Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an,                                            Tagebuch_tuch_nichtachtung_Schwache

jenes welches man wahrnimmt und jenes,

welches von anderen wahrgenommen und artikuliert wird.

Es gibt Muster und Geflechte, hin und wieder ein Aufschrei,

ein Klagen, ein Sehnen und Kritisieren.

Das Wort – KRISE – ist in aller Munde,

mal geht es ums Wasser, mal um Beziehungen, dann ums Geld,

vielleicht auch um die Familie, dann um Europa und die Zukunft.

Man beschwört den Klimawandel, den Bildungsnotstand, die Zuwanderung,

das Rollenverhältnis der Geschlechter.

Am Ende regt man sich womöglich über den Grashalm auf, weil er windschief ist.

Der Anlässe scheint es zuhauf zu geben.

Das Leben als Dauerkrise, nur mit wechselhaften Facetten und Inhalten?

Dieses Fazit würde andere Möglichkeiten des Seins negieren.

Manche Krise scheint geradezu magisch anzuziehen, vielleicht eine Art Verführung

durch ein tatsächliches oder angenommenes Unheil.

Das mag Krankheit sein, der Verlust von Arbeit, Entfremdung oder sogar der Verlust

von Sinnhaftigkeit. Die Gesellschaft bietet zweifellos ein Übermass an Anlässen,

die zudem durch Medien in Form von Skandalisierung, befeuert werden.

Unterm Strich könnte man vom Skandal- und Krisenmensch sprechen.

 

Dieser moderne Typus des homo crisikus, lässt sich nicht mehr

von der Muse küssen, sondern vom Terminkalender und seinen Funktionen.

Das ist zwar nicht immer gewollt, aber zweifellos up to date.

Viele Zeitgenossen schmücken sich sogar mit ihrem Stress, weil sie dadurch unabkömmlich

und deshalb wichtig meinen zu sein.

Nichts scheint mehr Anerkennung und Wertschätzung

einzufahren, als ein voller Terminkalender, dessen Krönung es ist,

sich mit A-B-C-D-E-F-Promis und VIPs zu treffen oder getroffen zu haben.

Das muss man sich geben, dann ist man bedeutsam, begehrt und begehrenswert!

Man glänzt mit im Schein der anderen und wird befördert.

Das nennt man auch „Halo-Effekt“.

Die Folgen sind so facettenreich wie ein großér Zoo Tiere hat.

Und dort geht es dann auch ganz ordentlich zur Sache.

Der Tunnelblick regiert, der Zirkus der Eitelkeiten liefert eine Vorstellung

nach der anderen.  Fantastische Aufschwünge am Trapez.

Mancher vergisst dabei, das Netz aufzuspannen, überschätzt seine Fähigkeit

als Artist oder Artistin.

Runter kommen sie alle.

Das ist nun mal das Gesetz der Schwerkraft …

 

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