Berg des Lebens

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„Das Können ist des Dürfens Maß“, sagt Bergsteiger Reinhold Messner.

Berge und Leben, da gibt es Verwandtschaften und Affinitäten. Einen Berg rennt man nicht hinauf. Einen hohen Berg, schaut man sich genau an, bevor man aufbricht.Was für Bedingungen herrschen? Wie ist die Wetterlage? Wie sind die Beschaffenheiten?

Pyrenäen_Wolkenbild

Extreme Beschaffenheiten bergen stets Gefahren

Sich zu akklimatisieren, ist notwendig.Man nimmt sich Zeit und trifft in Ruhe Vorbereitungen, denn was kommt, ist schwierig zu meistern. Es bedarf einer Gewöhnung an die Umstände.

Was eine Schwierigkeit ist, hängt in hohem Maße vom individuellen Empfinden ab. Das muss mit Realitäten abgeglichen werden, und zwar Schritt für Schritt. Höhenlagen erfordern besondere Maßnahmen. Die Luft wird dünner, jeder Schritt fällt schwer. So ist das im Leben oftmals auch. Selbst der kleinste Schritt wird zur Tortur. Pausen sind nötig. Körper und Geist, müssen sich regenerieren.Ist das nicht gewährleistet, droht der Zusammenbruch oder der Absturz.

Ein Berg ist kein Feriencamp und das Leben kein Ponyhof…

Jeder, der einmal in Extremsituationen war, der weiß, dass man dann keine lustigen „Wanderlieder“ mehr singt, es sei denn, man ist wahnsinnig oder dem Galgenhumor verfallen. Humor schadet nicht, im Gegenteil, er sorgt für Erleichterung, nimmt oft sogar die Angst für eine gewisse Zeit, reduziert den Druck. Die Bedrohung lässt nach. Das ändert aber nichts daran, dass die Bedrohungslage existiert. Wegschauen nützt da nichts, verzerrt den Blick auf die Realitäten wie es Illusionen auch tun.

 Flucht nach vorne?

In der Handlung bleiben zu können, ist wichtig. Nach vorne zu flüchten, absurd und gefährlich. Manchmal ist es auch angezeigt, konsequent eine Pause einzulegen. Durchatmen, in sich gehen. Auszeit. Burn out, ist alles andere als eine Modekrankkeit oder eine Trenderscheinung, ohne Tiefgang. Burn out ist gefährlich und bedarf einer fachlichen Analyse, Diagnose und Behandlung. Alles das braucht Zeit, Raum und sinnvolle Entscheidungen. Eine Flucht nach vorne, ist irrational und fatal. Manche legen ein Sabbathjahr ein. Sie kümmern sich ein Jahr „nur“ um sich selbst.

Was benötige ich? Was brauche ich? Wonach sehne ich mich?

Wer sich das einmal aufschreibt, der kommt vielleicht zu erstaunlichen Ergebnissen…

 

Meinungsbildung

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Das Wort – Bildung – steckt nicht umsonst in dieser weit verbreiteten Vokabel. Die Meinung wird gebildet. Durch was? Durch wen? Nicht alle haben eine Meinung, aber selbst die Meinungslosen beziehen eine Position.

spirit

Das Spektrum reicht von brachialen Vorurteilen bis hin zu differenzierten, reflektierten Meinungen. Letztere zeichnen sich eben nicht durch Härte und Stereotypen aus, sind das Ergebnis vielfältiger, geistiger Betrachtungen, die immer auch Zeit brauchen und mühsam sind. Heutzutage wollen oder können sich viele Menschen diese Arbeit nicht mehr machen. Und das hat gravierende Folgen.

Konflikte werden geschaffen, anstatt bearbeitet und gelöst.

Es ist eine Vorwurfsunkultur entstanden, der jeglicher Respekt und Achtung, abhanden gekommen ist. Von Höflichkeit ist schon gar keine Rede mehr. Da wundert es nicht, wenn der Frieden abhanden kommt. Wut, Hass und andere Ressentiments, erzeugen destruktive Dynamiken. Für diese Erkenntnis muss man nicht besonders gebildet sein. Es erscheint aber so, dass selbst diese Grundlagen menschlichen Miteinanders aufs Spiel gesetzt werden. Wer das wissentlich tut, der hat dafür die Verantwortung zu tragen, kann sich nicht herausreden bezüglich des Schadens, den er / sie anrichtet.

In diese Selbstverantwortung treten immer weniger Menschen. Sie beklagen Scherbenhaufen, die sie selbst mit verursacht haben. Es waren immer die anderen, nie sie selbst…

Liebe in Freiheit

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Schönheit? Zu oft festgelegt in Klischees und Normen, reduziert auf wenige Merkmale und Kriterien. Das ist nicht nur feste Vorgabe, das ist Starre. Schönheit bedeutet viel mehr. Schönheit des Daseins, ästhetisch, manchmal plakativ, aber offen.

