Pepper & Salt X: „Indignez vous – Empört Euch!“ Stéphane Hessel

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Stéphane Hessel, der Autor des Werkes:                                                                Menschenwürde_popart_dernbach

„Empört Euch!“ – ist im Alter von 95 Jahren gestorben,

ein großer Verlust an kritischem Geist

und vielfältiger Lebenserfahrung.

Der ehemalige Widerstandskämpfer in den Reihen

der französischen Résistance, war auch im KZ Buchenwald interniert.

Er wusste nur zu gut, was Leid und Unrecht bedeutet,

was Gewalt welcher Art auch immer auslöst und zur Folge hat oder haben kann.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Hessel mit an der Erstellung

der Internationalen Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen,

die mit Blick auf die desaströsen Kriegserfahrungen ein klares Bekenntnis für die Menschlichkeit,

für humanen Umgang miteinander sein sollten und weiterhin sein sollen.

Dass die gelebte Realität zumeist anders ausschaut, Politik und Wirtschaft,

nach anderen Motiven agieren, andere Zielpunkte setzen, ist Hessel in seiner

jahrzehntelangen politischem Tätigkeit nicht verborgen geblieben,

sondern er hat die Widersprüchlichkeiten hautnah erlebt.

Über das Tagesgeschäft hinaus, war ihm ein  gravierender Wandel der Lebensumstände

im Rahmen der Globalisierung deutlich geworden, einen Wandel den er als

äussert bedrohlich für die Menschenrechte erachtete und ihn in Vergleich

zog mit der Diktatur der Nationalsozialisten; nun eine Diktatur der Wirtschaft,

die dominant in allen Lebensbereichen ist und gnadenlos menschliche Grundwerte

und Menschenrechte aushebelt und existenziell bedroht.

Er forderte die Menschen auf, Widerstand gegen diese Entwicklungen zu leisten,

sich nicht gleichgültig zu verhalten, trotz schwieriger Lebensumstände,

die zunehmend in Europa grassieren.

Aus diesem Grunde verfasste Stéphane Hessel in biblischem Alter

eine kleine Schrift mit großer Wirkkraft:  „Indignez vous – Empört Euch!“

Vorgestern Nacht ist Stéphane Hessel im Alter von 95 Jahren gestorben.

Aber sein Werk lebt weiter !

 

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Pepper & Salt IX: Natürlich hat das keinen Sinn

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It makes no sense.                                             Polit_Pinochio_Arme

It makes no difference.

And if everybody thinks so,

what will happens?

Maybe you say, nothing.

But it’s more.

Manchmal stellt man sich die Sinnfrage. Einige stellen sie sich nicht.

Sie funktionieren weiter:

Gleichlauf. Funktional. Spurgenau. Scheuklappenschön.

Wie schön doch das Leben mit Scheuklappen ist.

Störungsfrei durch den Tag. Störungsfrei durchs Leben, so das Ziel.

Keine Unruhe. Keine Veränderung. Und sich bloß nicht mit anderen Meinungen befassen.

Der Eintopf aus dem eigenen Teller gibt Sicherheit.

Jeden Tag dasselbe. Nie etwas verändern müssen, nie etwas verändern wollen.

Die Welt dreht sich eh weiter, so wie die Waschmaschine von Bauknecht,

die weiß, was Frauen wünschen.

Und die Männer, die Helden der Schöpfung?

Verstecken sich bestenfalls noch hinter bügelfreien Hemden und steifen Krawatten.

Das Gegockel wirkt wie peinliches Gegickel.

Ein Blick auf das Gesäß eines vermeintlichen, erwünschten, gedachten Top-Models.

„Geiler Arsch!“

„Hä?“

„Geiler Arsch! Komm Sepp, du willst es doch auch! Nur Mut!“

Und Sepp sagt, wobei er all seinen Mut zusammen nimmt:

„Stimmt: Geiler Arsch!“

Und jetzt ist man sich einig. Das ist identitätsstiftend, wobei Sepp

nicht weiß, was Identität bedeutet. Aber das macht nichts.

