Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an VII

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„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten…“,                                             brunnentrio_light

so heisst es in einem alten Volkslied.

„Sie fliegen vorbei, wie nächtliche Schatten…“

Vorab: weder Gedanken, noch Meinungen sind völlig frei,

waren es  nie!

Schon Gehlen sprach einst vom Menschen als Mängelwesen.

Auch das wird immer so bleiben.

Wer anderes projeziert, proklamiert und demonstriert,

ist nichts anderes als ein Hochstapler, ein Aufschneider oder ganz schlicht

ein Dummkopf, Arroganz und Ignoranz inbegriffen,

in welchem Gewande sie auch immer daher kommen.

Das kann intellektuell, religiös, politisch, pädagogisch, wirtschaftlich, sportlich,

oder psychologisch sein.

 

Weder Rolle noch Status, ändern etwas an diesen Tatsachen.

Ob Präsident, Prinzessin, Arbeiter, Millionär, Journalist, Verkäuferin, Partner, Freund,

Pfarrer, Adel, Schauspieler, Freundin, Star, VIP, Mutter, Vater, Bauer, Schriftsteller, Techniker,

Fotograf, Ehefrau, Therapeut, Arzt, Lehrer, Koch …

etc., alle sind mehr oder weniger Mängelwesen

mit Schwächen und Zweifeln, Verunsicherungen und Nichtwissen.

Jeder hat Befähigungen und Stärken.

Ob sie geschätzt werden, ist eine Frage.

Da schaut man auf die Kommunikation.

Sie gibt einem Auskünfte, inwieweit Gedanken und Meinungen frei sind,

ob sie im Fluss sind?

Gendlin nannte das einst den „Flow“.

Da muss man nicht bis in die Türkei oder nach Syrien schauen,

auch nicht nach Russland oder China.

Man kann in ein deutsches Kaff, in eine deutsche Großstadt gucken,

und hat für den Rest seines Lebens genug zu tun.

Es reicht zunächst völlig aus, sich das eigene Gebilde anzuschauen.

Eine große Reise beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt.

Der erste Schritt erfolgt vom eigenen Hause her …

 

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Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an VI

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Geflechte, Muster, Knüpfwerk,                                          brunnenspritzerduo

so nannte es der Jesuit Carlos G. Valles,

das Gesamtbild eines Menschen,

die Persönlichkeiten in der Persönlichkeit.

Der Weg der Selbsterkenntnis hört nie auf.

Er spinnt sich fort,

ob nun willentlich oder unwillentlich.

Wir können uns ihm versperren, verweigern, versuchen ihm zu

entfliehen, oder versuchen, das Gebilde uns mit Zeit und Ruhe anzuschauen.

Zeit und Ruhe, sind aber heutzutage knappe Güter,

die selten verschenkt und gegeben werden.

 

Ich gebe Dir Zeit und Ruhe, ich gebe Dir Raum und Heimat.

Wo hört man das heutzutage noch?!

Man gewinnt verstärkt den Eindruck, es gäbe das alles nicht mehr.

Geschlossene Räume, verbranntes Grasland, Blumenbeete, die nicht mehr bewässert werden.

Man schaut auf das Gebilde, welches durch Eintönigkeit verzerrt und entstellt worden ist.

Hektik. Stress. Zeitknappheit. Funktionalismus. Extremismus.

Eine sich drehende Spirale, die das Dasein regiert und kontrolliert.

In solch einem engen Rahmen, kann weder Heimat noch Liebe gedeihen.

Die Grenzen werden nicht nur enger, sie werden auch schärfer.

Stacheldraht, nicht nur an Europas Grenzen, die Mauer zwischen Israel und Palästina,

die Festungen der Reichen, die sich vor den Armen abschotten…etc.

Was sich in der Gesellschaft im Grossen abspielt, setzt sich bis auf die Mikroebene fort,

vergiftet menschliche Beziehungen, negiert humane Werte,

zerstört Gemeinschaft und Sinn.

