to write is to be V

2 Kommentare


Was wäre das Schreiben ohne Fantasie?                                                 den_diary_beach

Es ist ein kaum abschätzbares Gut,

sich eine Welt nicht nur schreibend zu erschließen,

sondern sich eine eigene Welt zu erschaffen.

To write is to dream.

Jedem seinen Realismus, aber auch jedem seinen Traum.

Dort ist das Fliegen erlaubt, werden Gedanken zu Wellen,

öffnet sich der Horizont, öffnen sich Landschaften, die so eigen sind, wie es jeder Mensch ist. Dort entfachen sich Vorstellungskräfte, blühen Ideen, werden Wünsche und Sehnsüchte entfacht.

Die Fantasie erlaubt, die Realität begrenzt.

Schnell ist man beim kindlichen  Gemüt wie auch beim Traumtänzer. Hier gibt die Leidenschaft den Ton an und lässt sich nicht von der Vernunft bremsen, noch blockieren. Hier wird Schreiben zum Aufbruch in unbekannte Welten, legt sich das Gemüt in die Sonne und träumt sich fort. Eine klare Absage an einen puren Funktionalismus, eine Absage an eine verkopfte Ordnung, die der Natur nur ein mitleidiges Lächen abringt, es aber ständig versucht, eine Art Überhand zu gewinnen. Aber die Natur lässt sich nicht kasernieren und auch die Fantasie nicht. Was manche als Selbstheilungsversuch an den Start bringen, nämlich die Welt in feste Muster aufzuteilen, die Vielfalt einzudämmen, dieser Versuch führt nicht nur zur Verarmung, er führt zum Scheitern. Die feste Grenzziehung, die auf Starre und Einfalt basiert,  schafft Konflikte, erzeugt Enge.

Träume hingegen fliegen …

 

 

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

Spenden können Sie hier.

 

 

to write is to be IV

Hinterlasse einen Kommentar


„Schreiben Sie nur über etwas,                                                             husum_Zeit_sepia

was Sie selbst erlebt und erfahren haben“,

sagte einst ein weltberühmter Schriftsteller,

in Zeiten, wo sich Bücher noch über Jahre entwickelten,

wo sie reifen durften, wie eine Frucht am Baum.

Der Schreiber malt mit Worten

und sollte mehr als die Grundfarben in seiner Palette führen,

sollte ein guter Beobachter der Szenerien sein, ein guter Zuhörer.

Dann kann er, wie man sagt, aus dem Vollen schöpfen. Und wer aus dem Vollen schöpfen will, sollte Zeit mitbringen. Nachdenken braucht Zeit, Denken noch viel mehr. In diesem Falle spricht man auch von Geistesarbeit. Aber das Schreiben ist nicht nur Geistesarbeit, sondern Gefühlsarbeit. Albert Camus grüsst mit Sisyphos, Henry Miller mit klimatisierten Alpträumen, Jack Kerouac mit Abenteuern auf der Strasse des Lebens.

„ON THE ROAD.“

Und spätestens auf dieser Strasse wird nicht mehr von Arbeit, sondern von Abenteuer gesprochen, und nicht nur gesprochen, sondern es wird gelebt, erfahren, erlitten und befeuert.

„Kein Licht ohne Flamme“, sagte einst Albert Camus.

Und jede Flamme braucht Sauerstoff…

 

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

Spenden können Sie hier.

 

to write is to be III

Hinterlasse einen Kommentar


Schreiben ist Erinnerung, Rückblick,

ein Tauchgang in die Vergangenheit,

um eine Gegenwart zu erschaffen,                                      cup_Auge

die auf eine Zukunft hinweist.

Da erscheint es nicht übertrieben,

wenn Hemingway und andere Autoren,

die Schriftstellerei mit einem Kampf,

einem Ringen um Meisterschaft vergleichen.

