Am 7. November wäre Albert Camus 100 Jahre,                                                               camus_nackte_seele_sepia

alt oder jung, geworden.

Er hätte sich weiterhin mit dem Werden beschäftigt,

es beobachtet, erforscht und bezeugt.

Nicht von einer tristen Kammer heraus,

sondern aus einer reich gefüllten Schatztruhe, würde er erzählen.

„Die tote Stadt liegt am Ende einer langen, vielfach gewundenen Straße,

die immer wieder ihr Erscheinen verheißt, und deshalb so ermüdend lang wirkt…“

So steht es in „Hochzeit des Lichts“, einer Sammlung von Essays,

die sich mit dem menschlichen Sein und der Natur befassen,

wohlwissend, dass man unter ihnen nicht alles be- und erfassen kann.

Zu reichhaltig ist Mensch und Natur, Natur und Mensch, ihre ewigen Wechselbeziehungen,

ihre unzähligen Gewebe, die der Mensch oft nicht verkraften kann, die Natur schon.

 

So stünde Albert Camus vielleicht in Dschemila oder Tipasa, und würde sich weiterhin nach Gleichnissen umschauen

und sie entdecken.  Er würde weiterhin von den sichtbaren Lehren sprechen und immer noch

von den Naturgesetzen und Ewigkeiten.

Vielleicht würde er mehr denn je entsetzt sein, über den Verfall des Wissens, über die trübe Oberfläche,

über die irrwitzige Rasanz der heutigen Zeiten.

Der durch Flut und Ebbe geschliffene Kiesel, käme ihm wieder in den Sinn.

Albert Camus wüsste um den Unterschied, ob der Mensch durch die Natur oder Seinesgleichen,

geschliffen wird…

Advertisements