Form Bewusst Sein

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Das Puzzle des Alltags ist geprägt von Gewohnheiten und Mustern. Wieviel Zeit nimmt man sich für was? Das ist nur eine Fragestellung von vielen, die Frank Berzbach in seinem Buch „Form Bewusst Sein“ aufwirft. Wie ist es um den Alltag bestellt? Wodurch zeichnet er sich aus? Wir folgen Realitäten, Trends, Erfahrungen, Zwängen, Wünschen…und erschaffen dadurch Erlebenswelten:

Ernährung, Liebe, Medien, Kleidung, Besitz …

das ist die Grundausrichtung, woran sich Frank Berzbach orientiert und seinem Buch eine Grundordnung verleiht, die hilfreich, weil basal ist. Allem vorangestellt ist die Form der Beschränkung. In vermeintlich grenzenlosen Zeiten, wird alleine schon das Wort: „Beschränkung“ in Erstberührung manchem die Lust verderben, geht man doch gerne über das Limit, ohne jedoch die Folgen zu bedenken. Nichts aber bleibt folgenlos, schon gar nicht das Extrem. Wie sieht der Rahmen aus? Der Mensch braucht Rahmenbedingungen und Eckpunkte. Sie geben Halt und Sicherheit, sie geben Orientierung.

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Wie gestalten wir unseren Alltag, wodurch ist er bestimmt und gekennzeichnet? Wonach streben wir?

Freiheit, Geld, Glück, Leistung, Anerkennung, Lob, Statussymbole, Macht, Gemeinschaft, Teilhabe, Erfolg, Liebe, Gesundheit, Sicherheit, Logik, Geborgenheit, Mitgefühl, Spiritualität, Glaube…etc. Hinter diesen Schlagworten verbergen sich ganze Welten von Vorstellungen, Geschichten und Erlebnissen. Nichts von alledem gibt es grenzenlos, obschon es gerne suggeriert wird. Versprechen von paradiesischen Zuständen, angeblich immerwährend, sind nichts als Illusion und Verführung, womit viel Geld verdient wird und Menschen, zuweilen ahnungslos, in die Irre sich bewegen. Dabei sind die sozialen Folgekosten immens: Übergewicht, Medienabhängigkeiten, stoffliche Süchte, Ängste, Gier, Konkurrenzdruck, Raserei, Völlerei, …all das macht den Menschen unfrei. Nur das Versprechen lautet anders:

Je mehr, umso besser….eine Gleichung, die irgendwann nicht mehr aufgeht.

Wenn wir uns beschränken, widersetzen wir uns, bestimmen wir selbst die Form in hohem Maße. Wir liefern uns nicht dem Heilsversprechen der Grenzenlosigkeiten aus. Wie autonom können wir sein? Wo können wir Grenzen setzen. Begrenzungen schaffen Freiräume, klären, geben Form. Dabei geht es auch um Identität. Wer bin ich? Wo gehöre ich hin, wo nicht?

Sich mit Formen zu befassen bedeutet, sich Gedanken um Schönheit, Ästhetik und Kunst zu machen

Die Fragestellung nach Erhabenheit und Anmut, schafft Harmonie. Beschränken wir uns, wird das Gebiet übersichtlich. Gerade in verwirrend, komplexen Zeiten, ein notwendiger Prozess. Berzbach spricht vom „Formverfall“ im Alltag. Das ist nachvollziehbar, denn das Tempo und die Anzahl der Ereignisse hat enorm zugenommen. Das liegt vor allem an der medialen Entwicklung. Rund um die Uhr verfügbar zu sein, ohne Pausen und Punkte, das gleicht einem Dauerstrom. Eine belanglose Info nach der anderen, wird rausgehauen und die Zusammenstellung ist konträr und intensiv. Eine Aufmerksamkeitshascherei, die süchtig machen kann und einen großen Druck erzeugt.

Überrollt den Menschen die Maschinerie der Ereignisse?

Was hat das für Folgen für die Wahrnehmung? Wie beeinflussen diese Umstände unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten? Schnell mal was essen, schnell mal was plappern, schnell mal ein Foto, schnell mal was übergeworfen, schnell mal zum Einkauf, schnell mal ins Auto…aber dann danach Stunden vor der Mattscheibe abhängen und sich fesseln lassen. Mord und Totschlag, Kochsendungen, Maden und Würmer in Camps, Schreihälse in angeblich normalem Alltag…und eine Art pervertiertes Heldentum, welches jenseits jeglicher Realität liegt. Superstars werden gesucht, Top-Models kreiert, Versager und Absteiger definiert. Niedere Triebe werden benutzt, Zwischenwelten zerstört. Ein Aufreger folgt dem anderen, demzufolge sich auch alle aufregen. Und zur Aufregung gesellt sich die Herabsetzung und Entwürdigung.