 

Wer steht auf und ruft: “Stopp? !

Wer fordert die Karawane auf, endlich anzuhalten und zu schauen,

in welche Richtung sie zieht?!

Wer schreit: “Ihr habt euch verlaufen?!”

Es gibt wohl die Rufer, die Mahner, aber werden sie auch gehört,

werden sie wahrgenommen, diskutiert man mit ihnen, entwickelt man Pläne?

Dies und jenes, findet wohl statt, aber es hat kaum Gewicht,

oftmals gar keines.

Das Hamsterrad dreht sich unaufhörlich weiter, oft schneller als je zuvor.

“Wo ist der Ausgang aus diesem gnadenlosen Getriebe?”

fragen sich immer mehr Menschen.

Und wenn es wirklich darauf ankommt, dann herrscht ein grausames Schweigen

oder eine Unart der Banalisierung, die jeden guten Geist zerstören kann…

 

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Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an V

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Kaffeehauskultur? –                                                  Cafe_de_Paris

was bedeutet das eigentlich?

Eine höhere Ansiedlung des Seins?

Gerne wird auf vermeintlich glorreiche Zeiten und Orte verwiesen,

Wien, Paris, Berlin, Madrid … sogar am Mittelmeer

gab und gibt es noch das Café de Lyon,

wo einst die Mann-Familie gastierte, Franz Werfel und andere Exilanten

vor dem Krieg flohen und auf ihre nächsten Passagen warteten.

Das Café de Lyon steht in Sanary sur Mer.

Dort wurde so manches Lebensblatt umgeschlagen, umgeschrieben,

gefaltet und zerknittert.

Wenn man von Kaffeehauskultur sprechen möchte, sich auf die Suche macht,

dann war das Café ein Ort der Verinnerlichung, der Vergesellschaftung,

ein Umschlagplatz für Meinungen, die regen Austausch hielten.

 

Es war aber auch ein Ort, wo Nöte ihren Platz fanden.

Bei ein paar Tassen Kaffee, konnte man seine Sorgen erzählen und durchdenken.

Zuweilen gab es auch Wein und Likör, Absint und Schnaps oben drauf,

um das eigene Drama zu betäuben oder vielleicht zu bewältigen.

Man konnte aber auch einfach eine Zeitung lesen und Menschen beobachten.

Es war eine Veränderung des Alltags, es war eine wohltuende Abwechslung,

oftmals Genuss, an was auch immer.

 

Fragt man also nach Kaffeehauskultur, dann wären das einige der Kriterien,

die man anlegen müsste, um beurteilen zu können,

ob es noch eine Kaffeehauskultur oder eine Cafészene gibt.

Vielleicht gibt es noch Orte, wo eine Art tiefere Lebendigkeit

nicht nur auf dem Schild prangt, dort wo Künstler, Musiker und Schriftsteller,

an neuen Bildern arbeiten und sich erfreuen, sie auch lebhaft diskutieren.

Es muss ja nicht gleich eine Revolution geben,

aber eben doch mehr als nur Kaffee und Kuchen …

 

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Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an IV

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Welche Prioritäten setzt man?                                              Tagebuch_matrone_che

Und in welchen Tonlagen wird gesungen?

Die Matrone meinte:

„Jetzt kommt die Sahara-Hitze.“

Ihr Mann, der sie in Fettleibigkeit noch übertraf,

schwieg in einem einsamen Kampf.

„Im Fernsehen haben sie gesagt, dass jetzt die Sahara-Hitze kommt!“

insistierte sie erneut, versuchte seine Mauer ein wenig aufzulockern,

sogar an ihr zu kratzen.

Aber Horst schwieg weiter.

 

„Wollen wir bezahlen?“ fragte sie.

Auch hierauf konnte Horst keine Antwort geben.

Vielleicht dachte er an das Mittagessen, an die freiwillige Feuerwehr,

an den Schlagbohrer…etc.

