Freundschaft VIII

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Wie schön es doch ist,                                                                 bikeline_dernbach

sich an Freunde erinnern zu können.

Welch herrliche Zeiten wurden erlebt.

„When you’re down and troubled,

and you need a helping hand…

and nothing, nothing is going right…“

( Carol King / James Taylor in „You’ve got a friend“ )

 

Ja, man fühlte sich gut aufgehoben, geborgen, also weit mehr als willkommen. Die Freundschaft als geistig-emotionales Nest, wärme- und lichtspendend, erhellend und erheiternd. Was war man nicht alles für Wege gegangen, um diese Freundin oder diesen Freund, aufzusuchen und die Zeit miteinander zu teilen. Auch, wenn es manchmal nur ein paar Tage oder „nur“ Stunden waren, sie waren es wert.

Man machte sich auf den Weg für den anderen und für sich selbst

Paris, Uppsala, Mallorca, Lissabon, die Pyrenäen, Bordeaux, Pau, Aachen, Kassel, Berlin, Flensburg, Obersdorf,

Hachenburg, unvergessen Lamia ( Griechenland ), Ithaka,  dann Paderborn, Hetzdorf / Uckermark, Heringen,  …

Alsen ( Dänemark ), Torsballig, Osnabrück, Zürich …etc.

Hätte es all diese Wege nicht gegeben, das Leben wäre ärmer, sehr viel ärmer.

Die verschiedensten Erfahrungen lagen auf den Wegen und grüssten. Es gab Überraschungen, Entdeckungen, Kultur und Landschaften, die einem nie mehr verloren gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes bereicherte die Freundschaft, durch alles was sie war. Vieles konnte anfangs und danach, nicht durchschaut oder geplant werden. Anderes wurde geschenkt und beschert, mit dem nie und nimmer, zu rechnen war. Manchmal sehnte man sich, man schlug sich die Nächte um die Ohren, weil es einfach schön war. Stundenlange Gespräche als Zeitreisen & Lebensreisen. Das waren die Resultate.

Man lässt sich ein und erfährt Leben & Nähe, man erfährt einen Menschen und seine Umgebung näher als andere.

Warum?

Weil es Vertrauen und einen Willen zur Gemeinsamkeit gibt, weil man sich gegenseitig etwas wert ist. Es gibt Prädikate, die sich im Laufe der Zeit entwickeln, es gibt Instinkte und Lebenserfahrungen. Es gibt die Lust und das Staunen.

Vor manchen Erfahrungen verneigt man sich … wird still und ruhig.

Das Leben hatte einem nicht nur wieder etwas beigebracht, es hatte einen beschenkt…und dabei ging es primär nicht um intellektuelles Wissen ( z.B. bezüglich anderer Kulturen ), was auch  sehr viel wert ist, nein, es ging um die Erfahrung einer gemeinsamen emotionalen Sprache, die weit tiefer reicht als der Intellekt.

Es ging nicht um Argumente, es ging nicht um geistige Überlegenheit oder Wettstreit. Solches kann man in jedem Seminar bekommen oder in einer Klosterschule in Tibet oder Indien.

Nein, es war faszinierend zu erleben, dass es eine internationale Sprache der Gefühle gab…

 

 

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Freundschaft VII

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Es wirkt der Geist, es sprechen die Grundhaltungen.              hut_badeabteilung

Dagegen kann niemand etwas machen

und das ist gut so !

Die Freundschaft wird aus vielen Quellen gespeist,

auch das entzieht sich des Menschen Kontrolle.

