Herbstlicht V

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Young generation

on stage,

Foto: Stefan Dernbach

Foto: Stefan Dernbach

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let’s  have a good time.

Ist das noch möglich?

Seit ein Herr ein Buch:

„Generation Golf“ geschrieben hat,

wird jeder Generation gerne ein Stempel aufgedrückt, was zuweilen unsanft ausfällt. Mit den jungen Leuten sei nichts mehr los, sie hätten nichts in der Birne und würden den lieben ganzen Tag nur auf Displays glotzen. Diese ihnen vorgeworfene Eindimensionalität, wie sehr auch immer verbreitet, hat ihre Ausnahmen, findet ihre Abkehr, worin sie auch immer begründet liegen mag. Man muss auch nicht auf alles eine Antwort haben, Hauptsache man macht sich selbst auf den Weg, schaut und hört zu.

Das „Wohnzimmer“ ist gut besucht, die Sofas sind bequem und die Gitarren gestimmt. Man trifft sich auf einen Gig:

Good vibrations?

Die sind stets vielschichtig, lassen sich oftmals besser an Mimik und Gestik, als an Worten ablesen. „Hey friends“, sagte einst Neil Young vor etlichen Jahren bei seinem Konzert:“Live Rust“. Konzert für und unter Freunden, das kann allerlei bedeuten und bewirken. Aber eines steht fest:

Man versucht nicht nur, man ist kreativ, bietet an, drückt aus, was das Leben einem bietet. Was im Angebot ist, macht keinen Unterschied, ist generationsübergreifend: Liebe, Sehnsucht, Schmerz, Freude, Einsamkeit, Suche, Reise, Nähe und eben Freundschaft. Das Pendel schlägt mal Richtung Hoffnung, mal Richtung Desillusionierung aus, aber scheinbar nicht so extrem wie bei Vorgänger-Generationen. Alles wirkt recht gefasst, aber nicht eingleisig. Etwas Jazz, ein paar Road-Songs, Afro und oh Wunder, eine Akustikversion vom einstigen Disco-Hit: „You’re the one that I want“. So gehts eben auch. Manch anderes erinnert an Jack Johnson, John Fogerty oder Imany.

Alle haben mal angefangen und kein Meister fiel je vom Himmel…

 

 

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Herbstlicht IV

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Wenn Maybrit Illnerstegohne (1 von 1)

in ihrer Sendung lacht,

und das tut sie öfters,

gleich um welches Thema es sich handelt, welcher Satz gerade gesprochen wurde, dann fragt man sich:

Auf welcher Kirmesveranstaltung befinde ich mich?

Thema am 13. November 2014: Flüchtlinge in Deutschland – angekündigt mit markigen und provokanten Worten. Die Medien meinen nicht erst heutzutage, das müsste so sein… und es müsste auch noch weiterhin gesteigert werden, bis es nicht mehr zu steigern ist; die Aufspaltung in und durch Schlagworte.

Ein Blick in die Gästerunde warf dann auch noch die ein oder andere Frage auf, so:

„Möchte ich mir das antun?“

Der CSU-Generalsekretär aus Bayern, wo man per schriftlichem Dekret, jegliche Integration von Flüchtlingen untergräbt und untersagt, sie in Sammelunterkünfte fernab im Wald auf Jahre hin parkt…usw.:

Christliches Menschenbild?

Aber Maybrit Illner hatte einen Pater aufgetrieben, der ebenfalls in Süddeutschland, syrische Kriegsflüchtlinge aufnahm, in Absprache mit Kommune und Bürgern. Er warf einen scheinbar völlig neuen Gedanken in die Runde, indem er zur Anregung gab, wir könnten etwas von Flüchtlingen lernen. Das schien den restliches Gästen der Runde doch mehr oder weniger weit hergeholt zu sein.

Gut, dass sich Maybrit Illner wenigstens an dieser Stelle ihr Lachen verkniff. Dabei half ihr der Bürgermeister von Berlin-Neukölln, der Dauergast in allen Talkshows, wenn es darum geht:

Gesellschaft in Gefahr – wann geht das Boot unter?

Die Gästerunde wurde weiterhin noch illustriert, durch einen jungen CDU-Aufsteiger, der mit brutalst einfachen Schlussfolgerungen – frei nach dem Motto:

Ich hab mich da mal mit einem Flüchtling unterhalten und der hat mir gesagt, dass … die ja gar nicht … und überhaupt… die Probleme müssten in Herkunftsländern gelöst werden. Nur konnte der jung-konservative Sprössling auch nicht so recht sagen, wie man das pragmatisch-zeitnah umsetzt. Aber Hauptsache gesagt, Hauptsache einen deutlichen, wenn auch unrealistischen Kontrapunkt gesetzt. Das bringt Wählerstimmen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die blonde Dame von den Grünen, farblos und glanzlos blieb. Da kann sie in Zukunft noch was vom CSU-Generalsekretär lernen, der durch Gel im Haar, zwar nicht seinen Worten Glanz verleiht, aber dem Kameramann, der uns dann solches Medien-Paket in die Wohnzimmer liefert.

Zum Lachen war einem nicht zumute, außer der Moderatorin, der es wieder einmal nicht gelang, Erkenntnisse zu vermehren. Es geht nicht primär um Zahlen und Kapazitäten, sondern um politische Entscheidungen und Menschenbilder.

Das Menschenbild prägt Handeln und Nichthandeln, schafft Möglichkeiten und Unmöglichkeiten…

 

 

Herbstlicht III

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Gegen den November-Blues        karussell

helfen zuweilen

Erinnerungen,

die Schönheiten und Freiheiten

beinhalten,

Humoriges und Weitläufiges

ausfächern,

wie ein Vogel, der seine Flügel spreizt.

