Siegfried Lenz ist tot –                     Arundhati_roy

„Deutschstunde“.

Er meinte sinngemäss,

es ginge ihm um Geschichten

und Beschreibung,

nicht um Bewertung

und Kathegorisierung.

Das leitet sich aus seiner eigenen Lebenserfahrung ab, einer Existenz in einem rigiden System, wo der einzelne Mensch nicht mehr wahrgenommen wird, wo er nicht mehr zählt.

Stichwort: Menschenverachtung

Dazu gehört: Hass, Machtdemonstration, Rationalisierung, Idealisierung, Vergötterung, Radikalität, Glorifizierung, Gleichgültigkeit, Unterdrückung, Verrat und Verfolgung.

Extremismus bringt Extremismus hervor, Härte wird mit Härte, beantwortet.

Diese Abhängigkeitsverhältnisse aufzulösen, haben sich viele Schriftsteller und Künstler auf ihre Fahnen geschrieben, weil sie das Elend, welches aus Radikalität erwächst, hautnah erlebt und darunter gelitten haben.

„Wehret den Anfängen“ – ist ein gängiges Zitat, welches darauf verweist, sensibel für Formen der Gewalt zu sein, von denen es zahlreiche Modelle und Facetten gibt. Es beginnt schon im Kleinen, wo Macht und Überlegenheit demonstriert und exerziert wird.

Bananenrepublik und Diktatur, beginnen im eigenen Kopf.

„Der private Stammtisch“ bewertet und zensiert die Welt…und das nicht nur in einer Kneipe. Tiefenreduzierte Wutbürger konfrontieren nicht sich selbst, verzichten gerne auf Selbstbefragung und Selbstreflektion. Dann doch lieber auf die Welt zeigen und sie erklären und bewerten.

Ja, wenn sie könnten …

„Großer Meister, wann warst Du in Timbuktu, Sierra Leone, Laos, Georgien, Syrien, Nepal, Tunesien, Griechenland, Mali, Pakistan, Australien, Bahrein, Brunei, Algerien, Indonesien, Finnland, Lappland, Frankreich,  Indien, Kanada, Alaska …?“

„Hab ich im Fernsehen entdeckt …“

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