Man kann Freundschaft gestalten, sie aber kontrollieren zu wollen,

das ist ein Trugschluss, der bestenfalls mit Schafen und Hunden funktioniert. Das ist aber dann eine andere Art von Freundschaft. Die Freundschaft zwischen Menschen, bleibt vielfältig und mehrstufig, sie ist gefächert und gemustert. Das ist nicht immer einfach, beinhaltet aber eine Vielzahl von Möglichkeiten des Seins, die der Hund oder das Schaf nicht bieten können. Der Hund wedelt mit dem Schwanz, das Schaf blökt, aus welchem Anlass auch immer. Das kann mal ganz nett sein, aber wirklich lebenserfüllend ist es wohl nicht, es sei denn, es handelt sich um einen eher schlicht gestrickten Menschen, der die grobe Vereinfachung des Seins ansteuert. Das ist natürlich legitim, aber inwieweit befriedigend, bleibt dahin gestellt. Gemessen an den Möglichkeiten, ist  die grobe Vereinfachung von Vorgängen in einer Freundschaft zwischen Menschen, zumindest aus meiner Sicht weder wünschenswert noch anstrebenswert.

Warum?

Nun, das Potenzial würde nicht annähernd aktiviert noch ausgeschöpft.

Das kann nun wahrlich nicht befriedigend sein … weil der menschliche Geist doch so viel zu bieten hat … und auch des Menschen Gefühle, ein prächtiges Farbenspiel sind.

Wer möchte darauf freiwillig verzichten und warum?

 

Freundschaft II

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Beim Entstehen einer Freundschaft,                                                                   avignon_pantomine

gibt es in der Regel ein oder mehrere Schlüsselerlebnisse.

Diese Erlebnisse können unterschiedlichster Natur sein,

sind zuweilen ungewöhnlich und im wahrsten Sinne des Wortes:

ansprechend.

Durch die besondere Art der Ansprache, öffnet sich „die

Türe“.

Dieses Öffnen ist ein gefühlter Akt und zugleich ein Geschenk,

zuweilen sogar ein Mysterium.

Die Prozesse werden nicht immer bewusst erlebt. Das Unterbewusstsein spielt oft eine entscheidende Rolle. Man

spürt Ähnlichkeiten oder sogar Einklang. Da man sich aber noch nicht kennt und das Kennen nicht beschleunigt

werden kann, gibt man sich hin. Diese Hingabe basiert auf Interesse und Vertrauen, baut auf Erfahrung und ist durch

Bedingungslosigkeit gekennzeichnet. Wie die einzelnen Elemente gewichtet und verteilt sind, bleibt individuell, so

auch die Motive, die zu einer Freundschaft führen. Über allem steht ein Wollen, welches sich von der

Alltagsbeziehung unterscheidet. Letztere ist ja eher durch Pflicht, Notwendigkeit und Gewohnheit gekennzeichnet,

auch durch Oberflächlichkeit bis hin zur Abneigung. Schlimmerenfalls bedeutet die Alltagsbeziehung ein MUSS.

Die sich anbahnende Freundschaft hingegen ruft: „Ich will! oder Ich möchte!“

Man setzt sich also freiwillig in Bewegung und wird in Bewegung versetzt. Dazu bedarf es weder einer Aufforderung

noch eines Terminkalenders.

Es ist der Wunsch, der einen antreibt … es ist die Freude

 

 

 

Freundschaft I

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Der hohe Wert der Freundschaft                                                                                      hahn_rose

wurde in vielen Liedern besungen

und in zahlreichen Texten beschrieben.

Auch auf die Möglichkeit hin,

dass es hier und da zur Wiederholung kommt,

was übrigens nur dienlich sein kann, wird es aber vor allem ein Blick

in den eigenen Erfahrungsbereich geben.

Dieser ist, um es vorwegzunehmen, facettenreich und international.

Die Quellen führen von Deutschland über Frankreich und Indien,

bis hin nach Kambodscha und Libanon.

Wie schon der alte Hemingway einst sagte:

Man solle nur über etwas schreiben, was man auch selbst erlebt hat.

Daraus leitet sich zwar keine umfassende Allgemeingültigkeit ab, je breiter jedoch das Spektrum ist,

umso mehr Berührungspunkte mit anderen Menschen wird es geben. Es gibt nach meiner Erfahrung

kulturübergreifende, also internationale Sichtweisen und Wertsetzungen, was Freundschaft anbetrifft.

