Solange die Räder laufen,                                  Glück_dernbach

ist es gut.

Öl ins Getriebe.

Rundlauf.

Aber bitte kein Öl ins Feuer.

Man steckt im Stau, der Zug hat Verspätung…

das kennt man.

Die Frau nörgelt, das Kind schreit und der Bahnbedienstete

den man einst Schaffner nannte, schaut.

Man fragt sich: Wie schaut der Kerl?

Im Stau auf der Autobahn, ist diese Frage leichter zu beantworten.

Bei der Kollision im Kreisverkehr auch.

Etwas Laurel & Hardy, etwas Bud Spencer & Terence Hill.

Dazwischen eine Prinzessin, die gerade den Führerschein gemacht hat.

Fahranfängerin. Aber eine große Klappe.

Hat wahrscheinlich zuviel Girl-TV geglotzt.

„Hey Macker, mach‘ mich nicht an!“

Daraufhin der Golfkönig mit Alufelgen und Breitreifen:

„Du willst es doch auch!“

Sie setzt ihren Polo zurück und donnert Jonas Rupp nochmals in seinen Golf-GTI,

dessen Kühlerhaube nun einem Faltgebirge gleicht.

Rupp wird ruppig, das muss jetzt so sein.

Ein Mann darf sich nicht von einem Duisburg-Girl auf der Nase rumtanzen lassen.

Er steigt in seinen GTI und gibt Gas.

Jenny, das Duisburg-Girl, sieht Rauch aufsteigen.

Nicht nur die Räder drehen durch, auch Jonas Rupp.

„Attacke!“ schreit er.  Das tut man auf Schalke, das tut auch er,

ob nun auf der A42 oder im Westfalenpark von Dortmund.

„Euch Zwerge mach‘ ich platt!“

Es gibt Momente im Leben, da hört der Spass auf und der Ernst des Lebens beginnt.

Das Leben ist weder Ponyhof noch Urlaubsreise, das Leben ist knallharte

Flexibilisierung und Mobilisierung.

Es ruft die tägliche Konkurrenz, die herausfordert und motiviert,

wenn auch nicht immer zu erwünschten Taten.

Man drückt aufs Tempo, man gibt Gas.

Und manchmal geht man aufs Ganze.

In Wahrheit ist es die alltägliche Reise, die wirklich spannend ist.

Erst die permanente Wiederholung, schafft Vergleichswerte und lässt Rückschlüsse zu.

Der Alltag ist das wahre Abenteuer, nicht Mallorca, die Fidschis oder Albanien.

Es ist der Kreisverkehr in Berlin, die Baustelle in Herne, der Discounter in Oberhausen.

In Wahrheit braucht man keinen terminierten Karneval in Köln, Mainz oder Düsseldorf.

Längst ist das ganze Jahr über Karneval.

Eine Dauerparade der Jecken und Narren.

Man redet gerne von Fernreisen, dabei sollte man viel eher die Nahreisen würdigen.

Wochenlang warten Touristen auf einen Waal oder auf eine Anaconda.

Sie reisen von Patagonien bis Neuseeland,von Waku Tiki bis  Key West.

Dabei ist es in der heimischen Region ungleich spannender. Hier brandet das Leben,

es schlängelt sich, es öffnet wüstenartige Horizonte.

Es ist so langweilig, dass es die Spannung in die Höhe treibt.

Diese Gleichung mag verwundern, aber sie ist nachweislich richtig.

Zwischen Flug und Bruchlandung des Phönix, lag die Wüste.

Wenn der alltäglich reisende  Bürger gelangweilt ist, dann begehrt er auf.

Er sucht nach Lösung, Auflösung und Erlösung.

Er erinnert sich an das Stück Leben, was man ihm einst versprochen hat…

 

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