I have a dream II

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Am Anfang steht ein Gedanke, vielleicht auch nur ein Wort,                   Rikscha_letter

dann entstehen Bilder im Kopf. Man skizziert einen Traum.

So könnte es sein, das wäre möglich, hier möchte ich hin.

Nein, es geht nicht um einen Mercedes, auch nicht um ein Haus,

sondern um eine Rikscha.

A moveable home, a silent horse, a steely donkey.

Es geht aber auch um Kultur und Literatur, es geht um Ansichten und Weltsichten.

Wer träumt, bereist die Welt …

I have a dream

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Träume sind Schäume? Keineswegs.                                                  Ballon

Wer nicht mehr träumt, wer sich nicht mehr sehnt,

hat schon verloren. Wovon wir auch immer träumen,

es treibt uns an, gibt Hoffnung, gibt uns Ideen,

gibt uns frische, lebendige Perspektiven.

Träume durchkreuzen den Alltag, lassen einen zum Horizont blicken,

sind andere Energiefelder als die Ratio, der Gleichklang und die Monotonie.

Sie bewegen, erweitern und beflügeln, wirken der Lethargie und der Trägheit entgegen.

Träume bringen Farbe ins Leben …

 

Es gibt Tage, da …IV

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Es gibt Tage, da hat man Alpträume.                                         rtl_sexy

Man schaut in tiefe Abgründe,

in menschenfeindliche Schluchten.

Der Lanzgraben, die Jauchegrube, das Kernerriff.

Der Sog ist enorm. Es brodelt und strudelt.

Ungeahnte Gipfel der Verblödung, mediales Wichsgeflimmer,

hochdotiertes Geschwätz, gebührenfinanziert und gebührentransportiert,

in Köpfe, die kaum noch hohler sein können.

Mindfuck.

Der Paragraf: Verbrechen gegen die Menschlichkeit – sollte neu definiert werden.

Krieg gegen den gesunden Menschenverstand, medial-total –

sollte fortan in Mainz, in München… und in Den Haag, verhandelt und verurteilt werden; hart und fair.

Wer die Gehirnzellen asphaltiert, sollte ein paar Jährchen  mit Schippe im Strassenbau verbringen, damit er wieder

lernt, was ehrliche Arbeit und Schufterei bedeutet, auch denkbar, Gartenarbeit in Moor- und Sumpfgebieten.

Journalisten sollten fortan eine Psycho-Hygiene-Prüfung ablegen müssen.

Ohne humanistischen Bildungsnachweis, kein Zutritt zur Schreibzone.

Es wird der Pulitzer-Eid, der Seichtberger-Paragraf  und das mediale Vergammlungsverbot eingeführt.

Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Geld- und Freiheitsstrafen. Wer geistige Kernspaltung betreibt, arbeitet

zukünftig in Atomkraftwerken oder Kläranlagen, damit er versteht, was Verstrahlung anrichtet…

 

 

 

 

 

Es gibt Tage, da …III

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Das Briefpapier liegt bereit,                                                                           Brief_H_nah_bike

der Kugelschreiber wird poliert, manchmal gespitzt.

Es ist ein Brief angekommen. Er verlangt nicht nach Antwort.

Da steht am Ende: „Liebe, Liebe, Liebe.“

Nein, der Brief ist nicht von einem sentimentalen Menschen,

wohl aber von einem bedürftigen geschrieben, und mal ganz

nebenbei, wer ist es nicht?

Etliche Briefe gingen hin und her. Das darf man in heutigen Zeiten wohl ungewöhnlich nennen,

zumal sich die Verfasser nicht mehr im Poesiealbum-Alter befinden, sondern davon schon reichlich entfernt sind.

Man liebt das Sitzen am Tisch, die Blätter, die Stille. Man liebt die Verinnerlichung und die Einkehr.

Und er schrieb, er würde das Denken lieben, ja, es würde ihm sogar Spaß bereiten.

Nein, er ist kein Spaßvogel, was man vielleicht annehmen könnte, eher ein Prediger, ein Seiltänzer,

ein Gratwanderer, der mehr oder weniger akribisch, die möglichen Abgründe auslotet.

Demzufolge ist er auch ein Arbeiter, ein Dachdecker, ein Angler, der schon den ein oder anderen Schiffbruch

erlebt hat.  Er ist jedoch kein klassischer Havarist, eher ein Kämpfer, manchmal ein Kampfschwein,

ein Kampfschwein, welches auch Briefe schreibt. Eigentlich schreiben Kampfschweine keine Briefe.

Diese Ungewöhnlichkeit ist wohltuend, da sie die eingestampften Pfade verlässt.

Die klassische Erwartung wird durchkreuzt, aufgehoben, gelindert und geöffnet. Es kann also in mehrere

Richtungen gehen. This is not a one-way-project, this is not a project, this is friendship.

Es gibt Tage, da …II

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Es gibt Tage, da denkt man über das Leben nach.                   camus_nackte_seele_sepia

Eine innere Reise als Folge einer äußeren Reise,

welche auch Alltag heißt, aber nicht nur.

Wohl geht es hier und da um Literatur,

aber sie ist längst nicht die einzige Spur,

welcher man nachgeht und nachspürt.

Unterwegssein kann viel bedeuten.

