Algier, so schrieb Albert Camus,                                                       Tagebuch_camus_freiheit

„verlangt klare sehende Seelen,

die keinen Trost brauchen“.

Die Armenviertel sind untröstlich. Sie sind brutal.

Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben.

Ohne Glaube überlebt man nicht.

Vielleicht vegetiert man dahin, zerfällt ganz langsam,

blüht nie wieder auf, wie einst in der Jugend.

Es herrscht ein Mangel an vielem.

Was bleibt?

Camus weiter zu Algier:

„Es will, dass man sich zu seiner Klarheit wie zu einem Glauben bekennt.“

Und so geschieht es denn auch. Eine radikale Umgebung erzeugt extreme Strömungen.

Der Gleichmut ist trügerisch, das Palaver auch.

Unter der Oberfläche ticken Zeitbomben, halbaktive Vulkane, die jederzeit ausbrechen können.

Hätten einige Politiker und Militärs, Albert Camus gelesen, sie wären vielleicht nicht in den Krieg gezogen.

Aber, da Politiker und Militärs, in der Regel dumm sind, nach Macht streben und hegemonial ausgerichtet sind,

ziehen sie blind in den Krieg, wollen erobern und ausbeuten.

Sie könnten es wissen, mit wem sie es zu tun bekommen. Aber sie schauten und schauen stets weg,

sei es aus Eitelkeit, Ruhmsüchtigkeit oder schlichter Dummheit.

Lügen tun sie alle. Informationen werden manipuliert und frisiert.

Und dann schickt man naive Sunnyboys in den Krieg, die dann ausrasten und mit modernster Militärtechnik

Cowboy spielen dürfen, bis ihr Konvoi in die Luft fliegt.

Es geschah im Namen der Freiheit, werden beide Seiten behaupten.

Nur argumentieren und interpretieren sie anders.

Wessen Freiheit? Um wessen Freiheit ging es?

Was für eine Art von Freiheit?

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