Zugegeben, es geht einem schon mal                                        clownerie

einiges auf den Zeiger. Auch kommt es vor,

dass die vermeintlichen Erträglichkeiten in

Unerträglichkeiten verwandelt werden.

Eine Ausnahme entwickelt sich nicht nur zur Regel,

sondern auch zu einer grausamen Mechanik.

Der Facebook-Kompott verursacht Durchfall.

Über zwei Katzenfotos würde sich niemand beschweren, aber sie bombardieren einen mit ihren Miezen. Klein Jenny spielt mit Wollknäuel, Luzi frisst Schisskas,  Lolita verführt den Kater, Schnuzi heisst jetzt Roberta…etc. Gerne möchte man die Flak aus dem Keller holen, um tausende Vögelbilder vom virtuellen Himmel zu schiessen, einschließlich der dümmsten Sprüche, die als Streubomben im Internet unterwegs sind.

Es herrscht der Banalverkehr.

5000 Grüsse am Morgen:

„Moin Moni!  Heinz, bist schon wach?  Guten Morgen ihr Lieben. Ach, mein Süsser! Gähn! Hört mich jemand? Kaffee fertisch, oder auch fettisch. Es dampft hier, guten Morgen. Hatte einen Alptraum. Hier pisst es. Ihr seid so lieb. Was täte ich nur ohne euch…?!

Solch emotionaler Segen am frühen Morgen, da fällt einem Roberta Flack ein: „Killing me softly!“  Warum softly? Nun, so geht es den ganzen Tag. Eine Milliarde Esel dreschen das Getreide. 100 000 wollen nicht im Kreis gehen, machen sich dadurch verdächtig, stören den reibungslosen Ablauf der Mühle. Die Aktie liegt jetzt bei um die 50 $, gestartet mit etwas über 30. Der Handel mit dem Blödsinn funktioniert. Das tat er schon immer, er war dem Intellekt in seiner Wirkkraft stets überlegen.

Es sind die einfachen Bilder, die das Hirn regieren, auch sprachlich gesehen.

Alleine schon das Wort – Twitteratis – muss von einem Fachmann für Blödsinn kreiert worden sein. Die Zwitschergemeinde. Der Shitstorm. Die Welle.  Zwischendurch, so ab 11:00 Uhr, fragt jemand: „Gehts Dir gut?“ Mittlerweile haben alle ihren Rausch ausgeschlafen, ist der virtuelle Stammtisch gut bevölkert. Auch die Redaktionen der Leitmedien mischen jetzt mit. Wohin treiben wir die Herde heute, auf den Zucker- oder auf den Müllberg…?

Der Irokese beweint das Internet, ihm sei sein Paradies abhanden gekommen. Dream is over, der Rausch auch, zumindest bei Lobo. Ob das wohl ein Künstlername ist? Hey Indianer, what’s goin‘ on? Erst feiern und dann über den Kater heulen, das ist wenig indianisch. Derweil sind die Hundeführer vom Gassigehen zurück. Beeindruckende Berichte in prägnanter Kurzform:

„Habe Kot gefunden…!“

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