„Ich liebe Dich so wie Du bist.“

Bedingungslos und ergebnisoffen, begibt man sich in den Fluss der Ereignisse, das geschieht wechselseitig mit dem Ziel, entdecken zu wollen. Aber auch hier gilt, nicht auf die Stärke (des Willens) kommt es an, sondern auf das Möchten.

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( Parc Monceau / Paris )

 

Liebe ist in ihrer Tiefe weich.

Das stellt nicht infrage, dass auch Liebe Grenzen hat. Grenzen hat jeder Mensch. Es gibt Grenzen der Belastbarkeit und Erträglichkeit, auch Grenzen der Handlungsmöglichkeiten. Die Gründe hierfür sind vielfältig, ob nun körperlich oder psychisch. Sie gilt es zu achten und zu respektieren. Das ist eine mit der Liebe verknüpfte Notwendigkeit, eine wesentlich tragende Säule ihrer selbst. Es kommt auf das Fundament an.

Man kann sagen: erst die Pflicht, dann die Kür.

Man baut nicht zuerst das Dach. Erst werden die Träger gesetzt. Das ist konkretes, praktisches Handeln. Die Aufgaben, die sich stellen, sind individuell verschieden. Sie müssen getan werden, sonst ist das Gebäude nicht stabil. Wie lange das dauert? Keine Ahnung. Das ist der Prozess, der Lauf der Ereignisse, bestenfalls der Fluss, der die Hürden nimmt…

Zeit nehmen

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In Anlehnung an den Buchtitel „Die Entdeckung der Langsamkeit“ kann man wohl eher von der Verdrängung der Langsamkeit sprechen. Denkbar ist auch: Das Diktat der Schnelligkeit. Hinzu kommt zwangsläufig eine Masse von Informationen, die kaum bis gar nicht zu verarbeiten sind. Das erhöht nicht nur die Fehlerquote, sondern auch das bruchstückartige Gequassel. Fragmente dominieren, Ausschnitte erheben einen Anspruch auf Wahrhaftigkeit, den sie gar nicht erfüllen können, denn es fehlt ihnen an Breite und Tiefe.

Betrachtung braucht Zeit

 

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Das Wort Zeitraffer spricht für sich. Man rafft sich ein paar Minuten zusammen und schaltet gleich wieder um. Der nächste Gang wartet nicht, er lauert, er drängelt, er fordert auf. In diesem Zusammenhang erscheint es nicht übertrieben von Nötigung zu sprechen. Aber wer nötigt wen? Wer setzt die Schwerpunkte? Wer trifft die Entscheidungen darüber, was wert und weniger wert ist? Von Unwert sollte nicht die Rede sein. Oscar Wilde meinte einst sinngemäss, dass man von allem etwas lernen könne. Das setzt aber Offenheit und einen Willen voraus, sicher auch einen mehr oder weniger differenzierten Hintergrund. Vor allem muss man sich aber Zeit nehmen.

Wer sich keine Zeit nimmt, der wird auch nichts verstehen, denn Verstehen ist keine leichte Angelegenheit…

New Year

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Kalendarisch ist es neu, frisch und jung. 2016. Auf der Zeitachse geht es weiter, im Leben auch. Die Rückblicke sind noch nicht abgeschlossen, aber die Gedanken wandern Richtung neues Jahr.

„Eile mit Weile“?

Mehr Weile als Eile, das ist eine Richtschnur. Das eigene Maß gestalten und leben. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Verwirklichung des eigenen Wesens. Jeder hat seine Baustellen, jeder seine Aufgaben. Und wenn es gut läuft, dann teilt man etwas davon, ergänzt sich, befragt sich. Die Moralkeule hat an der Stelle nichts zu suchen, eine Verrechnung auch nicht.

worldmit (1 von 1)

Zeit muss man sich nehmen

Hinschauen und was passiert, auf sich wirken lassen. Das gelingt nur im angstfreien Raum, dort wo freies und tiefes Nachdenken erlaubt und möglich ist. Jeder Mensch braucht „Spielräume“, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Wer ständig unter Druck ist, dem fehlen die Spielräume, alles wird eng, alles spitzt sich zu, schlimmstenfalls in einer Endlosschleife. Das Ergebnis ist Dauerstress. Und dieser Stress macht krank. Den Stress zu reduzieren, das bedeutet auch Verantwortung für sich zu übernehmen. Leistungsstress ist kein Gütesiegel, sondern die Ursache von Krankheiten. Letztere interagieren miteinander und streuen. Sie beeinflussen uns selbst und unsere Beziehungen. Das reicht von Beeinträchtigung bis hin zur Zerstörung. Ein hoher, folgenschwerer Preis.

Das „Immer-Mehr“ führt ins „Immer-Weniger“. Mehr Tempo, mehr Leistung, mehr Aufgaben …mehr Forderungen. Manche nennen das Hamsterrad oder Tretmühle. Mit Wohlsein hat das nichts zu tun und gesund ist es auch nicht. Das Recht auf Gesundheit gibt es in unserer Gesellschaft glücklicherweise noch, in anderen nicht…