Eigentlich dreht sich alles um Liebe,                                             nin_klarsicht_nah

zu dem Schluss kann man kommen,

wenn man die Tagebücher von Anais Nin liest.

Es geht immer wieder um Sehnsucht, Leidenschaften,

Verlustängste, Hoffnungen und Auflösungserscheinungen.

Aus Enttäuschung wird Begehren und aus Begehren wird

Enttäuschung.

Dabei sind die grundlegenden Ereignisse der Kindheit und Jugend, von zentraler Bedeutung. Bei genauem Hinschauen findet Anais Nin ihre Transformationen, ihre Fortsetzungen und ihre Zementierungen. Sie wehrt sich mit den Mitteln der Analyse und der Kreativität, gegen Rationalisierung und Idealisierung. Auf diesem Wege erlebt sie „die Tragödie der Klarsicht“, denn nicht wenige Menschen in ihrer Umgebung ziehen es vor, ihre gewachsenen Strukturen in anderen Gewändern fortzusetzen oder bleiben träge, stumpfsinnig und selbstgerecht, bei den alten Mustern. Das führt zwangsläufig zu Reibungen und Konflikten, zu neuen Begehrlichkeiten und Enttäuschungen, bis hin zum Chaos.

Das Mittel der Liebe zur Heilung  seelischer Wunden, ist stets bedroht durch Destruktivität.

Für Anais Nin gibt es keine guten und bösen Menschen, sondern sie fragt, ob ein Mensch destruktiv oder konstruktiv ist? Es kommt also auf Haltungen und Einstellungen an, die in Taten erkennbar sich abzeichnen. Als Schriftstellerin und Analytikerin, achtet Anais Nin besonders auf die Kommunikation. Was wird in den Mittelpunkt gerückt, was verschwindet? Wo und wie, wird Stellung bezogen? Wie steht es um die Beteiligung und Nichtbeteiligung? Wer ist aktiv und passiv? Und welche Motive gibt es dafür?

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