Es gibt Leicht- und Schwergewichte. Ein jeder folgt seiner Aufgabe, seiner Berufung und seiner Erfahrung. Letztere ist ureigen, somit kaum vergleichbar, noch weniger zu bewerten im Sinne eines abschließenden Urteils.  Es gibt Schriftsteller, die provozieren, unterhalten, kriminalisieren, kaspern, politisieren, beschildern, plakatieren, sezieren, besingen, dominieren, revolutionieren, flankieren, und manche tun sich verlieren. Es gibt die Bergsteiger und die Abfahrtsläufer, es gibt Buchdeckelverkäufer und schreibende Säufer. Der eine sucht, der andere findet. Mancher reist durch Gedankenwelten, andere folgen einer Spur. Es gibt die schreibenden Packesel und die kreischenden Möwen, die schnatternden Gänse und die gierigen Geier, die Spitzschnäbel und die Stumpfmäuler. Hier ein lachendes, dort ein weinendes Auge.

Jeder blickt zu seinem Horizont …

 

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

Spenden können Sie hier.

to write is to be II

Hinterlasse einen Kommentar


To see or not to see?                                                                   Mutworte

that’s the question.

You look around and what you’ve found?

Everybody is bound.

If you are free to see, you’ll be in tragedy.

Say it clear without fear.

Schreiben ist eine Expedition des Geistes, einer jeden Zelle, von der Quelle bis zur Mündung. Von eisigen Höhen bis in die Wüsten, von den Flussläufen bis zum Meer der Erfahrungen. Schritt für Schritt, einem ungewissen Horizont entgegen, dessen Perspektiven vielfältig und vielschichtig sind. Hier ein Holzschnitt, dort filigrane Feinstarbeit, dort ein Schrei, hier ein Hauch von Ahnung und Gespür. Den Melodien des Seins lauschen, Schwingungen vernehmen, Bilder betrachen. Linien begegnen Formen, Konturen lösen sich auf.

Der Kugelschreiber wird zum Eispickel am K2, zum Ruder am Yukon.

Eine Reise ohne Lotse, aber mit Verstand, vielleicht jenseits der Vernunft? Denn die Vernunft spielt am K2 eine untergeordnete Rolle und wird vom Yukon belächelt…

 

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

Spenden können Sie hier.

to write is to be

Hinterlasse einen Kommentar


Dem schreibenden Sein das Wort gesprochen,                              diary_kontaminierung_sepia

auf allerlei Arten, der Vielfalt verpflichtet.

So wird belichtet und nicht anders.

Versus dem Schubladendenken, entgegen dem

niederen Lied der stringenten Kathegorisierung.

Dem Marktdiktat die rote Karte, der Verramschung des Geistes

eine klare Absage, so auch den unsäglichen Kaspertiraden, die geistzerstörend wirken.  Es wird sich flächendeckend zugekaspert und später gejammert. Man beklagt Sinnkrisen, Irrsinn, Tragödien, Hohlbirnen und einen Konsumterror der dümmsten Gedanken und deren Schranken. Und so blöken und jammern sie über das, was sie selbst alltäglich unterstützen und fördern, ohne bereit zu sein, selbst etwas zur Kursveränderung beizutragen.

Es sei schade um die Opfer, bekennen manche, und bohren sich weiterhin in der Nase.

Andere beten zu Gott, aber der wird es auch nicht richten. Gott hat schon längst abgedankt. Eine tragische Figur mit Heilsversprechen, die nicht eintrafen. Das Paradies ist nicht nur fern, es ist tot, so tot, wie ein See neben einer chemischen Fabrik, die geistige Kontaminierung im Sekundentakt produziert. Der Markt wird es richten, der Markt wird köpfen und massakrieren. In dieser Angelegenheit ist Wachstum garantiert. Das kann man auch negative Rendite nennen, bei der die einen mit Schwachsinn horrende Summen an Geld verdienen, während andere händeringend nach Sinn suchen und sich ohnmächtig fühlen, angesichts dessen vorsätzlicher Zerstörung. Die meisten Opfer gehen still und leise zugrunde, ein langsamer und schleichender Prozess, der den Tätern kontinuierlich satte Gewinne beschert. Es geht um Macht, Meinungshoheit und Ignoranz. Diese Trias erzeugt ein Klima der Angst, schürt Misstrauen, sät und fundiert Entsolidarisierung. So baut man Mauern, so baut man Gefängnisse…

 

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

Spenden können Sie hier.

