Kuschelkurs im Bett, aber nicht auf Papier

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Erleben, hinsetzen, betrachten, erinnern, nachdenken, aufschreiben…so läuft das. Wort für Wort, Satz für Satz. Zu allererst sich selbst verantwortlich, dann in gewissem Rahmen der Leserschaft, die man häufig gar nicht kennt. Schreibt man für Medien? Nein! Schreibt man für den Markt? Nein! Das sollte man sich leisten, auch wenn man es sich eigentlich nicht leisten kann.

Ein unverschämter Akt gegenüber der Marktwirtschaft

Aber genau in diesem Akt , liegt die Notwehr, sich nicht völlig einer Maschinerie auszusetzen oder gar auszuliefern. Sie zertrümmert den letzten Funken an Charme und Einfühlung. Das Diktat des Funktionalismus bedeutet zuweilen das Ende der Freiheit. Man sagt es nämlich nicht mehr so, wie man es eigentlich sagen möchte. Man schaut anders…und der Blick in die Abhängigkeit formt den Gedanken. Nichts Schlimmeres kann einem Autor passieren…als die Liebe zu seinem Schaffen zu verlieren. Und da gibt es einige Möglichkeiten…  liebeszeichen_brandzeichen_stefan_dernbach_print

Lichtverhältnisse

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Licht ins Dunkel bringen…    einstein

Dunkel gibt es nicht, sagte Betz. light_line_top

Es gibt nur mehr oder weniger Licht.

Lichtverhältnisse  & Kontraste…

Und es gibt Aussparungen, so auch Lichtwellen & Lichtlinien…, ja sogar Lichtgeschwindigkeit. Die Wirkung von Licht ist wohltuend. Sonne. Wärme. Lichtzeichen. Sie zu setzen entgegen Ressentiments, Hass, Abwertung, Diskriminierung, Rassismus… also all jenen Verhaltensweisen, die Ungleichheit schaffen oder anstreben, sie zu schaffen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ( Artikel 1 des Grundgesetzes ) – das ist der Maßstab, der Mittelpunkt, das Zentrum, der Leitgedanke.

To write is to be

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Es ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Worten, es ist weit mehr. Es ist ein Bild aus tausend Bildern. Erscheint das Wortgemälde auch einfach, wer mag behaupten, dass es so ist?  Das Buch ist ein Ergebnis, ein Blogbeitrag auch. Selbst ein Zeitungsartikel hat seine Vorgeschichte.

Alles Schreiben folgt Motivationen

 

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Was bewegte den Autor zu schreiben?

War es die Lust am Nachdenken? Waren Erlebnisse so intensiv, so direkt, so stark…, dass der tiefe Wunsch bestand, es ausdrücken zu wollen, vielleicht sogar zu müssen? Schwer denkbar, dass es die pure Lust am Schreiben war. Aber auch das kann vorkommen. Das zweckfreie Spiel mit Gedanken und Worten. Der Unterschied zu Thomas Bernhard und seiner Auffassung vom Schreiben, ist frappierend. Bei ihm dominiert die Schärfe, die gnadenlose Zielführung. Ihm gegenüber steht zum Beispiel Jack Kerouac. Er schrieb wie ein Jazz-Musiker. Bebop. Wild riffs. Man könnte noch andere Autoren anführen, die für klare Konturen sorgten, die starke Akzente setzten. Henry Miller nannte Kant einen Leisetreter. Miller forderte auf:

„Bremsen raus!“

Zugleich sagte er:

„Ich möchte die Schrecken bannen, die den Menschen daran hindern, zu seiner vollen Größe emporzuwachsen.“

Er setzte alles auf eine Karte

Das kann man heute auch noch machen, aber die Zeiten sind andere. Die Menge an Provokation und Skandalisierung, ist über die Ufer des Erträglichen geflutet. Beide verfolgen keine tieferen Absichten mehr, erreichen keine Vielschichtigkeit, wie man es sich von „guter“ Literatur erwartet, zumindest erhofft. Bloße Provokation ist langweilig und die lange Kette der Skandale, zerstört das Feingefühl. Differenzieren ist nicht mehr gefragt, sondern „Plakatierung“.

Auf Kosten tieferer Erkenntnisse, wird gekaspert, gejohlt, provoziert, angeklagt, angegriffen, bagatellisiert… im wahrsten Sinne des Wortes, schlecht buchstabiert.