Er fühlt sich jetzt nicht mehr alleine, hat endlich jemand gefunden,

mit dem er den ganzen Tag über geile Ärsche reden kann.

Ob das Sinn macht?

Aber es macht was. Und irgendwo kommt es her.

Und jetzt denken alle: Dieter Bohlen. Aber das ist nicht fair.

Rainer Brüderle, dieses sexistische, laue Lüftchen aus der FDP, also bitte!

Das sind doch alles keine Größen. Deren Hirn füllt kein Dirndl aus.

Da muss man schon etwas tiefer schauen.

Aber macht das Sinn?

 

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Pepper & Salt VIII: Schublade auf, Schublade zu

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Meine Schublade hat vier Ecken,                                          night_lamps_dernbach

vier Ecken hat meine Schublade.

Und wenn sie nicht geschlossen ist,

dann kommt frische Luft hinein.

Die Bäckchen werden rot, das Haar weht im Wind.

Zugluft. Abfahrt.

Schublade auf, Schublade zu.

Stabiles Kastenwesen, nicht nur in Indien.

Zähflüssiger Leim schafft hervorragende Bindung.

Klopffest. Wasserfest. Dingfest.

Ein Mann ist ein Mann, und tut, was ein Mann tun muss.

Das gilt auch für die Frau. Sogar schon für Kinder.

Sachzwänge beginnen im Kopf, Meinungszwänge sowieso.

Schublade auf, Schublade zu.

Starke Umrandungen. Wandstärken. Gedankengemäuer.

Die Mauer ist gefallen?  Schön wärs.

Obschon manche denken, besser eine Mauer. Da ist man geschützt, vor wem auch immer.

Manchmal gar vor sich selbst.

Das Innen und das Aussen, bleibt ein dynamischer Prozess.

Weder die eine, noch die andere Seite, lässt sich perfekt kontrollieren,

beinhaltet Wirkkräfte, die sich kaum vorhersagen lassen.

Je größer die Unsicherheit, umso stabiler die Schublade.

Aber drinnen steigt der Druck. Das Barometer gerät ins Schwitzen, es wird geschüttelt,

bläst sich auf. Druck ablassen, aber wie?

Schublade auf, Schublade zu.

Der Sauerstoff wird weniger. Das Atmen fällt schwer.

Herzrasen.

Durch einen kleinen Schlitz fällt etwas Licht.

Dann wird es wieder dunkel.

Man klopft und klopft und klopft.

Hört mich jemand?  Keine Antwort. Also klopft man weiter, bis man ganz erschöpft ist.

Mein Schreiner, warum hast du mich verlassen?

„Hol‘ die Säge, Johann! Nimm die Schublade auseinander, aber bitte schnell!

Ich bekomme keine Luft mehr!  Johann? Johann, wo steckst du?“

Vielleicht ist Johann auf Montage in Russland, vielleicht zimmert er auch gerade

in Italien einem Sarg für Berlusconi, stellt Kreuze im Vatikan auf?

Immer diese Abwesenheit, wenn man mal den Schreiner braucht,

um die Schubladen auseinander nehmen zu lassen.

Wahrscheinlich kommt er nicht einmal auf den Gedanken,

so wie die Gedankenlosigkeit die neue Pest ist, der Krieg, der offiziell nie erklärt wurde,

aber permanent stattfindet.

Draussen tobt ein Krieg und alle hocken in ihren Schubladen…

 

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Pepper & Salt VII: Believe I

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Der Glaube versetzt nicht nur Berge,                                 Trauerkarte_Reinhard

sondern auch Zwerge.

Wer glaubt wem und warum?

Ist es die geniale Idee, sind es salbungsvolle

oder gar feurige Worte?

Es könnte auch das Outfit sein.

Seriös kommt es daher, die Haare sitzen perfekt, das Zahnfleisch glänzt

wie beim Galopper des Jahres.

Man gibt sich dynamisch, entschlossen und sattelfest.

Manchmal schmückt ein Titel die Persönlichkeit:

Papst, Kardinal, Kanzler, Aufsichtsrat, Vorstandsvorsitzender, Chefredakteur,

Torjäger, Kapitän, Doktor, Professor, Bankchef …etc.

