Nach-Hause-Kommen

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„Feel like home“, diese Worte sind schon alt…ob sie wohl aus England stammen? Angesiedelt sind sie im Grunde überall, denn sie sprechen von einem tiefen menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Wärme. Worum es auch bei ihnen geht, das sind die Wurzeln des Menschen. Man kann nur mit ihnen, aber nicht gegen sie leben. Ohne Identifikation gibt es keine sinnvolle Existenz und ohne Sinn, kein Grund, es sei denn, der Mensch würde sinnlos handeln oder durch Sinnlosigkeiten angetrieben werden. Diese können aber niemals das Bedürfnis des Nach-Hause-Kommens füllen; im Gegenteil.

herzmeer

Einklang und Stimmigkeit, danach sehnt sich der Mensch, denn Einklang trägt…und erzeugt Wohlgefühl. Über die „Wurzeln“ gelangen die Nährstoffe in jedes Lebewesen. Ist der Boden aber kontaminiert oder versiegelt, kann kein Wachstum gelingen, dann gibt es auch kein „Nach-Hause-Kommen“. Wachstum ist unumgänglich mit Identifikation verbunden.

„Bin am Meer“ 2

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Die Stimme der Indianerin …

Oriah Mountain Dreamer

dage_coastwalk

 

Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.

Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist

und ob du zu träumen wagst,

der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.

Ich will wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,

um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen

und für das Abenteuer des Lebendigseins…“

Um das Lebendigsein geht es im Buch: „Bin am Meer“.Was sind die Kraftquellen des Menschen? Wodurch werden sie gefördert, wodurch behindert? Der Meeresguide Leif kommt nicht nur auf das alte Wissen der Indianer zurück, sondern auch auf das Wesen der Kinder, die von Natur aus spontan und unmittelbar sind. Sie sind nicht nur nahe an ihren Gefühlen, sondern dem Herzen nahe, so Leif. Neugierig wollen sie die Welt entdecken…durch zweckfreies Spiel. Die Zweckfreiheit ist dem Erwachsenen fremd. Die gesamte Existenz erscheint zweckbestimmt, was sich nicht nur in Sachzwängen äußert…sondern auch in der Interaktion.

„Bin am Meer“ von Udo Schroeter

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Kann eine Woche am Meer einen Wandel im Menschen bewirken?

dage_gegenlicht

 

Skeptisch, angesichts einem Überangebot von „Heilungsbücher“, stand die Frage im Raum: Und was kommt nun wieder?

„Bin am Meer“, ist „eine Erzählung für Männer“, so steht es vorne auf dem Titel. Auch, wenn es um die Begegnung zweier Männer am Meer geht, die auf der Jagd nach Meeresforellen sind, so geht es generell um altes Menschheitswissen, einem Wissen, welches Frau und Mann dienlich ist, wäre es nicht überlagert, verdrängt und verschüttet. Die Entfremdung von der Natur, ist eine der grundlegenden Thematiken dieser Erzählung. Der „moderne“ Mensch ist linear ausgerichtet, die Natur hingegen in wiederkehrenden Kreisläufen. Was der Mensch auf seiner Strecke von A nach B zurückgelegt hat, sieht er als erledigt an. Und bei B ist Schluss. Das widerspricht dem Wesen der Natur, der „Schöpfungsgeschichte“…wo es keine Endgültigkeit gibt. Bis der Protagonist der Erzählung an diesem Punkt der Erkenntnis angekommen ist, zahlt er einiges an „Lehrgeld“.

Ohne Geduld fängt man keinen Fisch

Man muss den Fisch verstehen und vor allem achten, das gilt auch für das Wesen des Meeres. Bewahrung der Schöpfung versus Ausbeutung der Natur, das erfährt der Erzähler durch seinen Guide Leif, einem alten Mann, der schon lange am Meer lebt und Menschen nicht nur das Angeln beibringt. Leif vermittelt altes Menschheitswissen durch konkrete Erfahrung. Das geschieht nicht ohne Widerstand und Zweifel bei seinem „Schüler“, der als ein modernes Arbeitstier eine Woche Angeln am Meer gebucht hat…

„Bin am Meer “ Udo Schroeter( adeo Verlag )