Wanderschaft in Gedanken. Klettersteig gesichert und ungesichert,

Aufstieg und Abstieg. Achterbahn. Zirkus. Ein Spaziergang im Grünen.

Ja, es gibt auch geistige Landschaftspflege, die jedoch im zeitgenössischen Wildwuchs keinen hohen Stellenwert

einnimmt.  Im Reich der Dornen und Schlingpflanzen, wird die Luft knapp, das Wurzelwerk ist nicht mehr sichtbar.

An der Oberfläche hört man Geschrei und Stöhnen, zuweilen auch Hilferufe.

Die blökende Herde zertrampelt die Setzlinge. Dauerbrunft mitten im Sumpf.

Man besäuft sich am Schwachsinn und geht unter, aber nicht alleine.

Der Umzug der Lemminge, mit und ohne Narrenkappe.

Labyrinthinische Zustände verwirren und verunsichern. Wo geht der Weg weiter?

Gibt es überhaupt noch einen Weg? Der ein oder andere Mensch, stellt sich die Sinnfrage, macht sich auf die Suche

nach den Fundamenten vergangener Zeiten, beginnt sie in mühevoller Kleinstarbeit freizulegen.

Archäologie des Geistes, eine Wissenschaft, die nicht emotionslos sein kann, die auch nicht ohne Blick

in die Geschichte möglich ist, derer sie sich versucht möglichst exakt anzunähern.

Wie verlief der Weg einst? Was gründet auf was?

Sisyphos und der Verdruss. Immer wieder aufs vermeintlich Neue.

Von den Umlaufbahnen zum Kern, von der Mündung zurück zur Quelle.

Wahrlich keine leichte Reise …

Es gibt Tage, da …

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Es gibt Tage, da schaut man sich um,                                   artfaces_paper

sitzt, kommt zur Ruhe, hält Einkehr

und zieht Bilanz.

Was war alles geschehen, was geschieht noch?

Wo ist zuviel, wo ist zuwenig?

Wo wurde zugehört, wo nicht?

Von Aufmerksamkeitsdefiziten bis Aufmerksamkeitsstörungen, von Hyperaktivität bis zur Fallgrube.

Wer gestaltet, wer verwaltet? Das Rad dreht sich rasant.

„Don’t stop me now!“ – so heisst ein Musiktitel.

Der Stoff, aus dem das Tempo ist, zentripedal und zentrifugal. Terminhatz, mit und ohne Airbag.

Aber, was nützt ein Airbag bei Tempo 200?

Die Sonne steht tief.

Karl K. meinte, dass selbst Zwerge bei diesen Lichtverhältnissen lange Schatten werfen

würden.  Bei wem es dennoch nicht reicht, der packt noch was drauf, begibt sich in einen Gebirgskessel

und berauscht sich am Echo. Danach klopft er sich auf die Schulter, bewirbt sich beim Burgtheater

und träumt seinem Größenwahn. Derweil pisst ein Köter auf Underdogs, erreicht der DAX Spitzenwerte,

kocht Tante Herta eine Gemüsesuppe und Harry sucht den Wagen. Wo stand noch der Wagen?

Das Vehikel ist plötzlich entschwunden.

Nach dem hohen Tempo kommt der Stillstand. Jeder Rausch findet sein Ende, jeder Galopp seinen

Wassergraben, jeder Größenwahn seine unvermeidliche Erdung, auch Bruchlandung genannt.

Und die Welt dreht sich trotzdem weiter …

Manchmal geb ich mir den “Steppenwolf ” IV

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Gibt es eine Pflicht,                                                                                                 kultbahn_uhr_sepia

gegen etwas anzuschreiben?

Hat der Autor eine Verantwortung?

Macht das Schreiben gegen Krieg, Hunger, Verletzung

und Verzweiflung, überhaupt Sinn?

Der „Steppenwolf“ hadert mit der Welt, zweifelt, ist verzweifelt.

Da trifft er plötzlich auf ein junges Mädchen, welches seiner Vergeistigung

ein Ende setzen will,  ihn auffordert, zu leben, zu tanzen, zu essen, zu schlafen.

Hermine, das Mädchen, fordert den Einzelgänger auf, Foxtrott zu lernen und mit ihr ein Tanzlokal aufzusuchen.

Sie fordert aber noch mehr vom „Steppenwolf“, sie fordert bedingungslose Gefolgschaft.

Das junge Mädchen gibt den Ton an, der ältere, vergeistigte Herr folgt ihr, bekommt die Leviten gelesen

und fühlt sich sogar wohl dabei, dass jemand in sein Gefängnis einbricht, dazu noch ein so hübsches Mädchen.

Seine Gitterstäbe hat er lange geschmiedet, aber das Mädchen lässt sich davon nicht beeindrucken,

sucht nicht lange nach einem Schlüssel, sondern bricht das Tor auf.

Natürlich gibt es Widerstände, aber Hermine setzt unbeeindruckt ihre Mission fort.

Sie fordert den „Steppenwolf“ auf, ein Grammophon und Schallplatten zu kaufen, gibt ihm Tanzstunden,

setzt eindeutige Kontraste im Namen der Lebenslust:

Fröhlichkeit, Unschuld, Leichtsinn, Schwung, Humor … das sind die Gegengifte,

die neuen Rettungsanker für den „Steppenwolf“.

Mit der Welt zu hadern, ist fortan verboten …

 

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