Merry Zwistmas I

Hinterlasse einen Kommentar


Das Fest der Liebe steht vor der Tür.

Foto: Stefan Dernbach

Foto: Stefan Dernbach

Stress? Hektik?

Die davor liegende Zeit,

ist stets für Überraschungen gut.

Mancher fragt sich:

Wo bleibt die Besinnung?

Ich erinnerte mich an den Schriftsteller Paul aus dem Film:

„Smoke“.

Dieser erhielt den Auftrag, eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben, was aber nicht so recht gelingen wollte. In seiner Not, fragte er seinen Kumpel Auggie, ob er nicht noch ein Erlebnis wüsste, woraus man eine Geschichte machen könnte.

Auch ich dachte mir, es wäre gar nicht schlecht, mal eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben, die aber schon darüber hinaus ins neue Jahr schaut. Einen Freund oder eine Freundin, musste ich nicht fragen, das Jahr hatte mir genügend Erlebnisse beschert.

Aber Fakten machen noch keine Geschichte.

Also dachte ich darüber nach, was zur Zeit eine wichtige Rolle bei den Menschen spielt?

Geschenke und gute Vorsätze, das sind die Markenzeichen, die den Dezember häufig bestimmen. Aber leider auch Stress, Hektik und Zwist. Die Messlatte der Erwartungen liegt höher als zu übrigen Jahreszeiten, das erzeugt womöglich Druck. Die Grenzen der Planbarkeit treten in Erscheinung.

Trotzdem versucht man es stets aufs Neue …

                                                                            ( Fortsetzung folgt )

Advertisements

Siegen VII

Hinterlasse einen Kommentar


Brief – Letter – Lettre                           dernbach_letter_sepia

Es kommt die Zeit,

da werden wieder mehr Briefe

geschrieben.

Grau ist der Himmel,

kühl die Luft,

Regen fällt.

Vor die Türe geht man nur mit Widerwille. Einkehr halten, an wen denken? Wem sich mitteilen? Ganz klassisch auf Papier, bei Kerzenschein. Ein Hauch von Melancholie vielleicht? Auf jeden Fall sagt der Sommer: Adieu…

Was uns vom Sommer blieb? Was gab es in diesen Monaten? Nicht allzu viel Sonne, so erscheint es zumindest. Ständiges Umbruchwetter, Szenenwechsel en masse. Und genau deshalb setzt man sich hin und schreibt einen Brief. Das ist ein gutes Stück Literatur, wie es seit Jahrhunderten gepflegt wurde, ein Akt der Verinnerlichung und Klärung. Es wird in Ruhe betrachtet. Man nimmt sich Zeit und das bewusst.

Keine schnelle Tipperei auf ein Display, keine Ruckzuck-Gedanken, noch Sätze.

Minutenlang kann man über einen Satz nachdenken, ihn verändern, ihn erspüren. Und damit erspürt man nicht nur sich selbst, sondern auch die Empfängerin oder den Empfänger.

Es ist eine eigene Art von Poesie, es ist eine Reise durch  Gedanken- und Erlebenswelten, von Schönheit, aber auch Wagnis geprägt. Man stellt Fragen, macht Aussagen, erfühlt die eigenen Positionen und Richtungen, und das nicht ohne Zweifel. Ein Brief ist kein Behauptungswerk, sondern ein Gemälde. Solche Prozesse müssen reifen. Schau und Zusammenschau, in Ruhe und mit Zeit. Das ist verschriftlichte Wertarbeit, das ist Kunst, das ist Wertschätzung.

Ob man sich das heutzutage noch leisten kann?

Man sollte es …

 

Freundschaft VII

Hinterlasse einen Kommentar


Es wirkt der Geist, es sprechen die Grundhaltungen.              hut_badeabteilung

Dagegen kann niemand etwas machen

und das ist gut so !

Die Freundschaft wird aus vielen Quellen gespeist,

auch das entzieht sich des Menschen Kontrolle.

Man kann Freundschaft gestalten, sie aber kontrollieren zu wollen,

das ist ein Trugschluss, der bestenfalls mit Schafen und Hunden funktioniert. Das ist aber dann eine andere Art von Freundschaft. Die Freundschaft zwischen Menschen, bleibt vielfältig und mehrstufig, sie ist gefächert und gemustert. Das ist nicht immer einfach, beinhaltet aber eine Vielzahl von Möglichkeiten des Seins, die der Hund oder das Schaf nicht bieten können. Der Hund wedelt mit dem Schwanz, das Schaf blökt, aus welchem Anlass auch immer. Das kann mal ganz nett sein, aber wirklich lebenserfüllend ist es wohl nicht, es sei denn, es handelt sich um einen eher schlicht gestrickten Menschen, der die grobe Vereinfachung des Seins ansteuert. Das ist natürlich legitim, aber inwieweit befriedigend, bleibt dahin gestellt. Gemessen an den Möglichkeiten, ist  die grobe Vereinfachung von Vorgängen in einer Freundschaft zwischen Menschen, zumindest aus meiner Sicht weder wünschenswert noch anstrebenswert.

