Das Briefpapier liegt bereit,                                                                           Brief_H_nah_bike

der Kugelschreiber wird poliert, manchmal gespitzt.

Es ist ein Brief angekommen. Er verlangt nicht nach Antwort.

Da steht am Ende: „Liebe, Liebe, Liebe.“

Nein, der Brief ist nicht von einem sentimentalen Menschen,

wohl aber von einem bedürftigen geschrieben, und mal ganz

nebenbei, wer ist es nicht?

Etliche Briefe gingen hin und her. Das darf man in heutigen Zeiten wohl ungewöhnlich nennen,

zumal sich die Verfasser nicht mehr im Poesiealbum-Alter befinden, sondern davon schon reichlich entfernt sind.

Man liebt das Sitzen am Tisch, die Blätter, die Stille. Man liebt die Verinnerlichung und die Einkehr.

Und er schrieb, er würde das Denken lieben, ja, es würde ihm sogar Spaß bereiten.

Nein, er ist kein Spaßvogel, was man vielleicht annehmen könnte, eher ein Prediger, ein Seiltänzer,

ein Gratwanderer, der mehr oder weniger akribisch, die möglichen Abgründe auslotet.

Demzufolge ist er auch ein Arbeiter, ein Dachdecker, ein Angler, der schon den ein oder anderen Schiffbruch

erlebt hat.  Er ist jedoch kein klassischer Havarist, eher ein Kämpfer, manchmal ein Kampfschwein,

ein Kampfschwein, welches auch Briefe schreibt. Eigentlich schreiben Kampfschweine keine Briefe.

Diese Ungewöhnlichkeit ist wohltuend, da sie die eingestampften Pfade verlässt.

Die klassische Erwartung wird durchkreuzt, aufgehoben, gelindert und geöffnet. Es kann also in mehrere

Richtungen gehen. This is not a one-way-project, this is not a project, this is friendship.

Advertisements