

Wie verhält sich die Herde?

The fifty shades of pay.

Man denkt an Frida Kahlo, Henry Miller, die Beatniks.

Vielleicht denkt man auch kurz an Arundhati Roy und Melanie Klein.

Anklage der Skrupellosigkeiten, der Eiseskälte,

mit der die herrschende Sippschaft, besser gesagt,

die Sippschaften, andere in Sippenhaft nehmen.

Ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit setzen sie steuerlich ab.

Der Fiskus und Jesus Christus, hatten die nicht ein Problem miteinander?

Der Rauswurf der Händler aus dem Tempel.

„Oh Lord, won`t you buy me a Mercedes Benz…“ ( J.Joplin )

Die Blume ist jung gestorben.

Und ab wann stirbt der Schreiber?

Am 26. Dezember, vor etlichen Jahren, da flogen die Steine.

Da wusste man wenigstens noch, warum und wofür…

 

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Schöne Bescherung XVI: Nachwehen?

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Da liegen die Gaben    roter_stern_nah

Es wurde beschert.

Erhabenheit im Vorfeld,

aber was passierte danach?

Man schaute zum Baum, man schaute auf das Verpackte,

man griff zu.

Staunen? Freude? Frust?  Lust?

Nun ja, mancher wird aufatmen, dass es vorbei ist.

Rotkraut für Rothaut.

Am Heiligabend kommen einem viele Gedanken.

Und damit sie im Fluss bleiben, hat man Rotwein

oder andere diverse Strömungsmittel.

Was waren das für Klöße?

Aus Kartoffeln?

Es erschien einem unmöglich. Es musste ein anderes Material sein.

Aber immerhin glänzten sie. Feiner Klarlack?

Lange wollte man sich mit der Beantwortung dieser Frage nicht aufhalten.

Die Farbe der Krawatte, die Bluse, die CD,

der Weihnachtsratgeber von Hera Schwind.

Auch die kleinen ferngesteuerten Indianer hinterließen so manche Spuren.

Ein Pfeil in Opas Knie, ein Tomahawk in die Fensterscheibe.

Das Lagerfeuer im Schlafzimmer hätte nicht sein müssen.

Aber das Kind im Manne …

Und auch Mutter war groß in Fahrt.

Der Tango-Kurs auf DVD, musste sofort ausprobiert werden.

Weihnachten, das ist Leidenschaft.

Musste Mutter unbedingt auf dem Tisch tanzen?

Table dance zum Fest,

das gibt einem den Rest !

 

 

 

 

Schöne Bescherung XV: Der Baum brennt

1 Kommentar


Ja Weihnachten, aber wie?                                             Blume_reiches_Land_long

„Kling Glöckchen, weiß Röckchen…“,

das große Sangesfest, nicht ganz textsicher,

aber es wäre eine Möglichkeit,

derer es soviele gibt.

Moderne Weihnachten!

Was geht, was geht nicht?

Es lauern Krawatten und Socken.

Der Dame ein paar Ohrringe?

Wenn, dann aber mit Schokoladen und Honiggeschmack.

„You are my candy girl…“, hieß es mal in einem Lied.

Warum nicht ein Frisbeescheiben-Set schenken,

darauf die Weihnachtsgans mit Rotkohl und Apfelmus serviert.

Nach dem Festmahl, wirft man die Plates vom Wohnzimmer

in die Spüle. Das erhöht den spielerischen Charakter des gefühlsschwangeren Festes.

„Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all…“

Aber bitte nur spülmaschinenfeste Frisbees schenken.

Und dann wieder zurück ins Wohnzimmer werfen,

aber bitte am Baum vorbei,

denn dort brennen echte Kerzen.

Leuchtdioden-Schlangen sind no go!

Das Fest soll nicht in Arbeit ausarten.

Schon an den Vorbereitungen hat man gelitten.

Der Pegel muss nicht unnötig erhöht werden, das passiert von ganz alleine.

Drum schenkt man auch der ganzen Familie Blutdruckmessgeräte.

Sicherheit geht vor!

Der Feuerlöscher ist ein Muss in jedem gut sortierten Weihnachtshaushalt.

Lodernde Gefühle, Kindheitserinnerungen, Sehnsüchte, Kollisionen.

Wer geht schon nüchtern zum Fest der Liebe?

Liebe?

Die hält doch kaum noch einer aus, in diesen Krisenzeiten,

wo man kaum noch wagt, Griechenland von Bangladesch zu unterscheiden,

Dortmund eine Städtefreundschaft mit Kairo angedeihen lassen möchte.

Die Wertigkeiten verschieben sich enorm,

was aber bleibt bestehen?

 

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Schöne Bescherung XIV Alles hat seine Zeit

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Einkehr.

Stille.dreiAffen_nah

Nicht nur dem Geist Ruhe angedeihen lassen,

auch den Gefühlen.

Wann hat der Kampf, die Jagd eine Ende?

Kurz vor dem Fest

wird nochmal kräftig ins Horn geblasen.

Das große Halali des Kaufens.

Dabei sollte es eher das große Halali der Liebe werden,

ja wären da nicht die Anforderungen, die Herausforderungen

und das Sammelsurium aus Erwartungen und Hoffnungen.

Wo diese in den Himmel schiessen,

ist auch die Fallhöhe beträchtlich.

Der blaue Karpfen springt aus dem Kochtopf,

weil ihm die weihnachtliche Hitze unerträglich wird.

Die Sülze der Wörter, der Wackelpeter der Plattitüden,

er wird noch mit Sprühsahne versehen.

Es kann nicht süss genug sein.

Überall sind Engel unterwegs und verteilen Shopping-Prospekte.

Mit dem Weihnachtsmann direkt zum „Saturn“.

Ach, gütiger Mann, lass`mich in Ruhe.

Ich will keinen Flachbildfernseher XXXL,

mir ist die Welt flach genug …

 

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