Warum?

Nun, das Potenzial würde nicht annähernd aktiviert noch ausgeschöpft.

Das kann nun wahrlich nicht befriedigend sein … weil der menschliche Geist doch so viel zu bieten hat … und auch des Menschen Gefühle, ein prächtiges Farbenspiel sind.

Wer möchte darauf freiwillig verzichten und warum?

 

Freundschaft VI

Hinterlasse einen Kommentar


In dem Song: You’ve got a friend“,                                                   denkmal

gesungen von Carol King oder James Taylor,

werden tragende Säulen der Freundschaft besungen.

Auch findet sich in diesem Lied das Wort: Seele.

Dieser weitreichende Begriff steht für etwas Heiliges,

welches hier und da mysteriös erscheint, niemals

zu beweisen ist, aber von Menschen immer wieder erwähnt wird.

Der Mensch hat eine Seele, die einer zarten Membrane gleicht.

Ist die Seele intakt, so nimmt sie kleinste Schwingungen auf und reflektiert sie. Besonders schön ist das bei Kindern zu beobachten, aber auch bei Menschen, die in Not sind. Auch einige Schriftsteller verfügen über eine ausgeprägte Sensibilität, die weisen Menschen ohnehin. Seien es nun Philosophen oder Vertreter von Weltreligionen, die der Verblendung nicht anheim gefallen sind, so kann man bei ihnen Fähigkeiten entdecken, über die der normale Mensch nicht verfügt. Diese Fähigkeiten sind nicht vom Himmel gefallen, wie manche gerne behaupten, sondern sind das Ergebnis eines langen und beschwerlichen Weges, der reich an Erfahrungen und Erlebnissen ist.

Schriftsteller wie z.B. Hermann Hesse, Jack Kerouac, Henry Miller …etc. verarbeiteten diese Prozesse in ihren Texten, reflektierten und meditierten, über zum Teil geheimnisvolle und bestaunenswerte Vorgänge und Erlebnisse, die nicht zu verstehen waren, aber eben doch stattfanden. Sie schauten sich die Gewebe und Muster an, sofern es welche gab. Hermann Hesses Gedicht: „Stufen“, schildert den Lebensweg in kurzer und prägnanter Form. Dort ist die Rede vom Zauber des Seins.

Freundschaft verzaubert auf vielfältige Art und Weise:

Sie lässt uns staunen, lachen, weinen, lieben, singen, begehren und träumen…und manchmal wird man demütig vor dem, was einem widerfährt und was man geschenkt bekommt…ohne es bestellt zu haben…

 

Freundschaft IV

2 Kommentare


Freundschaft wird gerne als Ideal dargestellt.                                 stegohne (1 von 1)

In höchsten Tönen wird sie belobigt, besungen

und herbeigesehnt.

Ja, hätte ich einen wirklich guten Freund,

fände ich eine Freundin im Sinne von Freundschaft,

die patent und bodenständig wäre, dann gliche das

womöglich dem gerne beschworenen und erhofften Paradies auf Erden.

Das hohe Ideal kommt vor dem Fall.

Wohl ist es gut, sich seiner Ideale bewusst zu sein, notwendig ist es aber umso mehr zu wissen, dass kein Mensch seine idealistischen Vorstellungen und Wünsche, dauerhaft in die Tat umsetzen kann. Dafür sorgen Vorprägungen, Erkrankungen, Verluste und andere Schwankungen und Brüche im Leben. Dieses Naturgesetz kommt in jeder Freundschaft zum Zuge und zur Wirkung, ob man das nun schön findet oder nicht. Daran vorbeimogeln kann sich niemand, ohne einen Preis zu bezahlen. Es macht auch keinen Sinn, diese Gesetzmässigkeiten verdrängen zu wollen, weil sie stärker sind als jedes Verdrängungs-Konstrukt, welches sich der Mensch ausdenken kann.

