Wie Welt als Chaos,                   miller_sexus_zivil_unschuld

Monster,

als gefräßiger Drache.

Willkommen im Irrgarten,

den jeder mehr oder weniger

bepflanzt und durchschreitet.

Henry Miller schaut aus Mikro- und Makroperspektive, zerteilt und vergrößert, bewässert, düngt und eleminiert.

Der Feind sitzt in einem selbst – so eine seiner zentralen Aussagen.

Ohne eine eigene „Beichte“, wird der Mensch nicht weit kommen. Das Grauen ist nicht nur in der Welt zuhauf vorhanden, nein, vor allem in jedem von uns selbst. In jedem steckt mehr oder weniger ein „Mörder“, so Miller. Jeder trägt zumindest eine Mitschuld an dem Chaos  und dem Irrsinn. Zwar sieht er den Menschen als Teilchen im Getriebe eines gnadenlosen Systems, mit dem er abrechnet, aber dennoch appelliert er an die Selbstverantwortung für das eigene Werden.

Es gilt sich wieder in Richtung Unschuld zu bewegen, diese wenn nötig, kompromisslos anzusteuern.

Dabei erteilt er den Moralisten eine klare Absage, die den Schuldkomplex ständig befeuern und züchten. Sie weisen mit ihren überdimensionierten Zeigefingern immer weg von sich selbst, blockieren und sabotieren jeglichen persönlichen Fortschritt. Sie sind die leibhaftigen Erzeuger von Furcht und Angst, Sünde und Schuld. Ihre ständigen Anklagen und Forderungskataloge, verengen nicht nur Handlungsräume, sie entziehen den Sauerstoff, ersetzen den freien Blick durch eine wie immer geartete Mauer.

Und an dieser Mauer treffen sich „die normalen Irren“, die sich an Status und Sicherheit klammern. Dort findet der erbarmungslose Kampf um das Fressen oder um die Reste statt. Gegenseitige Entwürdigung und Missachtung, Gemetzel und Anklage. Im wahrsten Sinne des Wortes, eine Anklage- und Klagemauer.

Henry Miller fordert den Menschen auf, die Sackgasse zu verlassen …

 

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