Kultur! Kultur!                                             open_air_kino

Schon alleine das Wort,

kann abschreckend wirken.

Geigenspiel. Singsang.

Billige Komödienpein.

Es gibt aber auch open-air-Kino, Provinz-Tango, Apollo-Dramen …und andere Events, deren Ereignisgewichtigkeit nicht besonders ins Gewicht fallen, aber man tut etwas.

Manche Veranstaltungen haben  Charme, so das open-air-Kino, welches am Oberen Schloss in Siegen stattfindet. Gestern lief „Der Medicus“, heute zum Kehraus: „Grand Budapest Hotel“. Liegen beide Filme auch weit auseinander, so finden sich zumindest in den jeweiligen Streifen das Wortteil: …pest.

Am Oberen Schloss hat vermutlich nie die Pest gewütet, jene Seuche, mit der man im Mittelalter zu kämpfen hatte. „Der schwarze Tod“. Auch der Medicus in Isfahan, war mit dieser Bedrohung konfrontiert, lernte mit der Erfahrung, besiegte die Krankheit durch Erkenntnis und Praxis. Es war ein schwieriger Weg mit unzähligen Opfern.

Der schmerzhafte Weg zur Erkenntnis, ein wiederkehrendes Thema, ein Menschheitsthema, so auch der Umstand der Krankheit. Jede Zeit hat ihre Krankheiten. Es gibt Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten, Mixturen und Rezepturen. Heilkünste wurden entwickelt, gerieten jedoch stets an ihre Grenzen, weil plötzlich eine neue Seuche, eine Mutation, das Leben bedrohte.

Nie war es die Summe der Faktoren, sondern das Zusammenspiel, welches verstanden werden musste, um eine Krankheit heilen zu können. Nun leben wir aber in einer plakativen Zeit, wo das in den Vordergrund rückt, welches den meisten Lärm und das grösste Krakeele, verbreitet. Es geht nicht primär ums Verstehen, sondern ums Auffallen. Die Bedeutung der Wissenschaften, rangiert hinter Fussball, Rennfahrern, Partyludern und Polit-Clowns.

Wie soll so die Erkenntnis flächendeckend vermehrt werden? Wahrscheinlich soll sie das gar nicht …