Alles wirkt und wie schon der alte Paul Watzlawick sagte:

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Selbst Schweigen beinhaltet eine Vielzahl von Hintergründen und Botschaften. Sie zu erkennen, sie zu eruieren und ans Tageslicht zu fördern, ist nicht vielen Menschen gegeben. Denn was dafür notwendig ist, wäre die Fähigkeit von sich selbst absehen zu können, nicht fixiert zu sein. Diese Fixierung wird aus vielen Quellen gespeist und ist geistiger, emotionaler und zuweilen spiritueller Natur. So schön auch Ideale sind, leider lassen sie auch viele Menschen erstarren und verhärten. Ihre Ideale werden zu einem Forderungskatalog, gleich ob intern oder extern, formell oder informell. Dieses hat zur Folge, dass das Sein nicht mehr im Fluss ist. Die Spannungen nehmen zu und auch das ist ein Naturgesetz:

Sie lassen sich weder dauerhaft verdrängen, noch verleugnen oder wegbeschwören.

In der Freundschaft findet man Raum, um sich diese Vorgänge in Ruhe und mit Wohlwollen anzuschauen. Gerade darin liegt der Wert von Freundschaft. Sie ist ein geschützter Rahmen, wo Öffnung und Reflektion, schrittweise möglich wird. Welcher Wert auf dieser Skala erreicht werden kann, hängt wiederum von mehreren Faktoren ab.

Nicht alles lässt sich mit Wille erreichen, aber ohne guten Willen wird keine Knospe zur Blüte gelangen…

 

 

Freundschaft III

Hinterlasse einen Kommentar


Mit der beginnenden Freundschaft,                                                     worldmit (1 von 1)

läd man den anderen Menschen ein,

nicht nur in die eigene Häuslichkeit,

sondern auch in das eigene Innere.

Man gewährt dem Freund oder der Freundin Einblicke,

die man den Alltags-Menschen nicht zeigt.  Das hat seine guten

Gründe, denn das Innere braucht Schutz und Geborgenheit, also eine

gute Behandlung, die im harten Alltag zumeist auf der Strecke bleibt,

ja sogar gefährdet ist.

Bei Freunden kann man loslassen, auftanken und sich neue, frische Luft verschaffen.

Freundschaft gibt Energie, vor allem, weil sie auf Vertrauen und Wohlbehandlung basiert.

Man geht davon aus,  dass mit der eigenen Öffnung der Persönlichkeit, sorgsam, pfleglich und liebevoll umgegangen

wird, zumindest respektvoll, was einem Verhaltenskodex entspricht, der auch im Alltag die Grenzen zieht.

Dort geschieht das durch Gesetze, Anstandsregeln und Moral.  Diese Wertigkeiten sind Bestandteil einer jeden

Gesellschaft. Inwieweit sie tatsächlich praktiziert werden, ist eine andere Frage.

Die Freundschaft hingegen ist genau davon geprägt, was der Alltag nicht hergibt. In der Freundschaft finden sich

unterschiedliche Formen der gegenseitigen Unterstützung und Ermutigung.

Jeder gibt, was er kann… in einem Klima gegenseitiger Wertschätzung.

 

Freundschaft II

2 Kommentare


Beim Entstehen einer Freundschaft,                                                                   avignon_pantomine

gibt es in der Regel ein oder mehrere Schlüsselerlebnisse.

Diese Erlebnisse können unterschiedlichster Natur sein,

sind zuweilen ungewöhnlich und im wahrsten Sinne des Wortes:

ansprechend.

Durch die besondere Art der Ansprache, öffnet sich „die

Türe“.

Dieses Öffnen ist ein gefühlter Akt und zugleich ein Geschenk,

zuweilen sogar ein Mysterium.

Die Prozesse werden nicht immer bewusst erlebt. Das Unterbewusstsein spielt oft eine entscheidende Rolle. Man

spürt Ähnlichkeiten oder sogar Einklang. Da man sich aber noch nicht kennt und das Kennen nicht beschleunigt

werden kann, gibt man sich hin. Diese Hingabe basiert auf Interesse und Vertrauen, baut auf Erfahrung und ist durch

Bedingungslosigkeit gekennzeichnet. Wie die einzelnen Elemente gewichtet und verteilt sind, bleibt individuell, so

auch die Motive, die zu einer Freundschaft führen. Über allem steht ein Wollen, welches sich von der

Alltagsbeziehung unterscheidet. Letztere ist ja eher durch Pflicht, Notwendigkeit und Gewohnheit gekennzeichnet,

auch durch Oberflächlichkeit bis hin zur Abneigung. Schlimmerenfalls bedeutet die Alltagsbeziehung ein MUSS.

Die sich anbahnende Freundschaft hingegen ruft: „Ich will! oder Ich möchte!“

Man setzt sich also freiwillig in Bewegung und wird in Bewegung versetzt. Dazu bedarf es weder einer Aufforderung

noch eines Terminkalenders.

Es ist der Wunsch, der einen antreibt … es ist die Freude

 

 

 

Older Entries