Die Frauen der Expedition,                                                                la_momenta_tasse_Augenhöhe_Dernbach

waren voneinander nicht weniger verschieden,

als ihre männlichen Kraxelgenossen.

Es war schon erstaunlich,

welche Charaktere sich begegneten.

Zugleich bestätigte die Zusammenstellung der Seilschaft,

die besonderen Fähigkeiten ihres Frontman und Leiters.

Von Gallenfels wusste mit kuriosesten Persönlichkeiten umzugehen.

Er betrachtete das als Herausforderung, wie eine Besteigung des Nanga Parbat

oder des K2.

 

Die Evolution des Menschen interessierte ihn nicht weniger als

die Evolution der Natur. Und er wusste, dass es überlappende Muster gab.

Frau Meier hatte jahrelang an der Kasse einer Drogerie gesessen.

Dabei war nicht nur ihr Hintern breit geworden,

sondern sie hatte sich eine Parfüm- und Waschmittelsucht eingefangen,

ein bis dahin noch unbekanntes Krankheitsbild.

Eine andere Dame der Seilschaft war Monika Schmitt, von Beruf Controllerin

in einem mittelständigen Verlag, der auf dem besten Wege war zu versumpfen

und zu schrumpfen. Frau Schmitt wurde von ihren Freunden Schnitti gerufen.

Sie war nicht allzu groß, verfügte über ein agiles Auftreten und machte sich

keine allzu großen Sorgen über die Folgen ihres Handelns.

Frau Schmitt war sozusagen die Idealbesetzung für den Beruf einer Controllerin.

Sie hätte den Job an jedem Ort der Welt, in jedem Unternehmen ausführen können,

ja wäre sie nicht auf einigen Gebieten ihres Daseins eingeschränkt und beschränkt gewesen.

Die dritte Frau der Seilschaft hieß, wie das Schicksal es manchmal so will,

Petra Engel, eine OP-Krankenschwester aus Dortmund mit einer Vorliebe für Fußball.

Frau Engel war, wie schon der Name auswies, ein eher sanftmütiges Wesen mit viel Geduld.

Das Famose an ihrer Persönlichkeit war, dass sie blitzschnell umschalten konnte.

Wenn man sie im Alltag wahrnahm, sie aber nicht näher kannte,

wäre man nie darauf gekommen, dass sie mal aus der Haut fahren würde.

Sie war der personifizierte Ruhepol, eine Brachlandschaft der Friedfertigkeit.

 

Von Gallenfels wusste aus Erfahrung, dass es immer auf Ergänzung ankam.

Nach vielen Expeditionen war ihm klar,

dass man dieses Ziel nur mittels gemeinsamer Anstrengung erreichen konnte.

Würde man nicht wenigstens einige Gleichklänge in der Kakophonie der Persönlichkeiten

heraushören, ja spüren können, dann war jede Expedition von Anfang an bis zuletzt bedroht.

Herauszufinden, zu wissen, an welchem Punkt der Skala sich eine Seilschaft befand,

das war ein kunstvoller Prozess, der keine Aufgabe für Handwerker war.

Ohne solides Handwerk ging vieles nicht, das wusste von Gallenfels,

aber eine höchst divergente Seilschaft auf einen Gipfel und wieder hinunter zu bringen,

dazu bedurfte es mehr …

 

Thanks for your support!

Spenden für dieses Schreib- / Fotoprojekt können Sie unter:

Stefan Dernbach LiteraTour

Sparkasse Siegen: BLZ 460 500 01

Konto: 330 707 662

Advertisements