In diesem Sinne kann man durchaus von Menschheitswissen sprechen, welches sich seit Jahrtausenden

herausgebildet und geformt hat.

Wahre Freundschaft liegt einem am Herzen,

diese grundsätzliche Überzeugung lässt sich weitgehend in allen mir bekannten Kulturen finden.

Aus der Nähe zum Herzen, welches die Quelle des Seins ist, erwachsen alle anderen Äste

und Zweige, die so vielfältig und schön sind, wie ein blühender Baum unter einem klaren Himmel.

Freundschaft wird auch gerne mit dem Duft und der Schönheit von Blumen in Verbindung gebracht,

die wenn sie Licht und Wasser erhält, sich umso prächtiger entfaltet.

Am Anfang steht die zarte, junge Knospe …

Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an XI

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It’s time for relax.                                                                    blond_coffegirl_covered

Der Entspannung das Wort gesprochen.

Entspannung ist keine Kopf-,

sondern eine Gefühlsangelegenheit.

Die Gefühle bewohnen den Körper,

der ebenfalls seine Bedürfnisse hat.

 

Alles möchte frei zirkulieren können,

kann es aber oft nicht.

Warum?

Wer und was, verhindert die freie Zirkulation, den Austausch, das Leben in der Art,

was Leben ausmacht, nämlich die Vielfalt des Seins?

Wer und was blockiert?

Welche Motivationen oder Beweggründe, stehen dahinter?

Der Weg zur Entspannung geht über die Beantwortung von Fragen.

Wer stellt welche Fragen?

Wer gibt welche Antworten?

Auf manches gibt es vielleicht in absehbarer Zeit keine Antworten.

Manchmal werden Antworten verweigert oder idealisiert, rationalisiert

und projeziert.

Viele Fragen werden nie gestellt. Warum?

 

Max Frisch schrieb mal ein Buch mit dem Titel: „Fragebogen“.

Weder Max Frisch, noch die Schweiz, haben die Fragen erfunden,

aber die Idee, aus Fragen ein Buch zu machen, mutet zwar einfach an,

hat aber seine volle Berechtigung, ja Notwendigkeit.

Die Antworten dürfen gerne reifen.

Bloß nicht zu schnell antworten. Das könnte den Verdacht, sogar die Tatsache beinhalten,

es wäre nicht lange genug nachgedacht worden.

Vielleicht wurde überhaupt nicht nachgedacht.

Es wurde einfach agiert oder reagiert.

Über die Konsequenzen ist da noch gar nicht nachgedacht worden.

Entspannung braucht auch eine gewisse Struktur.

 

Es gibt förderliche und hinderliche Elemente.

Druck und Starre, Blockaden und Mauern,

verhindern den freien Fluss, so auch Ängste.

In alledem befindet sich der mehr oder weniger große Wunsch,

oder vielleicht sogar Zwang, Kontrolle ausüben zu wollen oder zu müssen.

Daraus erwächst eine lebensverhindernde, zuweilen lebensfeindliche Struktur,

die sich auf viele Bereiche auswirkt.

Körper – Geist – Seele – Gefühle.

Der Mensch ist nicht mehr im Fluss.

Und wenn er nicht mehr im Fluss ist, dann ist er auch nicht mehr entspannt.

Manchmal hilft da ein Stück Erdbeerkuchen, aber nur manchmal …

 

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Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an V

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Kaffeehauskultur? –                                                  Cafe_de_Paris

was bedeutet das eigentlich?

Eine höhere Ansiedlung des Seins?

Gerne wird auf vermeintlich glorreiche Zeiten und Orte verwiesen,

Wien, Paris, Berlin, Madrid … sogar am Mittelmeer

gab und gibt es noch das Café de Lyon,

wo einst die Mann-Familie gastierte, Franz Werfel und andere Exilanten

vor dem Krieg flohen und auf ihre nächsten Passagen warteten.