So öffnet man die ein oder andere Schublade  und schaut hinein. Wörter, Sätze, Bilder, hier ganze Geschichten, dort Fragmente. Ein Reich aus Szenerien und Aufführungen.

Jeder hat seine Tempel, jeder seine Bruchbuden.

Nichts ist langweiliger als permanenter Hochglanz und die Verbreitung von Scheinvernunft. Weder die Welt, noch ihre Bewohner sind vernünftig. Wer das suggeriert oder gar indoktriniert, gibt sich dem Selbstbetrug hin, der den Fremdbetrug zwangsläufig im Gepäck führt. Eine Illusion reiht sich an die andere. Da wundert es dann nicht, wenn es an Substanz fehlt.

Sich erden, den Essenzen Räume anbieten, das gibt es nicht zum Nulltarif. Wer stets safety first pflegt, darf sich nicht über mangelnde Bewegung oder Einseitigkeit beklagen.

No risk, no run…

Die einen sehen das Hamsterrad, die anderen das Karussell. Waren sie jemals bereit ihre Richtung zu ändern? Aus welcher Perspektive schauten sie?

Wozu waren sie überhaupt bereit?

Herbstlicht II

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Wenn das Licht sich zurücknimmt,           lebenhart

könnte man milde gestimmt sein.

Weniger Schlagzeilen,

weniger Schlaglichter,

indem man der Prägnanz

eine Pause gewährt.

So eignet sich der Herbst für Introspektion bei sanftem Licht.

Die scharfen Konturen nehmen ab, und fällt es ihnen schwer, so hilft man.

Mag manche Abgrenzung dienlich erscheinen, so hinderlich ist sie auch, drückt auch immer Unfähigkeit und Ratlosigleit, oft Ohnmacht aus.

Mauerbau und Mauerfall, die Erfahrungen sprechen für sich…

Herbstlicht

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Das Grau hat viele Farben,                 weltruhm_Frauen_sepia

der Herbst auch.

In Zeiten der Laubbläser,

der Blattposaunen,

gilt es hier und da,

Abstand zu halten.

Es muss nicht immer Rilke sein, noch Nietzsche oder gar Stefan Zweig.

Wer die Novembrigkeit beschwört, darf sich über das Wolkenaufkommen nicht beschweren.

Rückzug und Verdichtung, gehören zweifellos zusammen. Zwischen Schotten dicht und Einkehr liegen Stufen, deren Kanten zum Stolpern einladen. Ruhig mal hinsetzen und die Szenerien wirken lassen. Dabei kann eine Rückschau durchaus dienlich sein. Wie ist dieses Jahr bisher gelaufen? Gab es Veränderungen? Wie sind die Aussichten?

Werden und Vergehen, Blüte und Verwelken, Aufstieg und Fall.

Was in den Fokus gerät oder gestellt wird, bestimmt das Klima, das Empfinden, das Sein. Es ist weder alles schlecht noch alles gut.

Es ist wie es ist, aber es bleibt nicht so …

 

Fernsicht V

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Viele träumen von der Insel                   leuchtkugel

im Paradies,

sind selbst Insel,

wandeln über crusoeischem Grund,

auf sandigem Boden.

Zu Tropenparadiesen

gehören auch Tropenstürme.

„You are like a hurricane“ singt Neil Young noch immer, ebenso wie „Four strong winds“. Der kanadische Folk- und Rockpoet ist zwar kein Seemann, hat aber jede Menge Geschichten in seinen Liedern zu erzählen, die man ebenso gut in den Bergen, in den Prärien und an der See ansiedeln kann. Er ist ein Mann der Weite, ein Mann der Ferne, ein Mann des Reisens.

„Cripple Creak Ferry“, „Powderfinger“ oder „Thrasher“, es geht um Menschen und Natur, es geht um Wege und Sein, um die ewigen Grundfragen und Antworten. Blickt man weit zurück, so finden sich Songs wie „Midnight on the bay“, „Comes a time“ oder „I’m a child“.

Unterwegssein, surf and time, back to the roots, forward to new horizons.

Und dann sitzt man irgendwo am Meer und lauscht den Melodien. „Long may you run…“ Die See läd zum Verweilen ein, lässt einen eintauchen in eine Art innerer Besinnung und Stille. Hier relativieren sich die Zeitgeister, die Trends und Hypes. Kampf und Erfolg, um jeden Preis? Ehrgeiz und Heldentum? Das Leben als Entertainment und Steigerungsmanie?

Er wirkt krank wie lächerlich, der faule Budenzauber …

Fernsicht IV

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Auf zu neuen Ufern,                                               husum_wetter

zwischen Abschied und Ankommen,

liegt die Reise.

Das Meer hat viel zu bieten:

Tanz des Wetters, Tanz der Wellen.

Wieviel Knoten? Welche Windstärke?

Zwischen Flaute und Sturm, liegen viele Möglichkeiten.

Heute Shorts, morgen Südwester. Wetterfest zu sein, das wäre wünschenswert. Und dann sticht man in See, ohne genau zu wissen, was einen erwartet. Natürlich gibt es nützliches Grundwissen und eine gute Ausrüstung. Aber jede Reise beinhaltet auch Überraschungen und Unvorgesehenes. Und was dann? Dann zeigt sich die Persönlichkeit in ihren reichhaltigen Facetten.

Plan A ist nur noch Makulatur, Plan B ist empfehlenswert, manche operieren bis Plan G oder K.

Ganz ohne Plan in See zu stechen, ist nicht empfehlenswert. Das erzählen zumindest die Havaristen und Realisten. Aber ein Plan ist auch keine Garantie, noch eine Lebensversicherung.

Das Meer ist immer in Bewegung, das Leben auch. Die Möglichkeiten des Seins sind vielfältig, sofern man sie zulässt…

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