Seine Frau wurde nun direkter.

„Willst du schon mal zahlen?“

Aber auch diese Entscheidung konnte er nicht treffen.

„Ist dir zu heiss?“ fragte sie.

Horst schien von was auch immer, ziemlich erledigt zu sein.

War es die Hitze, war es die Feuerwehr, war es sein Übergewicht

oder gar seine Frau?

„Geh‘ mal zahlen!“ sagte die Matrone, deren großer Resonanzkörper

für eine deftige Lautstärke sorgte. Zum Glück hielten die Kaffeetassen

dem Druck stand. Davon war nicht unbedingt auszugehen.

 

Horst stemmte mühevoll seine gut 200 Kilogramm in die Senkrechte

und schleppte sich ins Café.  Er brach nicht zusammen, was einem Wunder glich.

Es schien einiges auf ihm zu lasten, aber offensichtlich waren ihm

die Lösungswege verbaut. Er schien keinen Weg zu sehen.

Und so hatte er sich im Schweigen eingerichtet. Man konnte davon ausgehen,

dass es neben dem Schweigen noch andere Symptome gab,

die ihn aufgeblasen hatten. Von einem Ballon zu sprechen, das wäre

unangemessen gewesen. Seine Haut war ein stattlicher Schutzschirm.

Und seine Frau genoss es auch irgendwie, diesen Schutzschirm zu attackieren.

Sie konnte sich an ihm abarbeiten und jederzeit ihm sagen:

„Schau dich mal an!“

Und das konnte sehr viel bedeuten …

 

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Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an III

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Türkischer Frühling, in Brasilien ist Frühling,                                  popart_tupelo

in Frankfurt vor der EZB ( Europäischen Zentralbank )

frühlingt es, brechen Knospen auf,

ach überall wird gerüttelt, gerufen, protestiert, reklamiert.

Selbst in New York, haben es die Menschen satt, nur Spielball zu sein.

So geht das nicht weiter ! – das kann man vielleicht oben drüber schreiben,

sollte aber dabei nicht vergessen, dass der sogenannte „Frühling“

in jedem Land, in jedem Kontext, sich anders zeigt.

Andere Vögel zwitschern, andere Pflanzen schiessen empor,

hier gibt es einen Gärtner, dort nicht.

Wildwuchs kann betörend sein, das Chaos ist es nicht.

Drum wäre es angesagt, jeweils genau hinzuschauen.

Einfache Vergleiche verblenden die Heerscharen, simplifizieren

aus Unkenntnis oder Eigennutz die Lage, womit niemandem geholfen ist.

Wenn der Extremismus, von welcher Seite auch immer,

bahnbrechend seine fürchterlichen Schneisen schlägt,

dann ist auf die nächste Zeit nichts mehr zu retten.

Verletzung, Verwundung und Tod, rücken in den Mittelpunkt.

Man kommuniziert nicht mehr miteinander, hat es wohl auch nie aufrichtig getan.

Das wäre die Basis für Veränderung gewesen.

Wer aber die Macht in den Händen hält, wer Kontrolle ausübt,

dem ist an einer Zweibahnstrasse in Wahrheit nichts gelegen,

auch wenn anderes gesagt und behauptet wird.

Man schaue auf die Taten und vergleiche sie mit den Worten.

 

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Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an II

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Überall sind Perfektionisten an der Front.                  trockenspannung

Die Gewinner, die Sieger, die Helden,

manche von heute, andere von gestern.

Ich bin ein Held, ich war ein Held.

Dummerweise hat sich die Welt

trotzdem nicht wesentlich verändert.

 

Was vom Heldentum übrig blieb?

Ein Blick hinter die Fassaden sei gewährt, aber nicht gerne gewollt.

Es kämen dann schon Widersprüche ans Tageslicht,

die Heldenmaske bekäme Risse.

Das kann aber kein Held gebrauchen, übrigens auch keine Heldin.

