Kuschelkurs im Bett, aber nicht auf Papier

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Erleben, hinsetzen, betrachten, erinnern, nachdenken, aufschreiben…so läuft das. Wort für Wort, Satz für Satz. Zu allererst sich selbst verantwortlich, dann in gewissem Rahmen der Leserschaft, die man häufig gar nicht kennt. Schreibt man für Medien? Nein! Schreibt man für den Markt? Nein! Das sollte man sich leisten, auch wenn man es sich eigentlich nicht leisten kann.

Ein unverschämter Akt gegenüber der Marktwirtschaft

Aber genau in diesem Akt , liegt die Notwehr, sich nicht völlig einer Maschinerie auszusetzen oder gar auszuliefern. Sie zertrümmert den letzten Funken an Charme und Einfühlung. Das Diktat des Funktionalismus bedeutet zuweilen das Ende der Freiheit. Man sagt es nämlich nicht mehr so, wie man es eigentlich sagen möchte. Man schaut anders…und der Blick in die Abhängigkeit formt den Gedanken. Nichts Schlimmeres kann einem Autor passieren…als die Liebe zu seinem Schaffen zu verlieren. Und da gibt es einige Möglichkeiten…  liebeszeichen_brandzeichen_stefan_dernbach_print

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Grupo Sal & Alberto Acosta

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„Buen Vivir“  – gutes Leben, hat darauf der Mensch ein Recht?

Schaut man sich die Welt an, wie sie ist, dann müsste man antworten: Nein!

Kann man daran etwas ändern? Ja!

Wie? Es gibt viele Wege…sei es durch Musik und Wort, oder …

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Grupo Sal ist das musikalische Zusammenspiel verschiedener Nationen, eine gewachsene Einheit, trotz Verschiedenheit. Wahrlich ein Erlebnis: temperamentvoll, lebendig, vielfältig…versehen mit Erfahrung aus Jahrzehnten.

1987 erstmals mit dem Schauspieler Dietmar Schönherr auf Tour: „Nicaragua mi amor“, jetzt unterwegs mit dem ecuadorianischen Ökonom und Politiker Alberto Acosta, der sein Konzept: „Buen Vivir“ gestern in Siegen in der Martini-Kirche vorstellte.

Es war ein Stück gutes Leben, was dort präsentiert wurde…

Mehr davon, möchte man sagen, denn woran es oftmals in heutigen Zeiten mangelt, ist das Verbindende, aber auch die „Natürlichkeit“ des Seins. Spätestens beim Lied „Taki Ongoy“, entfachte sich der gute Zauber, die Magie, die Ursprünglichkeit…die in Mutter Erde beheimatet ist. Der Musiker Fernando Dias Costa von Grupo Sal, trug das Lied mit solch einer Intensität vor, dass sich wahrlich der gute Geist entfaltete. Da steckte mehr Energie drin als in allen Powerriegeln dieser Welt.

Künstlichkeit kann niemals Natur ersetzen

Das ist keine „linke“ Idee, sondern überprüften Wissen, welches viel zu oft in den Hintergrund gedrängt wird. Den Fokus wieder auf die Natur setzen, das hat sich der Ökonom und Politiker  Alberto Acosta auf die Fahnen geschrieben.

Denn aus der Natur kommt und erwächst das „Buen Vivir“…

Change is coming II

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Wenn das Leben ein Fluss ist, dann ist auch alles in Bewegung; sichtbar und unsichtbar. Nur durch Bewegung entsteht Leben. Wo Dämme gebaut werden, verkümmert die Natur, schlimmstenfalls stirbt sie ab. Mauern verhindern den Austausch.Das ist bei Menschen nicht anders als bei Flüssen. Was bleibt sind künstliche Anlagen und dahinter Rinnsale, zuweilen auch Wüste. Die Demonstration menschlicher Macht im Namen des Profits, der Fortschritt genannt wird, ist ein Rückschritt. Es sichert keine Ressourcen, fördert sie nicht. Er zerstört sie. Nur lässt sich die Natur nicht zerstören. Sie schlägt zurück.

Affen_nah

 

Wenn man einen Fluss kanalisiert, folgen Überschwemmungen.

Beton und Natur, das passt nicht.

Kurzfristig werden so „Erfolge“ erzielt, langfristig funktioniert das nicht. Und so ist das auch in menschlichen Beziehungen, die ja auch Natur sind. Reglementierungen wirken nur kurzfristig, kanalisieren das, was leben will. So kommt der Mensch auf die Welt und nicht anders. Er will leben, hat einen Lebensinstinkt und feine Antennen. Diese Antennen sorgen für eine natürliche Ausrichtung, die leider im Laufe des Lebens oftmals beschnitten und ruiniert wird. Mit welchen Recht? Es gibt dafür kein Recht. Nirgends ist ein solches niedergeschrieben, Teil einer würdigen Verfassung. Das gibt es nur in Diktaturen. Was eine Diktatur ist, das ist ein Thema für sich. Aber es gilt immer noch der Satz:

„Wehret den Anfängen!“

Change is coming

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Alle Jahre wieder, der Wechsel, die Schnittstelle, der Übergang. Für Rückblicke ist medial reichlich gesorgt. Gut ist es, selbst einmal zurückzuschauen, was war und was werden kann. Dabei verheddern sich einige unserer lieben Mitmenschen schon vor dem Wechsel in das, was ihrer Meinung nach werden soll.

