Nach-Hause-Kommen

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„Feel like home“, diese Worte sind schon alt…ob sie wohl aus England stammen? Angesiedelt sind sie im Grunde überall, denn sie sprechen von einem tiefen menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Wärme. Worum es auch bei ihnen geht, das sind die Wurzeln des Menschen. Man kann nur mit ihnen, aber nicht gegen sie leben. Ohne Identifikation gibt es keine sinnvolle Existenz und ohne Sinn, kein Grund, es sei denn, der Mensch würde sinnlos handeln oder durch Sinnlosigkeiten angetrieben werden. Diese können aber niemals das Bedürfnis des Nach-Hause-Kommens füllen; im Gegenteil.

herzmeer

Einklang und Stimmigkeit, danach sehnt sich der Mensch, denn Einklang trägt…und erzeugt Wohlgefühl. Über die „Wurzeln“ gelangen die Nährstoffe in jedes Lebewesen. Ist der Boden aber kontaminiert oder versiegelt, kann kein Wachstum gelingen, dann gibt es auch kein „Nach-Hause-Kommen“. Wachstum ist unumgänglich mit Identifikation verbunden.

wieder mal im Café

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Es weihnachtet sehr, ja, es dröhnen einem die Ohren, es riecht mehr als es duftet. Gedrängel und Gewimmel. „Oh du Fröhliche!“ Da ist es gut einen Rückzugspunkt zu finden. Drei Strandkörbe zur Weihnachtszeit…in Siegen. Kuschelig mit wärmenden Decken versehen. Ja, dort mag ich einkehren….strandcafe

Hunderte von Cafés habe ich besucht, aber dieses hier, setzt sich nochmals ab. Was den meisten Cafés mittlerweile abhanden gekommen ist, nämlich der Charme, hier findet er sich. Dazu werden Crepes angeboten und eine kleine Plauderei gehört auch mit dazu. Gut, dass es diese Plätze noch gibt, wenn auch immer weniger. Aber genau das, macht sie wertvoll. Wer sich warm genug anzieht, der kann auch im Winter eine gute Zeit outdoor erleben. Crepes de Luxe, so steht es leuchtend geschrieben.

Savoir vivre, könnte man auch sagen…

Ich lege mein Tagebuch auf den Tisch und schaue zu den Passanten. Entspannung sieht anders aus. Aber nicht alle wirken gestresst. Einige bleiben für eine Weile stehen, schauen zu den Strandkörben und plötzlich ertönt ein langgezogenes

„Schöööön…“

Siegen

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Der Kalauer von Siegen

und dem Verlieren auf ganzer Strecke, kann vielfältig gedeutet werden.                  extrablatt_day_service

Nein, Siegen ist nicht der Kracher,

wohl aber deklarierte Rubensstadt.

Der Meister wurde hier geboren,

lag in den Windeln und plapperte von Malerei,

ergötzte sich an fülligen Damen und Landfrauen,

ob er Reibekuchen aß, man kann es nur ahnen.

An Historie hat Siegen etwas zu bieten, an Moderne auch.

Nach monatelanger Stadtabstinenz, man kann nicht sagen, lockte sie, so war doch ein Ruf

der Stadt zu vernehmen.

„Schau doch nochmal vorbei!“

Sowas sagt man zu Bekannten, Freunden und Familienmitgliedern. Der Ruf drang zu mir und ich machte mich auf den Weg. Mit Tagebuch und Fotoapparat, mit Entschlossenheit und Skepsis. Hatte sich in der Stadt etwas verändert, seit meinem letzten Aufenthalt? Wie stand es um die Kultur und ihr Angebot? Wie offenbarte sich das Leben in den Cafés? 

Der Herbst stand vor der Türe und die an Laub reichgefüllten Bäume begannen sich zu erleichtern. Werden. Leben. Vergehen. Was in der Natur deutlich zu beobachten ist, findet sich auch in einer Stadt…

 

Absage

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Nach zwölf Jahren Organisation und Durchführung von Lesungen,   popart_cheese_feets_flyerA4

hat man schon viel erlebt.

Es gab in der Tat, Höhen und Tiefen, aber noch nie

habe ich eine Lesung absagen müssen.

