Der Mensch stirbt mehrere Male,                                           Paris_Maler_dernbach

bevor das große Finale kommt.

So ist die Kindheit schon

ein Sammelsurium aus Illusionen, Hoffnungen

und Enttäuschungen.

Anais Nin blickt zurück, erkennt die Diskrepanzen zwischen einstigen Vorstellungen und der Wirklichkeit. In diesem schmerzhaften Prozess wird die große Sehnsucht nach ihrem Vater deutlich. Sie durchlebt ihre eigene Entwurzelung, ihre Selbstzweifel, ihre Ängste.

„Wenn der Mensch entwurzelt (…) wird, welkt er eine Zeitlang. Jedesmal ängstige ich mich und meine, der Zustand werde ewig dauern.“  

( Anais Nin, Tagebücher 3, S. 109 )

Sie kämpft gegen ihre Entwurzelung an, schreibt sich Menschenliebe, Loyalität und Kreativität auf ihre Fahnen. Anais Nin möchte ihr eigenes Bild herausarbeiten, ihr Ich. Damit begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise zwischen Ich und Du. In Paris lernt sie den Schriftsteller Henry Miller kennen und ist beeindruckt von dessen mutiger, provokanter und sexueller Literatur. Dieser Mut, zu sich selbst zu stehen, zieht sie an. Miller reißt die Fassaden nieder, zertrümmert schonungslos die vermeintlich heile Welt, die mit Lügen gepflastert ist. Der Schriftsteller ist auf seine Art entwurzelt, ein Flüchtling, der Amerika angewidert verlassen hat. Er geht volles Risiko, gibt seine Arbeit in einer großen Telegrafengesellschaft auf und lebt ein karges, wildes und chaotischen Dasein in Paris. Zu dieser Zeit führt Anais Nin ein gut abgesichertes Leben, ist mit einem Banker liiert, der ihr alle materiellen Sicherheiten bietet.

Die Literatur von D.H. Lawrence wird zunächst das gemeinsame Bindeglied zwischen Nin und Miller. Dieser Treibstoff verfehlt seine Wirkungen nicht…

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