Man konnte Johann Hartklug nicht unterstellen,                                 H.Mann

dass es ihm an internationaler Erfahrung mangelte.

Also musste es etwas anderes sein,

welches bei ihm dazu führte, Maria Garcia zu unterschätzen.

Um diesen Umstand etwas näher erläutern zu können,

bot es sich an, in mehrere Richtungen Ausschau zu halten,

sich einer Fähigkeit zu bedienen, die beim gängigen Spezialistentum

zweifellos an Bedeutung verloren hatte.

Einfacher ausgedrückt: Die Scheuklappen waren so stabil ausgerichtet,

dass sich der Hengst als auch die Stute weigerten, den Blickwinkel zu ändern.

Es konnte sich um Sturheit handeln, um Enttäuschung, um Hetze oder Frustration.

Auch verletzter Stolz konnte eine Antriebsfeder sein.

Aber Johann Hartklug hatte keine Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen,

es war auch nicht sein Wille. Hartklug war ein Macher, ein Organisator.

Ihn einen Strategen zu nennen, das wäre zuviel der Ehre gewesen,

hätte ihn aber gefreut.

Maria Garcia hingegen, dachte gerne nach. Sie tauchte in ihre Gefühlswelten ein

und erschaffte wundervolle Bilder und Bilder, die einen verwunderten.

Für sie war Dasein vorrangig Gefühl, bei allem Pragmatismus ihrer Tätigkeit als Hostess.

Sie war eine Andalusierin und stammte aus Granada.

Aber auch das, war noch viel zu kurzfristig gedacht. Sie hatte maurische Wurzeln.

Und soweit reichte Johann Hartklugs Geschichtsbewusstsein nicht.

Auch mit den Sarrazenen hatte er sich nie beschäftigt. Natürlich hatte er sich mal die Alhambra angeschaut,

war von den Kunstfertigkeiten und Gärten für Augenblicke in Bann gezogen worden.

Aber er hatte nie Zeit. Es mangelte ihm an Zeit, sich tiefer mit der Kultur der Länder zu befassen,

die er besuchte, durchreiste und man könnte auch sagen, manchmal heimsuchte…

 

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