„Es gibt immer ein erstes Mal“, so sagt man.

Wochen bedarf es, um eine Lesung vorzubereiten.

Dazu gehört, entsprechende Texte zu schreiben, einen Programmablauf zu entwickeln und in der Regel sich um Musiker zu kümmern, die die Veranstaltung begleiten, inklusive Proben. Man muss sich den Veranstaltungsort anschauen und mit zuständigen Personen sprechen, einerseits, weil die Veranstaltung beworben werden muss, andererseits um einen würdigen Rahmen zu schaffen.

Dafür bedarf es von beiden Seiten, einer optimalen Nutzung von Ressourcen und einer Arbeitsteilung. Auch gilt es Fragen des Honorares oder der Vergütung zu klären, denn Kultur ist eine Leistung, die erbracht wird. Diese Leistung umfasst alle Tätigkeiten, die vom Kulturschaffenden erbracht werden.

Es ist hinlänglich bekannt, dass Kulturschaffende um ihre Existenz kämpfen müssen, mehr als andere, da Gelder und Fördermittelmittel in den letzten Jahren extrem gekürzt wurden. Viele Künstler sind in ihrer Existenz bedroht, was auch einen enormen Konkurrenzdruck zur Folge hat.

Die Rede ist hier nicht von einzelnen gesponserten Top-Events, wo tausende von Euros hineinfliessen,

sondern von Kleinkunst, die sich alltäglich überall in Deutschland und anderen Ländern engagiert. Sie repräsentiert einen wichtigen Beitrag zur Bildung. Ihr Bemühen, ihr Kampf, einen Geist hochzuhalten, der sich jenseits von Verflachung und Oberflächlichkeit, präsentiert, verdient einen würdigen Rahmen und adäquate Unterstützung.

Wer das nicht begreift, hat die Kultur und ihren Wert für die Menschen nicht begriffen…

 

 

 

 

 

 

to write is to be XIII

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Humor kann ein Rettungsanker sein,                                              camus_absurd_sepia

der einem hilft, den Stürmen der Absurdität

und der Widersprüchlichkeiten,

standzuhalten.

Auf beiden Seiten bietet sich eine breite Palette an,

manchmal drängt sie sich auch auf.

Dabei sind die Absurditäten und Widersprüchlichkeiten,

dem Humor zumeist überlegen, was nicht selten dazu führt, dass der Humor verflacht, erkrankt und verödet. Allzu häufig wird in die unterste Schublade gegriffen, anstatt sich die Mühe zu machen, an eine obere zu gelangen. In den unteren Kästen ist der Zynismus, der geistige Totschlag, die Kasperade der Dämlichkeiten zuhause. In dieser Schublade haust die Notwehr, die Ohnmacht und die Isolation. Auf derbe und absurde Zustände und Entwicklungen, erfolgen ebenso geartete Antworten.

Ein simples Emo- Ping-Pong, vornehmlichst mit Schmetterschlägen ausgestattet, führt in die Sackgasse. 

Ihm fehlt die Kunstfertigkeit und die Kreativität. Sprach man früher von Originalen, also humorvollen Menschen mit eigenem Charakter, kann man heutzutage den Spruch eines italienischen Fußballtrainers  heranziehen:

„Flasche leer!“

Der Bodensatz ist geblieben, der einfache Griff in die unterste Schublade, ständig kopiert und unters Volk gekotzt und gegrunzt. Die Dämlichen sind erheitert, klopfen sich die Schenkel blau, und die anderen sind entsetzt und schockiert. Andere sagen sich:

„Jetzt feuern wir zurück!“

Wer am Ende noch lacht, bleibt offen …

 

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

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to write is to be VI

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Das Tagebuch liegt auf dem Tisch,                                                                camus_freiheit_schönheit

der Kugelschreiber steckt zwischen den Fingern,

selten hinter dem Ohr, in der Tasse befindet sich Kaffee

mit einer Milchspur versehen, die die Bitterkeit mildert.

Es gibt das innere und das äußere Publikum,

Figuren und Menschen, verschiedenster Art.

