Die einen haben die Mittel                                                      spirit

und die anderen nicht.

Man könnte sagen, das war schon immer so.

Was sich verändert und stets verändert hat,

sind die Rahmenbedingungen und die Umgangsweisen,

die den jeweiliegen gesellschaftlichen Gegebenheiten und

angenommen Entwicklungen angepasst werden.

Es gibt den Satz: „Angst ist ein schlechter Ratgeber.“

Das mag wohl stimmen und es wäre hinzuzufügen, dass Angst Gefühle erzeugt,

die gehörigen und ungehörigen Ausmasses sind.

Eine umfassende, indifferente Angst vor der Zukunft, greift in alle Lebensbereiche ein

und transformiert Beziehungen, sogar ganze Gesellschaften.

Demzufolge sollte man sich stets die Makro- und Mikroebene vor Augen führen,

wenn man etwas verstehen möchte.

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, seines Zeichen auch noch

18 Jahre Psychologe im Schuldienst, ist der Auffassung, dass es aber immer weniger

ums Verstehen geht, sondern immer mehr um Kampf und Kontrolle.

Eltern versuchen nicht nur immer mehr ihre Kinder und deren Entwicklung zu kontrollieren,

sondern sie intervenieren, deklarieren und sabotieren, was Bildungseinrichtingen und ihre

Angestellten pädagogisch versuchen auf den Weg zu bringen.

Den Eltern passt dieses und jenes nicht.

Wären es Änderungswünsche, so könnte man darüber reden und damit in Kindergärten

und Schulen gut leben. Aber die Kommunikation ist zunehmends massiv gestört.

Der Schulalltag, so Josef Kraus, ist aber inzwischen zu einem Bombardement aus Beschwerden und Klagen geworden.

Nicht wenige Eltern greifen massiv ein, attackieren Erzieher und Lehrer verbal und juristisch.

Alles fürs Kind und seine Zukunft!

Dafür zerrt man auch schon mal Erzieher und Lehrer vors Gericht,

weil auf dem Frühstücksbrötchen des lieben kleinen Goldschatzes, die Salami fehlte,

Mariechen im Rechnen nur ein Befriegend erhielt und Max eine Verwarnung wegen

Rauchens auf der Toilette bekam.

„Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“ –

wäre ein treffender Schlüsselsatz für geradewegs krankhafte gesellschafliche Entwicklungen,

die sich unter anderem im elterlichen Verhalten spiegeln.

Wie sollte es auch anders sein, wenn eine Gesellschaft allmählich beginnt durchzudrehen,

wenn plötzlich offenkundig wird, dass die Zeiten sozialer Unterstützung, die Zeiten von Solidarität

und Gemeinschaft sich auflösen.

Diese Erkenntnis, dieses derbe Erwachen, fördert Ängste und Irrationalitäten.

Es entsteht ein explosives Gemisch, welches als solches nicht immer erkennbar ist.

Wo es explodiert, dort sind die Spitzen der Eisberge,

weil dort die soziale Kälte nicht nur Schüttelfrost hervorruft, sondern Wundbrand,

Abbrechen und Absterben.

Was sich unter der Oberfläche befindet, wie auch beim Eisberg, das lässt sich

häufig nur vermuten, erahnen und erspüren…

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