Hier sollte man im Namen der Gleichberechtigung gendern.

Die Superweiber, die Supermacker !

Immer am Werk. Macher ohne Zweifel, im Autopilot unterwegs.

 

Man kennt nur das eigene Programm, aber nicht besonders gut,

weil man wesentliche Dinge unter den Tisch fallen lässt,

die der eigenen Perfektion schaden könnten.

Perfektion und Macht, liegen nahe beieinander.

Und dazwischen liegt die Lüge, nett ausgedrückt, die Verschleierung.

Facettenreich kommt sie daher, trickreich und nutzbringend.

Aber welcher Nutzen?

Es könnte eine lange Liste geben, nur fiele sie beim genauen Hinschauen anders aus,

als in der Öffentlichkeit transportiert und glorifiziert.

Die Saubermänner hätten dunkle Flecken auf ihren bügelfreien Hemden,

die ach so liebevollen Frauen, die Super-Puppen, würden vielleicht eine

Laufmasche an ihrem Kostüm ausmachen.

Und was dann?

 

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Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an

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Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an,                                            Tagebuch_tuch_nichtachtung_Schwache

jenes welches man wahrnimmt und jenes,

welches von anderen wahrgenommen und artikuliert wird.

Es gibt Muster und Geflechte, hin und wieder ein Aufschrei,

ein Klagen, ein Sehnen und Kritisieren.

Das Wort – KRISE – ist in aller Munde,

mal geht es ums Wasser, mal um Beziehungen, dann ums Geld,

vielleicht auch um die Familie, dann um Europa und die Zukunft.

Man beschwört den Klimawandel, den Bildungsnotstand, die Zuwanderung,

das Rollenverhältnis der Geschlechter.

Am Ende regt man sich womöglich über den Grashalm auf, weil er windschief ist.

Der Anlässe scheint es zuhauf zu geben.

Das Leben als Dauerkrise, nur mit wechselhaften Facetten und Inhalten?

Dieses Fazit würde andere Möglichkeiten des Seins negieren.

Manche Krise scheint geradezu magisch anzuziehen, vielleicht eine Art Verführung

durch ein tatsächliches oder angenommenes Unheil.

Das mag Krankheit sein, der Verlust von Arbeit, Entfremdung oder sogar der Verlust

von Sinnhaftigkeit. Die Gesellschaft bietet zweifellos ein Übermass an Anlässen,

die zudem durch Medien in Form von Skandalisierung, befeuert werden.

Unterm Strich könnte man vom Skandal- und Krisenmensch sprechen.

 

Dieser moderne Typus des homo crisikus, lässt sich nicht mehr

von der Muse küssen, sondern vom Terminkalender und seinen Funktionen.

Das ist zwar nicht immer gewollt, aber zweifellos up to date.

Viele Zeitgenossen schmücken sich sogar mit ihrem Stress, weil sie dadurch unabkömmlich

und deshalb wichtig meinen zu sein.

Nichts scheint mehr Anerkennung und Wertschätzung

einzufahren, als ein voller Terminkalender, dessen Krönung es ist,

sich mit A-B-C-D-E-F-Promis und VIPs zu treffen oder getroffen zu haben.

Das muss man sich geben, dann ist man bedeutsam, begehrt und begehrenswert!

Man glänzt mit im Schein der anderen und wird befördert.

Das nennt man auch „Halo-Effekt“.

Die Folgen sind so facettenreich wie ein großér Zoo Tiere hat.

Und dort geht es dann auch ganz ordentlich zur Sache.

Der Tunnelblick regiert, der Zirkus der Eitelkeiten liefert eine Vorstellung

nach der anderen.  Fantastische Aufschwünge am Trapez.

Mancher vergisst dabei, das Netz aufzuspannen, überschätzt seine Fähigkeit

als Artist oder Artistin.

Runter kommen sie alle.

Das ist nun mal das Gesetz der Schwerkraft …

 

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