Fünf Stunden würde es brauchen,                                Countdown_Dernbach2011

fünf lange Stunden für den Aufstieg

durch den Kamin.

Die Speiseröhre war eng und glitschig.

Leicht rutschte man ab.

Es kam darauf an,

dass die Sicherheitshaken gut gesetzt wurden.

Von Gallenfels baute in diesem Bereich auf doppelte Sicherung.

„Sie klettern mir nicht alleine, ist das klar!“ sagte er unmissverständlich.

„Aber ich war schon im Himalaya“,

antwortete Johann Hartklug, der Manager  des Landwirtschaftskonzerns Piepenhahn & Söhne.

„Keine Widerrede“, antwortete von Gallenfels. „Sie klettern an der Seite von Frau Meier.“

Johann Hartklug wurde  blass.

„Warum denn ich?“ fragte er.

Frau Meier hatte gute 80 Kilo Übergewicht und war von ihrer Krankenkasse zur Expedition geschickt worden.

Ein Fehler an der Wand, eine Unaufmerksamkeit,

und Frau Meier würde selbst einen top-trainierten Bergsteiger vom Kaliber

eines Messners oder Kammerlanders, unwiderruflich in die Tiefe reißen.

Selbst die Huber Buam samt Milchschnitte, hätten keine Chance.

„Wissen sie Herr Hartklug, ich setze sie an die Seite von Frau Meier,

weil sie schon im Himalaya waren und ich auf ihre großartigen Fähigkeiten baue.“

„Ach so…“, antwortete Hartklug. „Aber könnte ich nicht an der Seite von Herrn Greifer klettern?“

„Nein, da habe ich mir schon jemand anderes ausgeschaut. Sie sind der richtige Mann für Frau Meier!

Verstehen sie das bitte nicht falsch. Das meine ich nur rein klettertechnisch.“

Johann Hartklug seufzte. Er spürte wie seine Hände feucht wurden.

Frau Meier stöhnte schon beim Anlegen der Steigeisen. Sie hatte große Probleme sich zu bücken.

Beide Knie waren über die Jahre in Mitleidenschaft gezogen worden.

Premium-Athrose, nannte das von Gallenfels.

„Kommen sie Herr Hartklug, ich setze auf sie. Drei Wochen haben sie mir nun jeden Tag

von ihren Heldentaten im Annapurna-Gebirge erzählt, jetzt können sie zeigen,

was sie drauf haben. Sie werden doch nicht kneifen,oder?“

„Ich kneife nie!“ tönte Johann Hartklug.

„Sind sie sich da so sicher?“ fragte von Gallenfels.

 

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