Liebeszeichen – Brandzeichen IV

Hinterlasse einen Kommentar


Oh, wie schön ist es, ein Künstler zu sein…

Welcher Zunft man nun auch immer angehört, es ist Handwerk und Leidenschaft, zugleich. Originär dem Handwerk entsprungen, ging es dabei weder um Masse, noch um Werbung. Der Künstler hatte seinen Platz am Ort und dort schuf er Tag für Tag. Schaffende Selbstverständlichkeit, selbstverständliche Beschaffenheit…

„Moin!“                                                                                     herz_artist_entrance

„Na, Meister!?“

Da saß der Meister am „Feuer“ und schmiedete…Gedanken, Worte, Sätze, Melodien…

Der Maler schaute auf die Farbtöpfe und nahm sich den Pinsel. Der Musiker weckte das Dorf mit Klängen aus seiner Schalmei oder griff zur Laute. Man kannte sie, die Künstler, sie gehörten dazu, waren geachtet, waren Teil von Feiern & Festen.

Kunst war verortet & fundiert, Kunst nahm sich Zeit, um zu werden…

Und heute haben wir keine Zeit…?

Auch das ist Thema in meinem kommenden Buch:

Liebeszeichen – Brandzeichen, denn die vermeintliche „Zeitlosigkeit“, vielleicht besser gesagt, Zeitknappheit, darf und sollte hinterfragt werden…

Sind wir gestresst, falls ja, warum…?

Die „Herzbaracke“ liegt am Züri-See, schaukelt etwas und bietet herrliche „Aussichen“. Auch ihr setze ich in meinem Buch ein  „Denkmal“, auch weil sie ein „Denk mal!“ als Botschaft verbreitet. Aber eben nicht nur.

Sie verkörpert viel mehr…

In ihr sind unendlich viele Liebeszeichen beheimatet, nicht nur die Liebe zu Details, nein, vor allem die Liebe zur Kunst…

Advertisements

PETER LINDBERGH: „Images of Women II“

1 Kommentar


FACE TO FACE

Es gibt Bücher, in die kann man sich verlieben. Sie kommen vielschichtig daher und setzen Akzente, an deren Ufern man verweilen möchte. Der Photograph Peter Lindbergh hat mit seinen Aufnahmen „Images of Women II“, die aktuell im Verlag Schirmer / Mosel erschienen sind, ein solches Buch geschaffen. Die Zusammenschau von Photographien aus den Jahren 2005- 2014, zeigt überwiegend Ansichten von Top-Models und Schauspielerinnen, die durch ihre Natürlichkeit anziehend wirken. Nadja Auermann, Milla Jovovich, Robin Wright, Kate Moss, Naomi Campbell, Juliette Binoche, Kate Winslet und viele andere. Verbindet man mit Modephotographie häufig glamourös und pompös inszenierte Aufnahmen, so rückt Lindbergh konträr dazu den Menschen in den Mittelpunkt.

Foto: © Peter Lindbergh / courtesy Schirmer / Mosel

Foto: © Peter Lindbergh / courtesy Schirmer / Mosel

Mehr Sein als Schein

Dieses Motto wirkt entlastend wie bereichernd, in Zeiten wo das Plakative und Skandalöse die Zeitgeister bestimmt. Nicht Überfütterung, sondern Entfütterung ist angesagt.

Auf dem Cover betrachtet die Schauspielerin Uma Thurman ihr Spiegelbild, aufgenommen in Los Angeles / USA 2011, für Vogue Italy. Spiegelszenen finden sich noch an anderer Stelle im Buch wieder. Innenansichten von Frauen, die sich vielleicht fragen, wer sie wirklich sind? Bei der Vielzahl von Rollen, die schon gespielt wurden und noch werden, kann sich solche Frage aufdrängen und das Bedürfnis nach Introspektion entstehen. Wieviel Professionalität, wieviel Authentizität, wer mag das entscheiden? Die Antworten darauf, kennen nur die Beteiligten.