Was wirklich langweilt, ist die Einseitigkeit…

 

Zeit nehmen

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In Anlehnung an den Buchtitel „Die Entdeckung der Langsamkeit“ kann man wohl eher von der Verdrängung der Langsamkeit sprechen. Denkbar ist auch: Das Diktat der Schnelligkeit. Hinzu kommt zwangsläufig eine Masse von Informationen, die kaum bis gar nicht zu verarbeiten sind. Das erhöht nicht nur die Fehlerquote, sondern auch das bruchstückartige Gequassel. Fragmente dominieren, Ausschnitte erheben einen Anspruch auf Wahrhaftigkeit, den sie gar nicht erfüllen können, denn es fehlt ihnen an Breite und Tiefe.

Betrachtung braucht Zeit

 

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Das Wort Zeitraffer spricht für sich. Man rafft sich ein paar Minuten zusammen und schaltet gleich wieder um. Der nächste Gang wartet nicht, er lauert, er drängelt, er fordert auf. In diesem Zusammenhang erscheint es nicht übertrieben von Nötigung zu sprechen. Aber wer nötigt wen? Wer setzt die Schwerpunkte? Wer trifft die Entscheidungen darüber, was wert und weniger wert ist? Von Unwert sollte nicht die Rede sein. Oscar Wilde meinte einst sinngemäss, dass man von allem etwas lernen könne. Das setzt aber Offenheit und einen Willen voraus, sicher auch einen mehr oder weniger differenzierten Hintergrund. Vor allem muss man sich aber Zeit nehmen.

Wer sich keine Zeit nimmt, der wird auch nichts verstehen, denn Verstehen ist keine leichte Angelegenheit…

New Year

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Kalendarisch ist es neu, frisch und jung. 2016. Auf der Zeitachse geht es weiter, im Leben auch. Die Rückblicke sind noch nicht abgeschlossen, aber die Gedanken wandern Richtung neues Jahr.

„Eile mit Weile“?

Mehr Weile als Eile, das ist eine Richtschnur. Das eigene Maß gestalten und leben. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Verwirklichung des eigenen Wesens. Jeder hat seine Baustellen, jeder seine Aufgaben. Und wenn es gut läuft, dann teilt man etwas davon, ergänzt sich, befragt sich. Die Moralkeule hat an der Stelle nichts zu suchen, eine Verrechnung auch nicht.

worldmit (1 von 1)

Zeit muss man sich nehmen

Hinschauen und was passiert, auf sich wirken lassen. Das gelingt nur im angstfreien Raum, dort wo freies und tiefes Nachdenken erlaubt und möglich ist. Jeder Mensch braucht „Spielräume“, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Wer ständig unter Druck ist, dem fehlen die Spielräume, alles wird eng, alles spitzt sich zu, schlimmstenfalls in einer Endlosschleife. Das Ergebnis ist Dauerstress. Und dieser Stress macht krank. Den Stress zu reduzieren, das bedeutet auch Verantwortung für sich zu übernehmen. Leistungsstress ist kein Gütesiegel, sondern die Ursache von Krankheiten. Letztere interagieren miteinander und streuen. Sie beeinflussen uns selbst und unsere Beziehungen. Das reicht von Beeinträchtigung bis hin zur Zerstörung. Ein hoher, folgenschwerer Preis.

Das „Immer-Mehr“ führt ins „Immer-Weniger“. Mehr Tempo, mehr Leistung, mehr Aufgaben …mehr Forderungen. Manche nennen das Hamsterrad oder Tretmühle. Mit Wohlsein hat das nichts zu tun und gesund ist es auch nicht. Das Recht auf Gesundheit gibt es in unserer Gesellschaft glücklicherweise noch, in anderen nicht…

 

Change is coming II

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Wenn das Leben ein Fluss ist, dann ist auch alles in Bewegung; sichtbar und unsichtbar. Nur durch Bewegung entsteht Leben. Wo Dämme gebaut werden, verkümmert die Natur, schlimmstenfalls stirbt sie ab. Mauern verhindern den Austausch.Das ist bei Menschen nicht anders als bei Flüssen. Was bleibt sind künstliche Anlagen und dahinter Rinnsale, zuweilen auch Wüste. Die Demonstration menschlicher Macht im Namen des Profits, der Fortschritt genannt wird, ist ein Rückschritt. Es sichert keine Ressourcen, fördert sie nicht. Er zerstört sie. Nur lässt sich die Natur nicht zerstören. Sie schlägt zurück.