Die guten Vorsätze, manchmal sollte man sie vielleicht besser undienliche Vorsätze nennen, bilden die Messlatte und zugleich die Barriere.

Man schaut Richtung neues Jahr und sieht Hürden und Hindernisse. Manche bauen zusätzlich welche auf. Dabei stellt sich die Frage nach dem Warum. So banal der Satz auch klingt, er ist wahr: weniger ist mehr. Psychologisch betrachtet könnte man sagen, weniger Konfliktstoffe. Das ist oft leichter gesagt als getan, aber den Weg zu beschreiten, schafft mehr Zufriedenheit und damit Frieden. Und wenn es ein lohnenswertes Ziel gibt, dann ist es Frieden, denn das Jahr war übervoll an Konflikten. Da muss man nicht nur den weltweiten Terror heranziehen, der vielen Menschen die Gesundheit und das Leben gekostet hat. Dazu gehören alle Formen von Krieg, aber auch von Armut. Ein Viertel der Menschen in unserer Gesellschaft, leben am Rande der Armut. Was bedeutet das?

 

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Viele Menschen stellen sich diese Frage nicht. Es besteht ihrer Ansicht nach keine Notwendigkeit. Sie sind bestens versorgt. Ob das wirklich so ist? Materiell-finanziell gesehen, mag das so sein. Doch auch, wenn das Bank-Konto reichlich gefüllt ist, an den existziellen Fragen und Bedingungen, kommen auch diese Menschen nicht vorbei. Bis zu einem gewissen Grad mag das Mogeln funktionieren, in den Essenzen nicht. Da stellen sich jedem Menschen dieselben Fragen. Diese einmal aufzuschreiben, ist eine Idee, die weitere Ideen hervorbringt. Die Sichtweisen werden somit erweitert, die Perspektiven verändern sich. Dabei geht es nicht unbedingt um gravierende Veränderungen, sondern um die Art des Schauens.

Statt Einfalt, möge die Vielfalt gedeihen.

Keine Frage, mit Vielfalt sind immer mehr Menschen überfordert. Sie haben den Tunnelblick, sind schlimmstenfalls festgefahren. Veränderungen sind nicht ihr Ding, dafür aber Ressentiments und Verurteilungen, Abwertungen und schlimmstenfalls Entwürdigungen. Sie stellen sich über andere Menschen, blicken abfällig auf sie herab. Nicht auf Augenhöhe, sondern Über- und Unterordnung ist ihr Ziel, geforderte Anpassung an ihr System, denn nur das zählt. Dieses Menschenbild kennt kein Miteinander und auch keine Meinungsfreiheit, der die Seinsfreiheit vorausgeht.

Was Seinsfreiheit anbetrifft, da braucht es im neuen Jahr Diskurse, die allzu lange nicht mehr geführt worden sind…

 

Es gibt Tage, da …III

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„Gehts ’ne Nummer kleiner?“   Krisenherd_Siegen_Dernbach

fragt man sich öfters.

Bundeswehr, Thema: Asyl,

Rüstungsgüter, Scheindebatten,

Ablenkungsquatsch.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen abschalten, sich aus möglichen und denkbaren Diskursen zurückziehen oder ganz verabschieden. Milliarden von Euros werden dilettantisch und wie selbstverständlich in den Sand gesetzt, während andere Menschen in beträchtlicher Anzahl unter Armut leiden.

Hier wird mögliche Zukunft nicht nur aufs Spiel gesetzt, sondern vorsätzlich zerstört. Eine eingelullte Gesellschaft schaut biedermännisch den Brandstiftern zu, wie diese den sozialen Frieden der Gesellschaft gefährden. Täter in Nadelstreifen, käufliche Politiker, unglaubwürdige Kirchen, saft- und kraftlose Journalisten. Wer soll da dem Bürger noch glaubhafte, motivierende Orientierung geben, wer soll da noch sinnstiftend wirken?

Wenn von oben, die falschen Signale gegeben werden, was können die, die unten sind, damit anfangen?

Unten wird nicht völlig anders agiert als oben. Was vermeintliche Eliten vorleben, wird weiter unten auch gerne als Freibrief im kleineren Rahmen benutzt. Eine Mischung aus Beton und Teflon, ein Singsang der Gleichgültigkeit oder Aggression.

Ist man wirklich noch involviert oder beteiligt?

Den Kräh-Hannes gibt es oben wie unten, den Schmierlappen auch. Prinzessinnengehabe und zänkische Weiber, Manipulateure und Saboteure, sind in allen Schichten vertreten. Zweifellos sind die Spannungszustände gewachsen, die Krisenherde auch.

Mit welchen Geisteshaltungen wird auf sie reagiert?

 

 

Es gibt Tage, da …II

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Zeitgeist und Herzensangelenheiten,   lebenhart

vertragen sich häufig nicht.