Face to face, von Angesicht zu Angesicht, das bleibt bei aller Professionalität eine intime Begegnung mit zahlreichen Facetten. Dabei, so mag man hoffen, tritt die Steuerung der Ereignisse in den Hintergrund, gewährt man dem Fluss des Lebens seinen Lauf. Solche Bilder wirken deshalb bezaubernd, vielleicht auch verzaubernd, weil sich in der wechselseitigen Ansicht Prozesse entwickeln, die vorweg nicht absehbar und auch nicht planbar sind. Sie entziehen sich dem Bewusstsein und wirken. Der Musiker Neil Young fasste das in dem Satz zusammen:

„It’s more in the picture, than meets the eye.“

Das Buch „Images of Women II“, schlägt man nicht einfach auf und greift zu, sondern man sollte sich langsam ihm nähern und den eigenen Geschmacksnerven Zeit und Raum geben, so wie man durch eine Ausstellung flaniert. In einer Zugriffsgesellschaft, die nach den Gesetzen des Habens und des Besitzes funktioniert, ist das zweifellos eine Anforderung und auch eine Herausforderung. Das Leben als solches, von Peter Lindbergh gezeigt und kreiert, ist fragil, stark, fragend und voller Geheimnisse.

Man schaut hin und lässt es geschehen…

 

Text: © Stefan Dernbach

Foto: © Peter Lindbergh / courtesy Schirmer / Mosel

Peter Lindbergh: Images of Women II – Photographien 2005 – 2014

Buchdesign von Juan Gatti

Mit Texten von Werner Spies, Wim Wenders und Peter Handke.

296 Seiten, 161 Duotone-Tafeln. 166 Abbildungen

Mit englisch / französischer Textbeilage

Erschienen im November 2014 bei Schirmer / Mosel ( München)

ISBN 978 – 3 – 8296 – 0685 – 1

78,- Euro, CHF 105,-

„Brasilia“ – Fotos von Thomas Kellner

Hinterlasse einen Kommentar


Brasilia -bewegt geformt                                                                                             foto

„50 Anos de Utopia Moderna“.

Nicht nur die Steine bewegen sich, alles bewegt sich.

Brasilien ein Land im Aufbruch, dessen Hauptstadt Brasilia,

einst als Utopie der Moderne kreiert, gestaltet und gebaut wurde.

Anlässlich des fünfzigsten Geburtstages der Stadt Brasilia,

kam, man darf es ruhig überraschend und verwunderlich nennen,

der deutsche Fotograf Thomas Kellner zu der Ehre,

eine bedeutende und vieldeutsame Ausstellung in der brasilianischen Hauptstadt zu erhalten.

Um diese Ausstellung zu realisieren, reiste der Siegener Fotograf etliche Male von Deutschland nach Brasilien.

Kellners Fotoarbeiten sind Konstrukte, deren Markenzeichen gerasterte Gesamtbilder zeigen.

Große Summen von Einzelbildern, teilweise über tausend an der Zahl, werden zu einem Ganzen.

Mancher Betrachter ist beim Anblick zunächst einmal irritiert.

Die Raster fixieren, grenzen ab, grenzen ein. Kleinste Rahmungen innerhalb des Gesamtrahmens.

 

Wohin wendet sich der Blick?

Wo hält man in Thomas Kellners Fotografien an, wo verweilt man, sei es durch Licht- oder

Gedankeneinfälle?  Es sind auch Zufälle.

In den unterschiedlichen Winkeln, in der die Kamera positioniert wird, fallen einem die Dinge zu,

sie scheinen aber auch zu fliehen, wegzukippen. Selbst die strenge Justiz, mit ihrem von Oscar Niemeyer gestalteten Palast,

gerät bei Thomas Kellner in Bewegung. Das Interieur des Palastes tanzt, schaukelt und wankt. Auch die Justiz wankt und

schwankt.

Wer entscheidet über wen und über was, und wie?

Der Künstler entscheidet über die Art der Gestaltung, über Umsetzung und  Veräusserung. seiner Objekte, falls er sie

überhaupt als Objekte betrachtet. Sie sind nicht statisch, auch wenn sie, gerade was Architektur anbetrifft, vom Auge als

solches wahrgenommen werden. Aber schon der Sänger Neil Young, beschrieb einst das Verhältnis von Auge und Bild, mit

trefflichen Worten:

„It’s more in the picture than meet the eyes“.