Affen_nah

 

Wenn man einen Fluss kanalisiert, folgen Überschwemmungen.

Beton und Natur, das passt nicht.

Kurzfristig werden so „Erfolge“ erzielt, langfristig funktioniert das nicht. Und so ist das auch in menschlichen Beziehungen, die ja auch Natur sind. Reglementierungen wirken nur kurzfristig, kanalisieren das, was leben will. So kommt der Mensch auf die Welt und nicht anders. Er will leben, hat einen Lebensinstinkt und feine Antennen. Diese Antennen sorgen für eine natürliche Ausrichtung, die leider im Laufe des Lebens oftmals beschnitten und ruiniert wird. Mit welchen Recht? Es gibt dafür kein Recht. Nirgends ist ein solches niedergeschrieben, Teil einer würdigen Verfassung. Das gibt es nur in Diktaturen. Was eine Diktatur ist, das ist ein Thema für sich. Aber es gilt immer noch der Satz:

„Wehret den Anfängen!“

Change is coming

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Alle Jahre wieder, der Wechsel, die Schnittstelle, der Übergang. Für Rückblicke ist medial reichlich gesorgt. Gut ist es, selbst einmal zurückzuschauen, was war und was werden kann. Dabei verheddern sich einige unserer lieben Mitmenschen schon vor dem Wechsel in das, was ihrer Meinung nach werden soll.

Die guten Vorsätze, manchmal sollte man sie vielleicht besser undienliche Vorsätze nennen, bilden die Messlatte und zugleich die Barriere.

Man schaut Richtung neues Jahr und sieht Hürden und Hindernisse. Manche bauen zusätzlich welche auf. Dabei stellt sich die Frage nach dem Warum. So banal der Satz auch klingt, er ist wahr: weniger ist mehr. Psychologisch betrachtet könnte man sagen, weniger Konfliktstoffe. Das ist oft leichter gesagt als getan, aber den Weg zu beschreiten, schafft mehr Zufriedenheit und damit Frieden. Und wenn es ein lohnenswertes Ziel gibt, dann ist es Frieden, denn das Jahr war übervoll an Konflikten. Da muss man nicht nur den weltweiten Terror heranziehen, der vielen Menschen die Gesundheit und das Leben gekostet hat. Dazu gehören alle Formen von Krieg, aber auch von Armut. Ein Viertel der Menschen in unserer Gesellschaft, leben am Rande der Armut. Was bedeutet das?

 

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Viele Menschen stellen sich diese Frage nicht. Es besteht ihrer Ansicht nach keine Notwendigkeit. Sie sind bestens versorgt. Ob das wirklich so ist? Materiell-finanziell gesehen, mag das so sein. Doch auch, wenn das Bank-Konto reichlich gefüllt ist, an den existziellen Fragen und Bedingungen, kommen auch diese Menschen nicht vorbei. Bis zu einem gewissen Grad mag das Mogeln funktionieren, in den Essenzen nicht. Da stellen sich jedem Menschen dieselben Fragen. Diese einmal aufzuschreiben, ist eine Idee, die weitere Ideen hervorbringt. Die Sichtweisen werden somit erweitert, die Perspektiven verändern sich. Dabei geht es nicht unbedingt um gravierende Veränderungen, sondern um die Art des Schauens.

Statt Einfalt, möge die Vielfalt gedeihen.

Keine Frage, mit Vielfalt sind immer mehr Menschen überfordert. Sie haben den Tunnelblick, sind schlimmstenfalls festgefahren. Veränderungen sind nicht ihr Ding, dafür aber Ressentiments und Verurteilungen, Abwertungen und schlimmstenfalls Entwürdigungen. Sie stellen sich über andere Menschen, blicken abfällig auf sie herab. Nicht auf Augenhöhe, sondern Über- und Unterordnung ist ihr Ziel, geforderte Anpassung an ihr System, denn nur das zählt. Dieses Menschenbild kennt kein Miteinander und auch keine Meinungsfreiheit, der die Seinsfreiheit vorausgeht.

Was Seinsfreiheit anbetrifft, da braucht es im neuen Jahr Diskurse, die allzu lange nicht mehr geführt worden sind…

 

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