Die Tagebücher der Anais Nin VI

Hinterlasse einen Kommentar


Wer schreibt, der geigt.                                                                            Nin_klarsicht_totale

Alles Schreiben ist auch Aufführung,

Reflektion und Option.

In Worten gemalt, skizziert, gehämmert, gezimmert.

„Je mehr sich der Zustand der Welt verschlimmert,

desto eifriger versuche ich, eine innere Welt zu schaffen,

eine intime Welt, in der sich bestimmte Eigenschaften erhalten mögen.“

(Anais Nin, Tagebücher 3)

Somit ist das Schreiben auch ein Ringen mit Zeitgeist und Gefühlen, mit dem Ziel, Klarsichten zu erschaffen. Unter der notwendigen Prämisse von Freiheit, vor allem einer inneren Freiheit, gilt es menschliche Prozesse auszuloten und auszuleuchten. Dazu bedarf es der Fähigkeiten der Reflektion und der Analyse, zumindest dann, wenn Schreiben sich selbst nicht als bloße Unterhaltung versteht, die sich zum Konsumartikel erniedrigt.

Zeitgeschehen I

Hinterlasse einen Kommentar


Ständig passiert was,                                                                     Affen_nah

und manche wissen genau, was passiert.

Auf der Krim, gibt so mancher den Grimm.

Wer will wohin?

Heim ins Reich, raus aus’m Reich.

Geschichtsverdruss-Sein, Grenzenverschieber.

Terretorialhunger. Besitzansprüche. Inseldasein.

Ach, das Vergessen, wie schön es doch ist.

Was wäre der Mensch ohne sein Vergessen? Was war damals, was war gestern? Alles nur noch parolisierte Geister. „Was kümmert mich das Geschwätz von gestern?“ Heute wird die Landkarte neu gestaltet. Was man bestenfalls verwaltet, ist eine dürftige Erinnerung, über die man ein Radiergummi zieht. Es quietscht etwas, es schmerzt der Klang, aber auch das ist bald vergessen. Die Leichen kommen in den Keller und dann widmet man sich wieder dem Zeitgeschehen. So wähnt man sich am Puls der Zeit, das suggeriert Sicherheit.

Hauptsache, man ist dabei, so die Vorstellung, auch, wenn man gar nicht dabei ist.

Alles geht schnell, rasant, flink, hektisch. Die Proportionengestaltung gleicht einer atemberaubenden Zirkusnummer. Aufschwung und Abschwung, Inflation und Deflation, Vorposten und Restposten. Und dann kommt das Sonderangebot: 3,5 Jahre Haft für 28, 5 Millionen Euro Fiskusschuft oder Fiskusflucht. Er war eben ein guter Mensch, das hört man aus dem nahen Umfeld, einer, der auch mal Würstchen für die Armen spendiert hat, der auch mal gefragt hat:

„Was brauchst du?“

Ein aktiver Mensch mit Gestaltungsformat, ein Macher, ein Winner-Typ, oft heiss wie Frittenfett, mit der Gabe einer Abrissbirne versehen, für die keine Mauer zu dick war. „Hoppla, jetzt komm‘ ich!“  „Da muss man durch!“ „Ich geh‘ da rein!“

Und was kommt raus?

Es waren 155 Millionen Euro, die zur freien Verfügung standen. Wie kommt ein einzelner Mensch zu 155 MillionenEuro?

 

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

Spenden können Sie hier.

Older Entries