Der Blick zu und die Erfahrung                                         camus_freiheit_schönheit

mit anderen Kulturen,

ist ein wichtiger Gradmesser,

möchte man etwas mehr über das Wesen

der Freundschaft verstehen.

Eine grundsätzliche Haltung

ist die Beachtung des Entgegenkommens und der Gleichberechtigung. Jemandem entgegenkommen, ihn aufsuchen und ihm begegnen, das sind nicht nur Grundhaltungen von Freundschaft, das sind die Hauptmotivationen, die eine Freundschaft von einer Alltagsbeziehung unterscheiden. Man freut sich darauf den anderen Menschen zu sehen, teilt nicht nur die Zeit, sondern auch das Erleben und die Befindlichkeiten. Man erzählt wie es einem geht, mal mehr mal weniger, aber das ist gerade das Schöne an der Freundschaft, dass man sich gegenseitig austauscht. Hiebei kommen unterschiedliche Ebenen zum Zuge.

Freundschaft ist grundsätzlich keine Einbahnstrasse

Es gibt Kulturen, die sich gerne des Smalltalks bedienen. Er ist eine Art Einleitung, Entlastung und Raumöffnung. Man könnte ihn auch Ouvertüre nennen. Ein Fehler ist es, wenn man meint, dieser Smalltalk sei Ausdruck und Spiegelung von Oberflächlichkeit oder mangelndem Wissen. Nicht nur die Briten beweisen das Gegenteil. Der Smalltalk ist ein Ritual und in jeder Freundschaft gibt es eine Vielzahl von Ritualen. An ihnen lässt sich erkennen, was die Freundschaft ausmacht und bestimmt, inwieweit welche Qualitäten vorhanden sind. Rituale geben Sicherheit und schaffen Vertrauen. Ein Übermass an Ritualen hingegen, verhindert das Fliessen, die Lebendigkeit und die Wirksamkeit.

In vielen Kulturen gibt es ausgeprägte Formen der Höflichkeit, die es zu beachten gilt,

die man zunächst erst einmal kennen muss, sollte man sich auf fremdes Terrain begeben wollen. Die Höflichkeitsformeln gelten aber auch für jede Art von Freundschaft. Gerade in arabischen, asiatischen und afrikanischen Kulturen, empfiehlt es sich diese einzuhalten. Die ein oder andere Missachtung wird dem Fremden verziehen, weil man ihm Unkenntnis unterstellt, in der Freundschaft unter Gleichen jedoch, ist die Einhaltung dieses Kodex Pflicht. Ein weiterer zentraler Gesichtspunkt der Freundschaft ist die Wechselseitigkeit. Auch das ist altes Menschheitswissen, tradiert und zelebriert, seit Jahrtausenden. Einseitigkeit kommt bei Hilfsbedürftigkeit zum Zuge, ansonsten steht über der Freundschaft das Wort und die Tat, im Sinne von reziprokem Wollen und Verhalten. Dabei geht es nicht um späteres Aufrechnen und Verrechnen, sondern um die Erkenntnis, dass  die Waage stets austariert werden muss. Auch das ist ein Ritual, ein freundschaftsrelevantes, welches für Wohlgefühl sorgt.

Was der jeweilige Freund oder die jeweilige Freundin, auf die Waage legt oder in die Freundschaft einbringt, ist naturgemäss verschieden. Jeder steuert etwas anderes bei, weil jeder über andere Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügt. Man schätzt sie, erfreut sich an ihnen.

Wahre Freundschaft lebt Vielfalt anstatt Einfalt …

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