Das Café de Lyon steht in Sanary sur Mer.

Dort wurde so manches Lebensblatt umgeschlagen, umgeschrieben,

gefaltet und zerknittert.

Wenn man von Kaffeehauskultur sprechen möchte, sich auf die Suche macht,

dann war das Café ein Ort der Verinnerlichung, der Vergesellschaftung,

ein Umschlagplatz für Meinungen, die regen Austausch hielten.

 

Es war aber auch ein Ort, wo Nöte ihren Platz fanden.

Bei ein paar Tassen Kaffee, konnte man seine Sorgen erzählen und durchdenken.

Zuweilen gab es auch Wein und Likör, Absint und Schnaps oben drauf,

um das eigene Drama zu betäuben oder vielleicht zu bewältigen.

Man konnte aber auch einfach eine Zeitung lesen und Menschen beobachten.

Es war eine Veränderung des Alltags, es war eine wohltuende Abwechslung,

oftmals Genuss, an was auch immer.

 

Fragt man also nach Kaffeehauskultur, dann wären das einige der Kriterien,

die man anlegen müsste, um beurteilen zu können,

ob es noch eine Kaffeehauskultur oder eine Cafészene gibt.

Vielleicht gibt es noch Orte, wo eine Art tiefere Lebendigkeit

nicht nur auf dem Schild prangt, dort wo Künstler, Musiker und Schriftsteller,

an neuen Bildern arbeiten und sich erfreuen, sie auch lebhaft diskutieren.

Es muss ja nicht gleich eine Revolution geben,

aber eben doch mehr als nur Kaffee und Kuchen …

 

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Es gibt Tage, da denkt man an Kurt Tucholsky V

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Wie immer steht die Frage nach                                          tuch_office

den möglichen Brückenschlägen im Raum.

Vergangenheit und Gegenwart,

Historie und Aktualität.

Kurt Tucholsky engagierte sich für kurze Zeit parteipolitisch.

Ein Versuch, gesellschaftlich mehr Einfluss zu gewinnen, der aber alsbald

in tiefe Ernüchterung und Enttäuschung, mündete.

Er wirkte bei den Sozialdemokraten mit, stellte sich an die Seite der Arbeiterschaft,

deren Ausbeutung er mit Doping verglich.

 

„Was ist das anderes als Doping, wenn man die Bergleute in unsichere Schächte hineinjagt,

ihnen keine Zeit lässt, ihr Leben zu sichern:

arbeiten ! arbeiten! – Sie gehen drauf, wie die Fliegen …“

 

Die Widersprüchlichkeit von Parteipolitik, der Graben zwischen Reden und Handeln,

widerte Tucholsky nach einigen Erfahrungen mit der SPD an.

Parteiinterne Zerstrittenheit, war schon damals ein Markenzeichen der SPD.

Engagierte sich die Partei anfangs noch gegen die Kriegstreiberei,

war sie später mit an Bord und besang die notwendige Verteidigung des deutschen Vaterlandes.

Sie schloss faule Kompromisse mit den konservativen Kräften, um ihrem eigenen Verbot zu entgehen.

Damit war der Pakt mit dem Teufel geschlossen.

 

1914 begann der Erste Weltkrieg!

Vorab gab es ein großes gesellschaftliches Getöse und Geschrei.

Der Krieg wurde in der Presse vorbereitet. Sie heizte das Volk an, hetzte es auf.

Eine „Woge der Betrunkenheit“, schrieb Tucholsky.

Besoffen waren auch viele namhafte Autoren und Künstler.

Kurt Tucholsky hingegen schrieb:

„Uns Junge hat es umgerissen – wir stehen draußen so im Feld…“

Alle zuvor geltenden Werte und Ideale, die Tucholsky heilig waren,

gingen in die Brüche.

Von nun an herrschte nur noch Härte, Fanatismus und Furcht…

 

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