Man hat Vorstellungen von Schönheiten und Hässlichkeiten,

Willkommenheiten und Abstößigkeiten.

Selten geht es um das Entweder-Oder, eher um die Skala, manchmal von 1 bis 10, dann von 1 bis 100, gelegentlich auch um die Skala von 1 bis 1000. Alles was darüber liegt, ist reine Spekulation. Sich mit dem schier Unmöglichen zu befassen, es zu denken, mag reizvoll sein, entbehrt aber zugleich einer Grundlage. Das Spiel mit dem Alles-Ist-Möglich, führt in Sphären, die leicht überreizen und auch überfordern. Als Selbstzweck wird es schnell langweilig und absurd, wirkt künstlich konstruiert.

Wer Abenteuer sucht, kann sie auch im realen Leben finden, in Menschen und ihren Umgebungen.

Man sitzt im Café und schaut sich um, lauscht den Klängen, den Monologen und Dialogen. Alles Akteure, Handlungsreisende, Empfänger, Konsumenten, Mitbürger, Alleinbürger, Koalitionäre, Behaupter, Traditionsfetischisten, Leistungsträger, Beamte, Hausfrauen, Arbeitnehmer, Erwerbslose, Rentner, Reiche, Arme, Glückliche und Unglückliche.

Wer will da behaupten, man könne im Café nichts lernen. Manche Schriftsteller behaupteten sogar einst, das Café sei besser als jede Schule und müsse den Vergleich mit einer Universität nicht scheuen. Ob das heute noch so ist, wer weiß?  Die Zeiten haben sich geändert, die Inhalte auch. Manche Themen sind aber auch zeitunabhängig, haben schon immer beschäftigt und werden es auch weiterhin tun.

Wie steht es um die Freiheit? Was ist Schönheit? Was hat es mit der Gleichgültigkeit auf sich? Was ist Erfolg? Wer hat Macht? Wer hat Ohnmacht? Wo liegen die Grenzen? Was bedeutet Akzeptanz? Wie steht es um die Tradition? Was ist Fortschritt? Der Fortschritt im Rückschritt oder der Rückschritt im Fortschritt?

Es stellen sich viele Fragen und man erhält viele Antworten…

 

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Die Tagebücher der Anais Nin IV

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Eigentlich dreht sich alles um Liebe,                                             nin_klarsicht_nah

zu dem Schluss kann man kommen,

wenn man die Tagebücher von Anais Nin liest.

Es geht immer wieder um Sehnsucht, Leidenschaften,

Verlustängste, Hoffnungen und Auflösungserscheinungen.

Aus Enttäuschung wird Begehren und aus Begehren wird

Enttäuschung.

Dabei sind die grundlegenden Ereignisse der Kindheit und Jugend, von zentraler Bedeutung. Bei genauem Hinschauen findet Anais Nin ihre Transformationen, ihre Fortsetzungen und ihre Zementierungen. Sie wehrt sich mit den Mitteln der Analyse und der Kreativität, gegen Rationalisierung und Idealisierung. Auf diesem Wege erlebt sie „die Tragödie der Klarsicht“, denn nicht wenige Menschen in ihrer Umgebung ziehen es vor, ihre gewachsenen Strukturen in anderen Gewändern fortzusetzen oder bleiben träge, stumpfsinnig und selbstgerecht, bei den alten Mustern. Das führt zwangsläufig zu Reibungen und Konflikten, zu neuen Begehrlichkeiten und Enttäuschungen, bis hin zum Chaos.

Das Mittel der Liebe zur Heilung  seelischer Wunden, ist stets bedroht durch Destruktivität.

Für Anais Nin gibt es keine guten und bösen Menschen, sondern sie fragt, ob ein Mensch destruktiv oder konstruktiv ist? Es kommt also auf Haltungen und Einstellungen an, die in Taten erkennbar sich abzeichnen. Als Schriftstellerin und Analytikerin, achtet Anais Nin besonders auf die Kommunikation. Was wird in den Mittelpunkt gerückt, was verschwindet? Wo und wie, wird Stellung bezogen? Wie steht es um die Beteiligung und Nichtbeteiligung? Wer ist aktiv und passiv? Und welche Motive gibt es dafür?

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