Der Glaube versetzt nicht nur Berge,                                 Trauerkarte_Reinhard

sondern auch Zwerge.

Wer glaubt wem und warum?

Ist es die geniale Idee, sind es salbungsvolle

oder gar feurige Worte?

Es könnte auch das Outfit sein.

Seriös kommt es daher, die Haare sitzen perfekt, das Zahnfleisch glänzt

wie beim Galopper des Jahres.

Man gibt sich dynamisch, entschlossen und sattelfest.

Manchmal schmückt ein Titel die Persönlichkeit:

Papst, Kardinal, Kanzler, Aufsichtsrat, Vorstandsvorsitzender, Chefredakteur,

Torjäger, Kapitän, Doktor, Professor, Bankchef …etc.

Das waren mal feste Größen.

Wenn die etwas gesagt, gezeigt hatten, dann war das in Stein gemeißelt.

Der Kurs war klar!

Ist das noch so? Oder haben sich die Gewichte verschoben?

Wo ist der Glaube geblieben?

Daran könnte man direkt die zweite Frage anschließen:

Wem vertraut man noch?

Auf wen meint man, sich noch verlassen zu können?

Der Glaube hat gelitten. Das belegen nicht nur Kirchenaustritte.

Welchem Politiker wird noch geglaubt?

Die Banken waren einmal die Festungen der Wirtschaft.

Man glaubte an ihre unumstößliche Stabilität. In der Bank ist mein Geld sicher

und dort sitzen Leute, die verdammt gut rechnen können, und weil sie es können,

glaubt und vertraut man ihnen. Auf Ihren Kostümen entdeckt man weder Fussel noch Makel.

Wer so ordentlich ausschaut, so perfekt gestylt ist, der ist sauber, der ist top.

Das ist ein Vorbild, dem sich die Herde anvertraut, ohne zu wissen,

dass sie nur billige Laufkundschaft ist.

Die Herde ist das Instrument, mit dem gespielt wird. Sie hat nichts zu bagatellen,

darf sich zwar zu Wort melden, bewegen tut das nichts.

Und irgendwann bemerkt die Herde, dass sich nichts zum Guten bewegt,

ganz im Gegenteil. Es geht steil bergab, steil bergauf.

Wo ist die saftige, schöne Wiese, die der Herde versprochen oder zumindest

in Aussicht gestellt war?

Wo sind die blühenden Landschaften, wo das Paradies?

Und man hatte ihnen geglaubt und tut es mittlerweile nicht mehr.

„Der Fisch stinkt vom Kopf her“, lautet ein Sprichwort.

Wenn die Elite sich nicht mehr um ihre Glaubwürdigkeit schert,

erodieren die Gesellschaften. Die Eckpfeiler werden marode, die Statik gerät aus dem Gleichgewicht.

Das sind zwar mittel- und langfristige Prozesse, aber sie erscheinen so sicher,

wie das Amen in der Kirche. Das ist nämlich das Schlusswort.

Inwieweit die Messe gelesen ist, wer mag das beurteilen?

Der Glaube aber ist gewichen! Und damit auch das Vertrauen…

 

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