Schneller, höher, weiter,

oder die Kriterien „noch besser“,

„noch leistungsfähiger“, „noch tougher“,

überfordern einen beträchtlichen Teil der Menschen, sorgen für ein Klima, welches gekennzeichnet ist von Druck und Angst.

Seien Sie flexibel, austauschbar, anpassungsfähig und schnell. Multitasking oder alles auf einmal? Ein ständiger Wechsel der Ebenen, bei gesteigertem Tempo und gleichzeitiger Ausweitung der technischen Informationen und Anforderungen.

„Kann ich noch mithalten?“ – fragen sich viele Menschen.

„Bin ich genug wert, um anerkannt zu werden?“

Die Leistungsanforderungen, die Leistungskataloge, die Leistungskriterien, sind nicht nur umfangreich, sondern werden ständig weiter ausdifferenziert. Minutiös wird dokumentiert und festgehalten, was einem Menschen zusteht und was nicht. Dabei geht es nicht nur um Geld- und Sachleistungen, sondern auch um Zuwendung und Zeit. Das, was von oben verordnet und verortet wird, setzt sich in der Psyche der Menschen ab.

„Ihnen stehen 12 Minuten Gespräch pro Tag zu ! Das reicht !“

Erwartungshaltungen verändern sich, es entsteht eine neue Art von engem Anspruchsdenken, dem „die Oberen“, die diese Marschroute ausgeben, selbst nicht gerecht werden. Dafür gibt es alltäglich genügend Beispiele in Politik und Wirtschaft, aktuell beim Militär, bei den Medien sowieso, und im sozialen Bereich fatalerweise auch. Man meint zu bündeln und verknappt immer mehr, reduziert und baut ab, um die Leistungsfähigkeit vermeintlich zu erhöhen. Was man früher Erbsenzähler nannte, sind heute Fakten-Fetischisten, denen der Blick aufs Ganze abhanden gekommen ist.

Man handelt mit der Suggestion der Perfektion und perfektioniert die Suggestion

Schwächen sind nicht erwünscht, Fehler kann man sich angeblich nicht leisten. Und sollten sie doch einmal auftauchen, dann muss man sie verdrängen, verleugnen oder verstecken. Die Meute, welche auch immer, scheint stets auf der Lauer zu liegen, auf der Suche nach dem „Nicht-genug-wert“, nicht leistungsfähig genug oder dem wirtschaftlich-sozialen Faktor:

Zu teuer, sprich, nicht rentabel … oder zu langsam, zu weich, zu mitfühlend, zu hinterfragend,eben, viel zu gut für diese Gesellschaft…

 

 

to write is to be XVIII

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Einst feierte sich die Netzgemeinde                                         Arundhati_roy

als große demokratische Bewegung,

als Vorreiter einer in die Realtität

umgesetzte Utopie.

Das Paradies schien zum Greifen nahe,

gelandet ist man in einem Alptraum,

der nun von einigen Aposteln dieser Bewegung

beweint und betrauert wird.

Mancher leistet sogar Abbitte, ob seiner grenzenlosen Naivität, wobei die Abbitte mehr nach Geschäft, als nach wahrer Erkenntnis riecht. Kapituliert hat da niemand, es wird nur der Spiess in die andere Richtung gewendet, weil die Naivität von der Realität im Eiltempo überholt worden ist.

Wie sollte im Internet eine neue demokratische Bewegung möglich sein, die die Welt zum Guten verändern würde? Wo sollten die Ordnungskräfte in einer globalen Informationstechnologie herkommen und auf welchem Wege sollten sie ordnen können, was da millisekündlich über die Datenautobahnen jagt? Die Apostel und ihre Jüngerschaft, die Gurus der Bits-&-Bytes-Generation, hatten zur Schulzeit offenbar weder am Politik- noch am Erdkundeunterricht, bewusst teilgenommen. Von globalen Machtverhältnissen und ihren Wirkkräften, hatten sie ähnlich viel Ahnung, wie der Wetterhahn auf dem Kirchturm von der Religion, die unter ihm praktiziert wird.

Freiheit wird nicht dadurch errungen, indem man ständig FREIHEIT kräht.

Nicht nur die Piratenpartei erfuhr, dass Realpolitik nach den Regeln von Machtverhältnissen funktioniert. Realpolitik findet auch im Internet statt, genauso wie Realwirtschaft. Die global player bestimmen, was, wo und wie passiert, und nicht ein paar Laptop-boys & Laptop-girls, die sich eine Demokratie zusammenträumen, die es weder vorher gegeben hat, noch nachher geben wird.

In diesen Zusammenhängen war manche Hausfrau wesentlich intelligenter, als die Display-Träumer und Internet-Gläubigen. Sie setzte sich an den Küchentisch, stellte die Spülmaschine an und schrieb einen SM-Roman, der zwar sprachlich unter aller Kanone ist, sich aber glänzend verkauft.

That’s life…

Der Autor dieses Schreib- & Fotoprojektes, dankt Ihnen für Ihre Förderung & Unterstützung.

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