Denkmal

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Es kommen Tage, da möchte man nicht mehr in den Kampf ziehen, keine Verteidigungslinie mehr errichten und auch nicht mehr angreifen. Das ist in heutigen Zeiten nahezu undenkbar, aber es könnte möglich sein. Dahinter steckt kein rezeptualer, von Idealen überfrachteter Pazifismus aus einem Friedensbuch oder einem romantischen Traum, sondern Beobachtung und Erfahrung.

„War es nicht schon immer so?“ lautet die suggestive Frage.

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Oberflächlich betrachtet, könnte man das so sagen. Kriege hat es immer gegeben, Hunger und Armut auch. Das große Bla Bla hat schon mit der „Katze auf dem heissen Blechdach“ ein Denkmal bekommen. Aber das ist schon lange her. Sollte man vielleicht versuchen, eine weitere Skulptur zu schaffen? Zweifel tauchen auf. Ist nicht schon alles gesagt worden? Die Fakten liegen doch auf dem Tisch. Also nochmal über Fragestellungen nachdenken.

„Wie ist es möglich, dass ..?“

„Was ist möglich?“

„Warum ist es möglich und warum ist es unmöglich?“

Albert Camus meinte mal, es bräuchte mindestens zehn Jahre, bis man eigene Ideen hervorgebracht hätte, die man mit einem gewissen Recht vertreten könne, vielleicht dürfe. Diese vorsichtige Haltung gegenüber der eigenen Meinung verdient hohen Respekt. Eigentlich müsste sich jeder an ihr messen lassen, sich selbst an ihr messen. Gemessen wird, keine Frage. Aber wer setzt die Maßstäbe? Allgemeingültigkeit gibt es nicht, das vorneweg. Was es gibt: beobachtbare, erfahrbare Tendenzen, deren Recht auf umfassende Schlussfolgerung als solches zwar erwünscht, aber nicht vertretbar ist. Der Wunsch nach klaren, eindeutigen Antworten, ist nicht immer gegeben. Andererseits gibt es aber auch einen Hunger nach Klarheit. Wer freut sich nicht, wenn der Nebel sich lichtet…die dicken Wolken sich endlich beginnen aufzulösen.

„Was braucht es dazu?“

Das Tagebuch liegt auf dem Tisch, die Blätter sind unbeschrieben…das denkt man, aber ist es so…?

Vieles spricht dagegen…

Es gibt Tage, da …

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Wenn die Blätter sich verfärben,

der nächste Wechsel

der Gezeiten ansteht,camus_dinge_Welt_sepia2

dann hält man vielleicht inne,

versucht wieder eine

Zusammenschau,

als Übung, das Wesentliche nicht zu verstehen,

aber doch in Ansätzen zu erkennen.

Dafür muss man zurückschauen, dorthin blicken, was war.

Erst danach folgen Abgleiche mit der Gegenwart, oder eben im Wechsel, so wie sich auch die Zeiten ändern. Vielleicht helfen einem bei dieser Zusammenschau Schriftsteller, die sich vor allem mit der menschlichen Existenz und der Natur, befasst haben. Deren Fokus lag und liegt, auf den Grundelementen und Grundgefühlen, also bei den Rahmenbedingungen des Menschen. Was bestimmt den Menschen? Wovon ist er umgeben?

Wie ist es mit den Zeitgeistern bestellt?

Freundschaft VIII

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Wie schön es doch ist,                                                                 bikeline_dernbach

sich an Freunde erinnern zu können.

Welch herrliche Zeiten wurden erlebt.

„When you’re down and troubled,

and you need a helping hand…

and nothing, nothing is going right…“

( Carol King / James Taylor in „You’ve got a friend“ )

 

Ja, man fühlte sich gut aufgehoben, geborgen, also weit mehr als willkommen. Die Freundschaft als geistig-emotionales Nest, wärme- und lichtspendend, erhellend und erheiternd. Was war man nicht alles für Wege gegangen, um diese Freundin oder diesen Freund, aufzusuchen und die Zeit miteinander zu teilen. Auch, wenn es manchmal nur ein paar Tage oder „nur“ Stunden waren, sie waren es wert.

