Wir trafen uns in einem Café                                     Paris_Parc_Monceau

unweit der Metrostation Abbesses.

Cambodia meets Germany at Paris.

Wir bedienten uns der englischen Sprache,

um uns miteinander verständigen zu können.

Somalys und Soryans Französisch war flüssig und klang

nach guter Ausbildung, wir hatten es nicht weiter gebracht

als zur radebrechenden Bedarfssprache aus den Kathegorien

„Croissant & Baguette“, „Metro & Jeanette“.

Wir waren amerikanisiert und britannisiert,

vor allem durch die Einflüsse der Musik und der Politik.

 

Die Musik bildete unsere Brücke.

Somaly und Soryan hatten vor Paris, einige Zeit in New York gelebt.

Es stellte sich bald heraus, dass die beiden kein Paar,

sondern Geschwister waren.

Ihr Vater war Diplomat gewesen, der Kambodscha verlassen musste,

als die Roten Khmer die Macht an sich rissen und aus dem Land

ein Schlachthaus machten, welches als „Killing fields“ in die Geschichte einging.

Von dieser Tragödie war nichts in den Gesichtern der beiden zu erkennen.

Wie man sich Asiaten gemeinhin vorstellt, lächelten sie und waren

nach deutschen Vergleichswerten außerordentlich freundlich.

Sie strahlten zugleich  Entschlossenheit und Zielgerichtetheit aus,

welche man auch in der französischen Kultur vorfand.

Was sich alles miteinander kulturell vermischte, konnten wir damals

nicht annähernd beurteilen, noch verstehen.

Wir hielten uns an die Musik, die Erlebnisse in Melodie und Wort packte,

welche anders nicht ausgedrückt und vermittelt werden konnten.

Dabei spielten Sehnsüchte aller Art eine bedeutende Rolle und selbst Gassenhauer

konnten eine Art von Widerstand sein, um gegen den drohenden Untergang

zu revoltieren…

 

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Stefan Dernbach LiteraTour

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