Wir sitzen im Café und kommen                                                     Gerade_Griechenland

auf Albert Camus und das Leben zu sprechen.

Ein nicht geplantes Treffen, ein Zufall?

Zugefallen, sozusagen.

„Schön dich zu sehen!“

„Ich hatte gehofft, dich zu treffen.“

Zuvor hatte ich schon einige Seiten von „Hochzeit des Lichts“ indus.

Hochprozentige Gedanken und Sätze.

Ich lese bewusst langsam, notiere mir ein Zitat:

„Man sollte verweilen bei diesem einzigartigen Augenblick,

in welchem sich die Dinge die Waage halten, das Empfinden die Moral zurückweist,

das Glück aus Hoffnungslosigkeit entspringt und der Geist sich auf den Leib beruft.“

( Albert Camus S.62, „Hochzeit des Lichts“ )

 

Ich lese das Zitat dreimal vor.

Wir schauen uns an.

„Glück aus Hoffnungslosigkeit?“

„Tja, mit solchen Gedankengängen hat der Normalbürger schon seine Probleme.“

„Von allem loslassen?“

„Von fast allem.“

„Ziemlich schwer.“

„Zumindest ein langer Weg.

Und ohne Schwierigkeiten geht das nicht ab. Aber wenn einen das Gefühl mal im Inneren erreicht und berührt hat, dass  es

nicht aufgesetzt, sondern ein Teil von dir ist, dass du es bist, der nichts mehr behaupten, erkämpfen, beweisen und

verteidigen muss, dann wird sich etwas verändern.

Es verändert sich etwas in dir und in der Beziehung zu anderen. Du empfindest eine neue Art von Freiheit.“

 

Wir schweigen und schauen uns an.

„Gar nicht einfach.“

„Aber der Weg lohnt sich …“

Auf Seite 63 fragt Camus:

„Verdanke ich die Einsicht Italien oder meinem Herzen?“

 

 

 

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