Man machte sich auf den Weg für den anderen und für sich selbst

Paris, Uppsala, Mallorca, Lissabon, die Pyrenäen, Bordeaux, Pau, Aachen, Kassel, Berlin, Flensburg, Obersdorf,

Hachenburg, unvergessen Lamia ( Griechenland ), Ithaka,  dann Paderborn, Hetzdorf / Uckermark, Heringen,  …

Alsen ( Dänemark ), Torsballig, Osnabrück, Zürich …etc.

Hätte es all diese Wege nicht gegeben, das Leben wäre ärmer, sehr viel ärmer.

Die verschiedensten Erfahrungen lagen auf den Wegen und grüssten. Es gab Überraschungen, Entdeckungen, Kultur und Landschaften, die einem nie mehr verloren gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes bereicherte die Freundschaft, durch alles was sie war. Vieles konnte anfangs und danach, nicht durchschaut oder geplant werden. Anderes wurde geschenkt und beschert, mit dem nie und nimmer, zu rechnen war. Manchmal sehnte man sich, man schlug sich die Nächte um die Ohren, weil es einfach schön war. Stundenlange Gespräche als Zeitreisen & Lebensreisen. Das waren die Resultate.

Man lässt sich ein und erfährt Leben & Nähe, man erfährt einen Menschen und seine Umgebung näher als andere.

Warum?

Weil es Vertrauen und einen Willen zur Gemeinsamkeit gibt, weil man sich gegenseitig etwas wert ist. Es gibt Prädikate, die sich im Laufe der Zeit entwickeln, es gibt Instinkte und Lebenserfahrungen. Es gibt die Lust und das Staunen.

Vor manchen Erfahrungen verneigt man sich … wird still und ruhig.

Das Leben hatte einem nicht nur wieder etwas beigebracht, es hatte einen beschenkt…und dabei ging es primär nicht um intellektuelles Wissen ( z.B. bezüglich anderer Kulturen ), was auch  sehr viel wert ist, nein, es ging um die Erfahrung einer gemeinsamen emotionalen Sprache, die weit tiefer reicht als der Intellekt.

Es ging nicht um Argumente, es ging nicht um geistige Überlegenheit oder Wettstreit. Solches kann man in jedem Seminar bekommen oder in einer Klosterschule in Tibet oder Indien.

Nein, es war faszinierend zu erleben, dass es eine internationale Sprache der Gefühle gab…

 

 

Freundschaft VII

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Es wirkt der Geist, es sprechen die Grundhaltungen.              hut_badeabteilung

Dagegen kann niemand etwas machen

und das ist gut so !

Die Freundschaft wird aus vielen Quellen gespeist,

auch das entzieht sich des Menschen Kontrolle.

Man kann Freundschaft gestalten, sie aber kontrollieren zu wollen,

das ist ein Trugschluss, der bestenfalls mit Schafen und Hunden funktioniert. Das ist aber dann eine andere Art von Freundschaft. Die Freundschaft zwischen Menschen, bleibt vielfältig und mehrstufig, sie ist gefächert und gemustert. Das ist nicht immer einfach, beinhaltet aber eine Vielzahl von Möglichkeiten des Seins, die der Hund oder das Schaf nicht bieten können. Der Hund wedelt mit dem Schwanz, das Schaf blökt, aus welchem Anlass auch immer. Das kann mal ganz nett sein, aber wirklich lebenserfüllend ist es wohl nicht, es sei denn, es handelt sich um einen eher schlicht gestrickten Menschen, der die grobe Vereinfachung des Seins ansteuert. Das ist natürlich legitim, aber inwieweit befriedigend, bleibt dahin gestellt. Gemessen an den Möglichkeiten, ist  die grobe Vereinfachung von Vorgängen in einer Freundschaft zwischen Menschen, zumindest aus meiner Sicht weder wünschenswert noch anstrebenswert.

Warum?

Nun, das Potenzial würde nicht annähernd aktiviert noch ausgeschöpft.