Das waren mal feste Größen.

Wenn die etwas gesagt, gezeigt hatten, dann war das in Stein gemeißelt.

Der Kurs war klar!

Ist das noch so? Oder haben sich die Gewichte verschoben?

Wo ist der Glaube geblieben?

Daran könnte man direkt die zweite Frage anschließen:

Wem vertraut man noch?

Auf wen meint man, sich noch verlassen zu können?

Der Glaube hat gelitten. Das belegen nicht nur Kirchenaustritte.

Welchem Politiker wird noch geglaubt?

Die Banken waren einmal die Festungen der Wirtschaft.

Man glaubte an ihre unumstößliche Stabilität. In der Bank ist mein Geld sicher

und dort sitzen Leute, die verdammt gut rechnen können, und weil sie es können,

glaubt und vertraut man ihnen. Auf Ihren Kostümen entdeckt man weder Fussel noch Makel.

Wer so ordentlich ausschaut, so perfekt gestylt ist, der ist sauber, der ist top.

Das ist ein Vorbild, dem sich die Herde anvertraut, ohne zu wissen,

dass sie nur billige Laufkundschaft ist.

Die Herde ist das Instrument, mit dem gespielt wird. Sie hat nichts zu bagatellen,

darf sich zwar zu Wort melden, bewegen tut das nichts.

Und irgendwann bemerkt die Herde, dass sich nichts zum Guten bewegt,

ganz im Gegenteil. Es geht steil bergab, steil bergauf.

Wo ist die saftige, schöne Wiese, die der Herde versprochen oder zumindest

in Aussicht gestellt war?

Wo sind die blühenden Landschaften, wo das Paradies?

Und man hatte ihnen geglaubt und tut es mittlerweile nicht mehr.

„Der Fisch stinkt vom Kopf her“, lautet ein Sprichwort.

Wenn die Elite sich nicht mehr um ihre Glaubwürdigkeit schert,

erodieren die Gesellschaften. Die Eckpfeiler werden marode, die Statik gerät aus dem Gleichgewicht.

Das sind zwar mittel- und langfristige Prozesse, aber sie erscheinen so sicher,

wie das Amen in der Kirche. Das ist nämlich das Schlusswort.

Inwieweit die Messe gelesen ist, wer mag das beurteilen?

Der Glaube aber ist gewichen! Und damit auch das Vertrauen…

 

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Pepper & Salt VI: Think

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Pferdefleisch für Arme?                                                                               horse_garage

Der Vorschlag eines CDU-Politikers zieht Kreise,

wie auch Frank Schirrmachers neues „EGO“-Buch.

Das Talkshow-Karussell nimmt wieder richtig Fahrt auf.

Reinhold „Unhold“ Beckmann, so charmant und entspannt,

dass selbst Wirtschaftkrieg, Marktdiktatur, Arbeitnehmerausbeutung…etc.,

wie schlechtes Wetter daher kommt.

Jo mei! Der Herrgott hats gegeben, der Herrgott hats genommen.

Und heute kommt wieder Sportschau.

Ein Vollpfosten als Moderator, der Spannung ins Leben bringt

und so erheitert ist, dass er selbstbespasst sich auf die Schenkel haut.

Ist das nicht geil? Für Schwachsinn wird man fürstlich bezahlt.

Man ist irritiert, echauffiert, findet es bedenklich, zornig wird niemand.

Zornig sein, das ist uncool.

Wofür sollte man auch zornig sein, es bringt ja eh nichts,

ausser, dass man sich und anderen die Laune versaut.

Gut, wenn man Pferdefleisch an Arme verteilt,

dann kann man auch Hundefleisch, Hamsterfleisch, Mückenfleisch, Katzenfleisch… etc.

an Arme verteilen, Hauptsache, es ist richtig deklariert und offiziell

nicht als gesundheitsschädlich bewertet worden.

Enthält das Fleisch noch Dopingsubstanzen, könnten Arme verstärkt aktiviert werden.

