Fernsicht II

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Vom sicheren Hafen aus,                               husum_goodewind

lässt sich gut schauen.

Dort wird Seemannsgarn gesponnen,

ein Leuchtfeuer entzündet,

welches den Schiffen hilft,

ihren Weg zu finden.

Klippen gibt es unter und über Wasser.

Hier und da, empfielt sich ein Lotse, nur muss man dem vertrauen. Er kennt die Untiefen, die Meeresenge, die Sandbänke. Wer jedoch auf einem Seelenverkäufer anheuert, der hat schlechte Karten, segelt nicht nach Kompass und Sternen, sondern segelt gen Meeresgrund. Wenn der Schrei ertönt:

„Riff voraus!“

ist es meist zu spät. Dafür muss man nicht die Geschichte der Titanic bemühen, das gilt für das Leben allgemein.

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Fernsicht

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Man verändert die Fernsicht,                dage_coastwalk

indem man sich auf den Weg macht.

Ob nun räumlich oder gedanklich,

Bewegung ist das, was zählt.

Danach hat man etwas zu erzählen.

Der Norden ist von jeher in Bewegung. Wind und Wellen, die frische Brise, die allzu starre Gedanken in Bewegung bringt. Vom Schimmelreiter bis zum Deichgrafen, von Heidi Kabel bis zu Gosch. Dazwischen der blonde Hannes, der darum bittet:

„Kapitän nimm mich mit auf die Reise…“

Diese Reise beginnt mit dem ersten Schritt wie jede andere auch. Am Anfang war das Meer. Es war offen, weit und endlos. Man konnte sich darin verlieren und zugleich finden. An manchen  Tagen war es ruhig, dann aufgepeitscht und stürmisch. Woher die Strömungen kamen, war nicht immer zu erkennen. Selbst erfahrene Seefahrer haben nie den Respekt vor dem Meer verloren. Es ist kein Ort für Hasardeure, noch für Landratten. Wetterfest am Steuerruder, Segel setzen, Segel einholen.

Auch bei stürmischem Wind gilt es Kurs zu halten …

“Die Welt des Sexus” Henry Miller II

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Wie Welt als Chaos,                   miller_sexus_zivil_unschuld

Monster,

als gefräßiger Drache.

Willkommen im Irrgarten,

den jeder mehr oder weniger

bepflanzt und durchschreitet.

Henry Miller schaut aus Mikro- und Makroperspektive, zerteilt und vergrößert, bewässert, düngt und eleminiert.

Der Feind sitzt in einem selbst – so eine seiner zentralen Aussagen.

Ohne eine eigene „Beichte“, wird der Mensch nicht weit kommen. Das Grauen ist nicht nur in der Welt zuhauf vorhanden, nein, vor allem in jedem von uns selbst. In jedem steckt mehr oder weniger ein „Mörder“, so Miller. Jeder trägt zumindest eine Mitschuld an dem Chaos  und dem Irrsinn. Zwar sieht er den Menschen als Teilchen im Getriebe eines gnadenlosen Systems, mit dem er abrechnet, aber dennoch appelliert er an die Selbstverantwortung für das eigene Werden.

Es gilt sich wieder in Richtung Unschuld zu bewegen, diese wenn nötig, kompromisslos anzusteuern.

Dabei erteilt er den Moralisten eine klare Absage, die den Schuldkomplex ständig befeuern und züchten. Sie weisen mit ihren überdimensionierten Zeigefingern immer weg von sich selbst, blockieren und sabotieren jeglichen persönlichen Fortschritt. Sie sind die leibhaftigen Erzeuger von Furcht und Angst, Sünde und Schuld. Ihre ständigen Anklagen und Forderungskataloge, verengen nicht nur Handlungsräume, sie entziehen den Sauerstoff, ersetzen den freien Blick durch eine wie immer geartete Mauer.

Und an dieser Mauer treffen sich „die normalen Irren“, die sich an Status und Sicherheit klammern. Dort findet der erbarmungslose Kampf um das Fressen oder um die Reste statt. Gegenseitige Entwürdigung und Missachtung, Gemetzel und Anklage. Im wahrsten Sinne des Wortes, eine Anklage- und Klagemauer.