Das kann nun wahrlich nicht befriedigend sein … weil der menschliche Geist doch so viel zu bieten hat … und auch des Menschen Gefühle, ein prächtiges Farbenspiel sind.

Wer möchte darauf freiwillig verzichten und warum?

 

Freundschaft VI

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In dem Song: You’ve got a friend“,                                                   denkmal

gesungen von Carol King oder James Taylor,

werden tragende Säulen der Freundschaft besungen.

Auch findet sich in diesem Lied das Wort: Seele.

Dieser weitreichende Begriff steht für etwas Heiliges,

welches hier und da mysteriös erscheint, niemals

zu beweisen ist, aber von Menschen immer wieder erwähnt wird.

Der Mensch hat eine Seele, die einer zarten Membrane gleicht.

Ist die Seele intakt, so nimmt sie kleinste Schwingungen auf und reflektiert sie. Besonders schön ist das bei Kindern zu beobachten, aber auch bei Menschen, die in Not sind. Auch einige Schriftsteller verfügen über eine ausgeprägte Sensibilität, die weisen Menschen ohnehin. Seien es nun Philosophen oder Vertreter von Weltreligionen, die der Verblendung nicht anheim gefallen sind, so kann man bei ihnen Fähigkeiten entdecken, über die der normale Mensch nicht verfügt. Diese Fähigkeiten sind nicht vom Himmel gefallen, wie manche gerne behaupten, sondern sind das Ergebnis eines langen und beschwerlichen Weges, der reich an Erfahrungen und Erlebnissen ist.

Schriftsteller wie z.B. Hermann Hesse, Jack Kerouac, Henry Miller …etc. verarbeiteten diese Prozesse in ihren Texten, reflektierten und meditierten, über zum Teil geheimnisvolle und bestaunenswerte Vorgänge und Erlebnisse, die nicht zu verstehen waren, aber eben doch stattfanden. Sie schauten sich die Gewebe und Muster an, sofern es welche gab. Hermann Hesses Gedicht: „Stufen“, schildert den Lebensweg in kurzer und prägnanter Form. Dort ist die Rede vom Zauber des Seins.

Freundschaft verzaubert auf vielfältige Art und Weise:

Sie lässt uns staunen, lachen, weinen, lieben, singen, begehren und träumen…und manchmal wird man demütig vor dem, was einem widerfährt und was man geschenkt bekommt…ohne es bestellt zu haben…

 

Freundschaft V

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Der Blick zu und die Erfahrung                                         camus_freiheit_schönheit

mit anderen Kulturen,

ist ein wichtiger Gradmesser,

möchte man etwas mehr über das Wesen

der Freundschaft verstehen.

Eine grundsätzliche Haltung

ist die Beachtung des Entgegenkommens und der Gleichberechtigung. Jemandem entgegenkommen, ihn aufsuchen und ihm begegnen, das sind nicht nur Grundhaltungen von Freundschaft, das sind die Hauptmotivationen, die eine Freundschaft von einer Alltagsbeziehung unterscheiden. Man freut sich darauf den anderen Menschen zu sehen, teilt nicht nur die Zeit, sondern auch das Erleben und die Befindlichkeiten. Man erzählt wie es einem geht, mal mehr mal weniger, aber das ist gerade das Schöne an der Freundschaft, dass man sich gegenseitig austauscht. Hiebei kommen unterschiedliche Ebenen zum Zuge.

Freundschaft ist grundsätzlich keine Einbahnstrasse

Es gibt Kulturen, die sich gerne des Smalltalks bedienen. Er ist eine Art Einleitung, Entlastung und Raumöffnung. Man könnte ihn auch Ouvertüre nennen. Ein Fehler ist es, wenn man meint, dieser Smalltalk sei Ausdruck und Spiegelung von Oberflächlichkeit oder mangelndem Wissen. Nicht nur die Briten beweisen das Gegenteil. Der Smalltalk ist ein Ritual und in jeder Freundschaft gibt es eine Vielzahl von Ritualen. An ihnen lässt sich erkennen, was die Freundschaft ausmacht und bestimmt, inwieweit welche Qualitäten vorhanden sind. Rituale geben Sicherheit und schaffen Vertrauen. Ein Übermass an Ritualen hingegen, verhindert das Fliessen, die Lebendigkeit und die Wirksamkeit.