Der einstige Mitmensch wird zum Konkurrenten deklariert

Wenn die Spaltung regiert, was bleibt dann vom menschlichen Kern übrig? Wie wird er verwandelt? Eines ist unbestritten, die enormen Sogkräfte der Technisierung wiegen folgenschwer im Alltag. Deren Verführungskräfte stellen alles bisher Dagewesene in den Schatten. Nach Frank Berzbach ist es notwendig, sich nicht die Autonomie der Gestaltung vom Löffel nehmen zu lassen.Jeder hat die Wahl…

Frank Berzbach:  „Form Bewusst Sein“ ( 2016)

ISBN: 978 – 3 – 87439 – 872 -5

Verlag Hermann Schmidt

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Merry Zwistmas

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Der Stoff aus dem der Frieden ist? Liebe ! Oft genannt, mehr als man zählen kann. cover_foto_web

„Willst Du nicht „lieben“, so wende ich Gewalt an,“ nur eine „Spielart“ von vielen. Schafft man so Liebe? Es muss nicht immer tragisch-ernst sein. In dieser Geschichte breitet sich  Humor aus, auch wenn die Verhältnisse nicht einfach sind.

Eine Beziehungsgeschichte in der Weihnachtszeit, Bescherung inklusive.

Die Liebe geht zuweilen seltsame Wege, das haben Millionen von Menschen schon erlebt, Philosophen beschrieben und Religionen verbreitet. Wie steht es geschrieben: „Die Wege des Herrn sind….“

Aber auch die Wege der Damen sind…

Postfaktisch oder das Drama der einfachen Betrachtungen

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Einfach sich empören, das muss nichts mit Fakten oder Überblick zu tun haben, auch nichts mit Bildung. Die Inszenierung des Dagegen, ist keine Lösung, oftmals nicht einmal eine tragfähige Erklärung oder Beschreibung. Weder die Welt, noch die Gesellschaft, noch der Mensch ist einfach.

Das Sein ist komplex

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Wer die Komplexität der Prozesse negiert, der macht es sich allzu einfach.

„Schluss mit dem Philosophieren“, bedeutet nichts anderes als: Denkverbot. Und wo Denkverbote herrschen, da liegen die Seinsverbote nahe. Sie werden vorbereitet und angestrebt. Einbahnstrassen. Man sucht keinen Dialog.

Behauptungsunkultur

Aber gegen wen oder was? Warum das Dagegen? Geht es um Werte, wenn ja, um welche? Oder geht es nur um Protest?

Falls ja, so werden keine Lösungen erzielt…

Liebeszeichen – Brandzeichen V

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Bestellbar nun auch als Druckerzeugnis, manche nennen es Buch. Machen wir uns nichts vor, der Markt wuchert, ist eine Maschinerie. Charmlos? Manche sind der Ansicht, ein E-book sei kein Buch, weil eine Datei. Man möchte das Papier fühlen, alles echterweise sehen und nicht an einem Bildschirm. Das ist nicht nostalgisch, sondern völlig berechtigt.

Ich möchte das Buch in den Händen halten und es spüren

Mit allen Sinnen ist mehr. Wer auf das Mehr verzichtet, bekommt halt die Konserve.Ich möchte beides anbieten …

Nach dem E-book nun also die Printausgabe von Liebeszeichen – Brandzeichen, die ab sofort bei epubli in Berlin zu bestellen ist. In ca. zehn Tagen, dann bei allen gängigen Händlern. Ein Buch mit Signierung und Widmung, können Sie auch direkt bei mir bestellen.

Liebeszeichen – Brandzeichen III

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Step by step – der Schritte gibt es viele, man sollte sie besser nicht zählen. Es geht voran und das ist gut so. Ja, zwischendurch anhalten, Luft holen, nachspüren…so ein Buchprojekt ist kein Pappenstil. Woran man nicht alles denken muss, wenn man Selfpublisher ist. Da ist das Schreiben eine Säule. Dann kommt die Frage: wie und wo, veröffentliche ich? Soll es ein e-book werden? Wird es eine Druckausgabe geben? Finde ich Unterstützer für mein Projekt? Wie finanziere ich Druck- und Werbung?

Ich denke an Jack Kerouac und seinen Roman: „ON THE ROAD“ –

den er per Hand auf eine Rolle Papier geschrieben hat. Die Legende besagt, es sei eine Rolle Toilettenpapier gewesen. Und die hat er dann an einen Verlag geschickt…und sein Manuskript wurde ein Bestseller. Diese Vorgehensweise ist heute (nahezu) undenkbar.

liebeszeichen_brandzeichen_stefan_dernbach_printDer Buchmarkt wird alltäglich geflutet

Neben gedruckten Büchern, gibt es nun auch e-books. Alles hat seine Vor- und Nachteile, hier das habtische Erlebnis, dort die schnelle Verfügbarkeit mit allem technischen Schnickschnack. Schön ist es, wenn man beides miteinander kombinieren  kann. Das e-book ist die günstigere Version und somit eine Möglichkeit, seine Ideen zu veröffentlichen, wenn man sich halbwegs mit der Technik auskennt. Nicht alles läuft automatisch und auch hier gilt:

Der Weg ist das Ziel…

Nun kann der Leser sich schon einmal ein Bild machen:

Leseprobe

Liebeszeichen – Brandzeichen II

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Da sind sie versammelt, Oscar Wilde, Henry Miller, Thomas Bernhard, Albert Camus… alles Querdenker ihrer Zeit. Nicht zu vergessen: Georg Stefan Troller und Axel Corti.