Man darf gespannt sein auf weitere Innovationen & Kapriolen …

 

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Pepper & Salt V: Fragen

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Werden noch Fragen gestellt,                                                          dreiAffen_nah

falls ja, welche?

Der Journalist fragte, woran es wohl läge, dass…

Tausende von Journalistenfragen jeden Tag.

Wie geht es der Börse? Wie geht es dem Dax?

Wie geht es den Märkten? Wie geht es den Banken?

Wie geht es Mercedes Benz? Wie geht es BMW?

Wie geht es den Fluggästen? Wie geht es den Zugreisenden?

Hat Rainer Brüderle schon ein Dirndl gekauft?

Leidet Markus Lanz an Verbaldurchfall?

Schoss Oscar „Pistolius“ Pistorius durch die geschlossene Badezimmertür

und trug er dabei einen Bademantel und seine Prothesen?

Wieviel Kilometer Stau hatten Sie heute in Ihrem Gehirn?

Heute fragt Maybrit Illner, ob Arbeit krank macht?

Journalistenfragen können auch krank machen.

Talkshowgäste können einen erzürnen oder einem den Sauerstoff im Gehirn zerstören.

Der Forscher meinte, dass das Desaster, die Probleme…aus der Polarisierung rühren.

Das erscheint naheliegend. Wir leben in Polariserungsgesellschaften.

Schwarz-weiss, gut-böse, intelligent-dumm, reich-arm, links-rechts, schön-hässlich…

gläubig-ungläubig, wissend-unwissend, gesund-ungesund, laut-leise, wichtig-unwichtig,

oben-unten…etc. Eine gnadenlose Auslese und Gegenüberstellung, von Verbaldynamit angeheizt

und zur Explosion gebracht.

Die Fragen entsprechen genau diesem Muster, dieser Vorgabe.

Warum?

Es muss krachen! Das treibt Aufmerksamkeit und Quote nach oben.

Das ist Aufmerksamkeitsbindung frei Haus, ohne Rezept, aber mit enormen Nebenwirkungen.

Wer sind die Meinungsbildner und wie bilden sie Meinung?

Leben wir tatsächlich in einer Informationsgesellschaft oder eher in einer Desinformationsgesellschaft?

Welche Ereignisse werden wie behandelt?

Was rückt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit?

 

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Pepper & Salt IV: gesättigt & ungesättigt

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„I don’t play your fool anymore!“                                                                                  Brief_Blök_Herde_Popart_Dernbach

singt John Barbarius mit den Stimmen

von zehn apokalyptischen Reitern.

Man wird eingeklinkt und klinkt sich irgendwann aus.

Wer möchte schon gerne beteiligt werden an Vorgängen,

die Seelenfresser sind?

Eigentlich niemand.

Es sei denn, man hätte eine masochistische Ader,

eine Anlage zur Selbstzerstörung, die einher geht mit der Absicht von Gruppen,

die das System erodieren, sabotieren und manipulieren.

Ein anderer Baustein dieser Vorgänge ist, gezwungen und verpflichtet zu werden,

sich an den Vorgängen der Zerstörung von Gesellschaften aktiv zu beteiligen.

Wer sich nicht beteiligt, kann nicht existieren.

Das ist genial wie perfide, das ist so krank, wie Irrsinn nur sein kann.

Die Worte von Stéphane Hessel, haben sie eine Wirkung hinterlassen,

wurden sie aufgegriffen? Und falls ja, von wem?

Wie wurde reagiert?

Hessel ist nur ein Beispiel von Kritikern und Warnern, die fordern,

dass es so nicht weitergehen sollte. Es sind keine Naivlinge, keine Jungspunde.

Hier äussern sich Menschen mit enormer Lebens- und Leidenserfahrung.

Sie verstehen was passiert. Sie sehen die Ausmaße der Zerstörung genauer als andere.

Und sie sehen auch die Truppen, die ihnen und ihren Absichten der Aufklärung

gegenüber stehen, sie aushebeln, verhallen und versumpfen lassen,

als ob es sie nie gegeben hätte, die Stimmen der Menschenrechte…

 

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