„Comté. Compté“, 15 Monate gereift. Nicht schlecht für einen Käse! Gut, manche Menschen haben auch Käse im  Kopf, der deutlich länger gereift ist, aber was den Fromage pur anbetrifft, ist der Geschmack exzellent. Soll man sich ein Stückchen gönnen?

„Oui!“

 

Madame_Olive

 

Die Verkäuferin ist freundlich, kommt aus der Nähe von Dijon, und hat auch noch wunderbare Oliven aus der Provence im Angebot. Französische Händler in Siegen.Ich bin erstaunt und zugleich angenehm überrascht. Und so rufe ich dann selbst meinen französischen „Feiertag“ aus, begebe mich ins Buch-Antiquariat, erkundige mit nach Georges Brassens, dem Sänger mit den scharfen Texten. Auch wenn es nicht einfach ist, der Mann kann mir genau die zwei Bücher besorgen, die ich möchte. Für Brassens brauche ich Texte mit Übersetzung.

„Billig wird das nicht“, sagt der Inhaber.

„Der Sänger ist mir lieb und teuer. Mal schauen, was der Finanzminister sagt?! Ich komme nochmal wieder.“

Den alten Jean Paul Sartre, bekomme ich umsonst. Das Büchlein, „Paris unter der Besatzung“, ist schon reichlich vollgekritzelt. Und nun markiere ich noch dazu. Die Befreiung von Paris, 1944-1945. Reportagen des philosophischen Meisters. Zeugnisse des Kampfes um Paris. Er war dabei, mittendrin. Ein  Augenzeuge der Schrecklichkeiten, der Ängste und der Hoffnungen. Diese tragische Geschichte wird sich glücklichweise so nicht wiederholen, da bin ich mir sicher. Nach dem Krieg sang Barbara „Göttingen“, ein Lied der Versöhnung. Es gab einige große Gesten der Versöhnung, die ein neues Verhältnis zwischen beiden Ländern entstehen ließ. Vive la chance! – oder anders ausgedrückt: Den Frieden bekommt man nicht umsonst. Man muss etwas dafür tun, so auch für die Freiheit.

„Wer möchte schon allein in seinem Zimmer bleiben, wenn Paris um seine Freiheit kämpft“, schrieb Sarte.

Doch viele, die ihre Zimmer verließen, hatten kein Glück. Das Glück zu überleben und weiterleben zu können, es blieb vielen Menschen vergönnt. Und einige Menschen, die weiterlebten, machten es sich zur Aufgabe, an den hohen Wert von Frieden und Freiheit, zu erinnern. Unter diesen Schriftstellern, Sängern und Künstlern, waren auch Mahner. Frieden und Freiheit sind nicht selbstverständlich. Man darf sie nicht aufs Spiel setzen. „Ma Liberté“, sang einst Moustaki…   flagg.jpg