Worin besteht Reichtum, worin besteht Armut?                                                  camus_arme_sepia

Das Wasser glitzert in der Sonne, man nimmt kein Bad,

man leistet sich ein Bad, so erklärt Camus die Sprache

der Algerier. Die Jugend setzt aufs Fleisch.

Schönheit und Genuss. Eine kurze, heftige Blüte des Lebens.

Danach wird recht deutlich, der Abgesang eingeleitet und verwaltet.

Es gibt keine Klöster, keine Terrassen, keine Gemälde, keine Literatur, keine farbenreichen Landschaften.

Alles das, was vom Verfall ablenken könnte, fehlt.

 

Eine brutale Reduktion der Seinsmöglichkeiten

Die Hitze ist erbarmungslos, die Landschaft auch. Es fehlt an Arbeit und somit an Einkommen.

Dort ist es nicht die Entdeckung der Langsamkeit, es ist das Leiden an der Langsamkeit.

Nichts scheint sich zu bewegen. Eine Wüste des Lebens, gegen die nur das hohe Mantra der Wiederholungen

zu helfen vermag.

Wenn etwas Sicherheit suggeriert und teilweise schafft, dann sind es die Wiederholungen.

Sie setzen eine Struktur, bilden ein System. Ohne dergleichen, würde der Mensch Gefahr laufen, verrückt zu werden.

Ihm würde die Gnadenlosigkeit der Natur bewusst, die Aussichtslosigkeit der Gesellschaft, die keine Alternativen bietet.

Es gibt keine Spielräume, es gibt keine Fluchträume. Da bleibt nur der Glaube, der sich unter diesen Bedingungen

felsenfest ausbildet. Der Rest ist Palaver. Es gibt keinen Mythenreichtum wie in Europa, so Camus.

Diesen Luxus des Seins, hat die Sonne verbrannt.

Die harten Grenzen des Seins, führen in die Reduktion, leiten den Menschen in enge Bahnen,

zeigen ihm, was Sterben bedeuten kann und ist.

 

 

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