Ein dynamisches Bild aus vielen Bildern

Alles ist in Bewegung. Sie lebten in verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten, und dennoch gibt es Verbindungen. So auch zwischen meinen Freunden, den lebenden und verstorbenen. Manche würden sie Sonderlinge oder „komische Vögel“ nennen. Komisch gilt nur bedingt, denn Scharfsinn gehört auch mit dazu, hier Esprit, dort britisch, schwarzer Humor. Alles in allem, sind sie aber keine Schwarzseher, auch wenn manche sie gerne so darstellen. Kuriositäten finden sich bei ihnen allemal…

Karl ist inoffizieller Weltmeister im Kaffeehaus-Sitzen, Hippie, ein ehemaliger Hüttenbewohner der Pyrenäen, der verstorbene Louis brachte es fertig, mit Seemannspullover in die Badewanne zu gehen…und Fuchskappe hing nach Lourdes in Südfrankreich am Kreuz. Das sind Eckpunkte eigenwilliger Existenzen.

NORMAL – kann man das nicht nennen,

aber es ist so wie es ist…wie immer man das nennen mag. Es hat stattgefunden und es findet immer noch statt, wenn auch etwas anders…

Liebeszeichen – Brandzeichen ist ab sofort im Handel vorbestellbar

Liebeszeichen Brandzeichen

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Die Kunst ein kreatives Leben zu führen- Frank Berzbach in Zürich (Teil I)

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Autorenlesung als Überraschung, das kann gelingen oder daneben gehen. Wenn man nicht weiß, was einen erwartet, lässt man es (einfach) geschehen. Der Autor Frank Berzbach war mir bis gestern unbekannt, das hat sich nun reichhaltig geändert und somit die Form. Berzbach, der sich in seinem aktuellen Buch mit „Formbewusstsein“ befasst, gelang es, die nicht einfache Thematik dem Publikum in Zürich anschaulich darzustellen. Keine typische Lesung! Der Kölner Autor moderierte seine Thematiken, ohne zu monologisieren. Kein von Oben-herab, sondern eine Beleuchtung des Menschen von verschiedenen Seiten.

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„Wir sind geprägt von der Form“, so Frank Berzbach.

Der alltägliche Rhythmus, bestehend aus Aufstehen, Anziehen, Essen, Arbeit, Beziehungen, Medien… wiederholt sich, darin erkennbar persönliche Rituale, Gewohnheiten und Leidenschaften. Inwieweit ist man sich diesen bewusst? Katholik Berzbach schlug Brücken zum Zen-Buddhismus.

„Form ist Leere, Leere ist Form“,

zitierte er einen alten Meister, von denen es im Buddhismus zahlreiche gibt. Bewusstsein, Achtsamkeit, Leben zusammenführen, nicht mit dem Ziel Erleuchtung zu erlangen, das wäre zu weit gegriffen, sondern um für Harmonie zu sorgen. Wer den Autor erlebt, merkt schnell, dass es sich bei Berzbach um keinen esoterischen Weichspüler handelt. Einfache Lösungen gibt es nicht, wohl aber Rahmenbedingungen, die das Innere prägen. Zweifellos liegt dem Autor das alte Wissen am Herzen, welches bis heute überlebt hat, aber gefährdet ist. Die alltägliche Überflutung des Menschen durch Reize, gefährdet den Rahmen. Mediale Zuschüttung, dominiert von Fragmenten und Banalitäten…die das alte Wissen um die Existenzmöglichkeiten des Menschen untergräbt, flutet, manche würden sagen, kontaminiert.

In diesem gewaltigen Verdrängungsprozess gibt es aber immer auch die Rufer in der Wüste.

Frank Berzbach ist einer von ihnen…ob er sich dabei manchmal einsam fühlt, ließ er nicht durchblicken. Eine Kämpfernatur, die in ihm steckt, war jedoch unübersehbar. Nein, Berzbach gibt sich nicht leicht zufrieden, so erschien es zumindest. Kein Kniefall vor „heiligen Kühen und Ochsen“ der schreibenden Zunft, wenn das, was sie von sich geben, Berzbach nicht schlüssig erscheint. Er möchte gerne auf Herz und Nieren prüfen, abgleichen, wohlwissend, dass man nicht alles vergleichen kann. Nach der Prüfung kommt das Zusammenführen der Erfahrungen. Daraus entstehen Gedankenbilder, die auf Erkenntnis beruhen und die der kreative Mensch dann mit anderen Menschen teilt. Er behält sie nicht für sich, weil sie kein Besitz sein können. Jeder Mensch bedient sich bei anderen Menschen, aber was fängt er damit an…?  Welche Form gibt er seinen Erfahrungen und wie gibt er sie weiter…?

Frank Berzbach , „Formbewusstsein“ , erschienen im Hermann Schmidt Verlag

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