In vielen Kulturen gibt es ausgeprägte Formen der Höflichkeit, die es zu beachten gilt,

die man zunächst erst einmal kennen muss, sollte man sich auf fremdes Terrain begeben wollen. Die Höflichkeitsformeln gelten aber auch für jede Art von Freundschaft. Gerade in arabischen, asiatischen und afrikanischen Kulturen, empfiehlt es sich diese einzuhalten. Die ein oder andere Missachtung wird dem Fremden verziehen, weil man ihm Unkenntnis unterstellt, in der Freundschaft unter Gleichen jedoch, ist die Einhaltung dieses Kodex Pflicht. Ein weiterer zentraler Gesichtspunkt der Freundschaft ist die Wechselseitigkeit. Auch das ist altes Menschheitswissen, tradiert und zelebriert, seit Jahrtausenden. Einseitigkeit kommt bei Hilfsbedürftigkeit zum Zuge, ansonsten steht über der Freundschaft das Wort und die Tat, im Sinne von reziprokem Wollen und Verhalten. Dabei geht es nicht um späteres Aufrechnen und Verrechnen, sondern um die Erkenntnis, dass  die Waage stets austariert werden muss. Auch das ist ein Ritual, ein freundschaftsrelevantes, welches für Wohlgefühl sorgt.

Was der jeweilige Freund oder die jeweilige Freundin, auf die Waage legt oder in die Freundschaft einbringt, ist naturgemäss verschieden. Jeder steuert etwas anderes bei, weil jeder über andere Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügt. Man schätzt sie, erfreut sich an ihnen.

Wahre Freundschaft lebt Vielfalt anstatt Einfalt …

to write is to be XIV

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Schreiben hat auch immer etwas mit Heimat zu tun.                          camus_heimat

Man beheimatet sich im eigenen Kopf,

man ist entheimatet, man sucht Heimat,

man findet Heimat.

In der Möglichkeit der Erinnerung,

liegt Segen und Fluch zugleich,

kommt es zu Abbruch und Aufbruch.

Dem Ganzen liegt kein sentimentaler Heimatbegriff zugrunde, sondern das Ansinnen, eins mit der Welt zu werden, so wie sie ist. Zweifellos keine leichte Aufgabe. Aber genau darum ringen Autoren schon seit Jahrhunderten und tun es noch heute, sofern sie seriös sind. Sie kennen beide Seiten der Medaille, die Abspaltung und das Einssein. Nur so ist eine Zusammenschau möglich, welche ein Gemälde seiner Zeit ist, eine Tür zum Innen und Außen.

Idealerweise fließen Gedanken und Worte.

Von der Quelle bis zur Mündung, ist es ein langer, zuweilen beschwerlicher Weg. Odysseus und andere, lassen grüssen. Rilke, Hölderin, Heine, Hesse, Kafka, Walser, Benjamin, Zweig, Mann, Brecht, Feuchtwanger…etc. Sie alle wussten um Heimat, sie verloren sie auf die ein oder andere Weise und versuchten sie wiederzufinden. Einige kamen durch, andere scheiterten oder kamen um. Was auch immer auf ihren Wegen geschah, sie gingen ihren eigenen Weg so gut sie konnten. Manche hatten Glück, andere Pech. Den einen leuchtete ein Stern, den anderen verdunkelte der Schatten des Daseins den Horizont, manchmal war er sogar verbaut.

Manche flüchteten und gingen ins Exil, wegen unerträglichen Zuständen, weil der Geist nicht mehr frei atmen konnte. Zu groß war die Furcht, die Beklemmung, die Abwertung des Geistes, zu groß war die Bedrohung. Und es gab vielfältige Bedrohungslagen und Bedrohungsszenarien. Sie alle zersetzten das Gefühl von Beheimatung und somit das Gefühl von Sicherheit.

Es gab zahlreiche Verluste, die es unmöglich machten, einen Schöngeist hervorzubringen. Das Leben war alles andere als schön, es war ein Kampf …

 

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

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