Henry Miller fordert den Menschen auf, die Sackgasse zu verlassen …

 

„Die Welt des Sexus“ Henry Miller

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Der amerikanische Autor

Henry Miller, miller_sexus

bekannt für die etwas härtere Gangart

in Sachen Literatur, wurde 1891 in

Brooklyn /New York geboren.

Autobiografische Bücher

sind sein Markenzeichen,

was jedoch nicht falsch zu verstehen ist.

Kreisläufe, Spiralen, Fragmente, Geistesblitze…etc.; Miller nahm sich schon immer die Freiheit, seine Bücher stilistisch offen zu kreieren, ohne besonderen Wert auf Linearität und historische Reihenfolge  zu legen. Der Freistilschreiber aus New York, bekam mit seinem Buch „Wendekreis des Krebses“ das Label eines Sex-Gurus verpasst, welches ihm einige Scherereien einbrachte, aber auch später die Verkaufszahlen in die Höhe trieb. Sexus und Tod, sind die wiederkehrenden, die zentralen Ausgangs- und Drehpunkte.

Wer in „Die Welt des Sexus“ wilde Vögelei-Szenen erwartet, sollte sich besser woanders umschauen.

Das Buch ist eher ein Kompass für die menschliche Reise durchs Leben, ein Blick auf Klippen und Abgründe, Gipfel und Ozeane. Der Mensch rudert, kriecht, kämpft, irrt im Labyrinth. Ein gieriges Streben nach allem Möglichen, das erkannte Miller schon 1940 als er begann, die Essenzen seiner Beobachtungen und Erfahrungen aufzuschreiben. Status. Ruhm. Macht. Überlegenheit. Kampf. Krieg. Gottes Gunst. Schicht für Schicht, nimmt er sie ins Visier, hält Rückschau, blickt voraus, setzt aber auf die Gegenwart, den Augenblick.

Der Augenblick ist das, was zählt.

Er kann ein ganzes Leben erzählen, aufzeigen und beschreiben, aber nur denjenigen zugänglich sein, die offen und interessiert am Menschen sind und ihre eigenen Schiffbrüche bewusst durchlebt haben. Mehrere Male sei er in seinem Leben gestorben, so bekannte Miller einst an anderer Stelle. Ohne dieses Sterben, bleibt das Tor zur Freiheit für den Menschen verschlossen. Hemmungen und Ängste, das sind die zentralen Bremsen des Seins. Miller glaubt an den Wert der Selbstoffenbarung, konsequent im Dienste des Selbsterkennens. Das ist nichts für Kontrollfetischisten und Angsthasen, auch nichts für vermeintliche Gladiatoren, die laut Miller absurd sind und längst ausgedient haben.

Nur hat diese Welt das noch nicht begriffen …

 

Es gibt Tage, da …V

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Manche reden vom Neubeginn,              white_page

andere von Veränderung.

Einen Ort kann man wechseln,

die Geschichte nicht.

Wohl verändert sich die Geschichte,

entwickelt sich weiter,

ihr Fundament aber bleibt bestehen.

Versuche, die Basis zu negieren,

Ursprünge auszuradieren,

führt nach Absurdistan und Diskrepanzien. Ein Sammelsurium aus Spaltungen entsteht, auch Abspaltungen genannt. „Worte sind wie Schall und Rauch“, so sagt man. Auf die Taten kommt es an. Aus ihnen entstehen Fundamente und zerbröseln sie zugleich. Gibt es einen Willen, und wenn ja, wozu? Woraufhin zielt Handeln ab?

Der Uhrzeiger dreht sich weiter, die Lebenszeit schreitet voran, man könnte auch sagen, sie nimmt ab.

Was von der Geschichte übrig blieb …

kann Aussage und Frage sein.

Es gibt Tage, da …IV

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Siegfried Lenz ist tot –                     Arundhati_roy

„Deutschstunde“.

