Mr. Som konnte lange schweigen.                          Troller_Pariser_Geschichten

Wir saßen uns gegenüber, mal schaute er

auf sein Whiskeyglas,

mal auf die scharfen Chilischoten.

Wir redeten nicht viel.

Ihm schien das Reden vergangen zu sein.

Bei der Erwähnung von Indira Gandhi,

blitzte etwas Lebendigkeit auf.

Er hatte die indische Premierministerin einst getroffen.

Es musste eine bewegende Begegnung gewesen sein.

Lebendigkeit betrat kurzfristig sein Inneres. Das war spürbar.

Was er wohl vor seinem inneren Auge sah?

Er hatte auf seine Art und Weise, an Weltpolitik teilgenommen,

war von ihr konfrontiert, gefüttert, überrascht und am Ende gedemütigt worden.

Der schmale Grat von politischer Freundschaft und ihrem plötzlichen Niedergang.

Ereignisse, ohne Option auf Reparatur. Totalschäden am Fließband,

Zerrüttungen, für die es keine Heilung gab.

Einige seiner Kinder waren ermordet worden oder galten als vermisst,

seine Frau war vor einigen Jahren gestorben und ihm waren vier Kinder geblieben,

die versuchten ihren Weg zu finden und zu gehen.

Sie waren fleißig, strebsam und entschlossen, wollten sich ihren Platz

in der französischen Gesellschaft erkämpfen.

Das war alles andere als einfach.

Sie versuchten auf Bildung zu setzen und machten Bekanntschaft

mit der Macht der Vorurteile, der Einschränkungen und der Ablehnung…

 

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Stefan Dernbach LiteraTour

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