Er meinte sinngemäss,

es ginge ihm um Geschichten

und Beschreibung,

nicht um Bewertung

und Kathegorisierung.

Das leitet sich aus seiner eigenen Lebenserfahrung ab, einer Existenz in einem rigiden System, wo der einzelne Mensch nicht mehr wahrgenommen wird, wo er nicht mehr zählt.

Stichwort: Menschenverachtung

Dazu gehört: Hass, Machtdemonstration, Rationalisierung, Idealisierung, Vergötterung, Radikalität, Glorifizierung, Gleichgültigkeit, Unterdrückung, Verrat und Verfolgung.

Extremismus bringt Extremismus hervor, Härte wird mit Härte, beantwortet.

Diese Abhängigkeitsverhältnisse aufzulösen, haben sich viele Schriftsteller und Künstler auf ihre Fahnen geschrieben, weil sie das Elend, welches aus Radikalität erwächst, hautnah erlebt und darunter gelitten haben.

„Wehret den Anfängen“ – ist ein gängiges Zitat, welches darauf verweist, sensibel für Formen der Gewalt zu sein, von denen es zahlreiche Modelle und Facetten gibt. Es beginnt schon im Kleinen, wo Macht und Überlegenheit demonstriert und exerziert wird.

Bananenrepublik und Diktatur, beginnen im eigenen Kopf.

„Der private Stammtisch“ bewertet und zensiert die Welt…und das nicht nur in einer Kneipe. Tiefenreduzierte Wutbürger konfrontieren nicht sich selbst, verzichten gerne auf Selbstbefragung und Selbstreflektion. Dann doch lieber auf die Welt zeigen und sie erklären und bewerten.

Ja, wenn sie könnten …

„Großer Meister, wann warst Du in Timbuktu, Sierra Leone, Laos, Georgien, Syrien, Nepal, Tunesien, Griechenland, Mali, Pakistan, Australien, Bahrein, Brunei, Algerien, Indonesien, Finnland, Lappland, Frankreich,  Indien, Kanada, Alaska …?“

„Hab ich im Fernsehen entdeckt …“

Es gibt Tage, da …III

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„Gehts ’ne Nummer kleiner?“   Krisenherd_Siegen_Dernbach

fragt man sich öfters.

Bundeswehr, Thema: Asyl,

Rüstungsgüter, Scheindebatten,

Ablenkungsquatsch.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen abschalten, sich aus möglichen und denkbaren Diskursen zurückziehen oder ganz verabschieden. Milliarden von Euros werden dilettantisch und wie selbstverständlich in den Sand gesetzt, während andere Menschen in beträchtlicher Anzahl unter Armut leiden.

Hier wird mögliche Zukunft nicht nur aufs Spiel gesetzt, sondern vorsätzlich zerstört. Eine eingelullte Gesellschaft schaut biedermännisch den Brandstiftern zu, wie diese den sozialen Frieden der Gesellschaft gefährden. Täter in Nadelstreifen, käufliche Politiker, unglaubwürdige Kirchen, saft- und kraftlose Journalisten. Wer soll da dem Bürger noch glaubhafte, motivierende Orientierung geben, wer soll da noch sinnstiftend wirken?

Wenn von oben, die falschen Signale gegeben werden, was können die, die unten sind, damit anfangen?

Unten wird nicht völlig anders agiert als oben. Was vermeintliche Eliten vorleben, wird weiter unten auch gerne als Freibrief im kleineren Rahmen benutzt. Eine Mischung aus Beton und Teflon, ein Singsang der Gleichgültigkeit oder Aggression.

Ist man wirklich noch involviert oder beteiligt?

Den Kräh-Hannes gibt es oben wie unten, den Schmierlappen auch. Prinzessinnengehabe und zänkische Weiber, Manipulateure und Saboteure, sind in allen Schichten vertreten. Zweifellos sind die Spannungszustände gewachsen, die Krisenherde auch.

Mit welchen Geisteshaltungen wird auf sie reagiert?

 

 

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