 

Würde Thomas Kellner mit seinen Fotoarbeiten eine Botschaft verbinden, dann wäre der Satz von Neil Young nicht nur

zutreffend, sondern es wäre und es ist, eine Konsequenz damit verbunden, mit der der Betrachter konfrontiert ist. Die

Fotoarbeiten von  Kellner setzen dem Betrachter eine zentrale Bedingung, an der er nicht vorbei kommt.

Der Betrachter muss Zeit mitbringen und sollte sich zusätzlich Zeit nehmen. Man schaut nicht kurz auf diese Bilder und

geht dann weiter. Man lässt sich auf sie ein oder nicht An der Stelle setzt Kellner einen klaren Rahmen.

Ein Mensch ohne Zeit, ein Mensch ohne Phantasie, wird mit Thomas Kellners Fotos wenig bis nichts anfangen

können. Hingegen der Mensch, der die Welt in ihrer Vielfalt, in ihren Veränderungen erlebt,

jener, der bereit ist, seiner Phantasie Räume zu geben, dieser Mensch wird durch die eigentümlichen,

ja eigenwilligen konzeptionellen Fotos von Thomas Kellner nicht nur angregt, sondern mit Vielfalt beschenkt.

Und genau an dieser Schnittstelle, haben sich schon immer die Geister unterschieden und werden es auch weiterhin tun.

 

„Brasilia – 50 anos de utopia moderna“

Thomas Kellner, 2010, Brasilia

ISBN: 978 -85- 62376-03-0

Artgeflecht – Heider Kunst-Tour 2013 – Teil X

Hinterlasse einen Kommentar


Es gibt den bekannten Spruch:                   Heid_Baumlesung_Porträt_Lebensreise

„Runter kommen sie alle!“

Manche fügen hinzu:

„Es fragt sich nur wie?“

Diese Worte,

die sich normalerweise auf Flugzeuge beziehen,

gelten nicht selten auch für Menschen.

 

Manchmal dauert es etwas länger, bis der harte Boden der Tatsache erreicht ist,

manchmal geht es sehr schnell.

Man hat vielleicht knapp eine Sekunde Zeit um zu überlegen,

wie man reagiert.

Das ist in der Tat nicht viel, wird der geneigte Leser vielleicht hinzufügen wollen.

Zum Nachdenken hat man gerne mehr Zeit und um Entscheidungen zu treffen, auch.

Die Baumwurzel schien wissen zu wollen, ob ich multitaskingfähig bin.

Bettzeug, Taschenlampe und Weinglas, auf beide Hände verteilt.

Wie entscheidet man sich, wenn man sich plötzlich im freien Fall befindet?

Von Landezone zu sprechen, war in diesem Falle unangebracht.

Es ging um eine nicht sichtbare Aufprallzone, die von einer humorlosen,

schmucklosen und nüchternen Härte gerahmt war.

Sieh‘ zu, dass du das Weinglas los wirst, dachte ich.

In ein Weinglas zu stürzen, mit welchem Körperteil auch immer,

würde unangenehme Folgen haben.

 

Während ich mich also dem Boden näherte, erinnerte ich mich daran,

dass ich eigentlich ein guter Werfer bin.

Wenn ich einst in der Schule gute Noten verdient hatte, dann im Werfen.

Ob Ball, Frisbeescheibe oder Bumerang zu werfen, das gelang mir stets besser

als eine Gleichung zu lösen, die schiefe Ebene in Physik zu berechnen

oder Sklavengeschichten in Latein zu analysieren.

Als Sportler hat man aber mehr Zeit sich auf einen Wettkampf vorzubereiten.

Das Weinglas flog nicht besonders weit und die Bettdecke konnte ich

nicht mehr richten, um den Aufprall zumindest etwas abzufedern,

da war der 1,89 kleine Jumbo-Jet auch schon gelandet.

Es war keine Kunstlandung, um das vorwegzunehmen …

 

(Wie die Geschichte ihren weiteren Verlauf genommen hat,

können Sie in zirka 2 Monaten in einem Buch nachlesen.

Die Bezugsquellen werde ich rechtzeitig veröffentlichen.

Im Angebot wird es auch eine Lesung mit Musik geben,

die Sie buchen können.

Sponsoren und Interessenten für dieses Buch-Foto-Projekt,

können über die im Impressum angegebene Adresse

Kontakt aufnehmen.

Freie Kultur braucht Unterstützung!

Mit freundlichen Grüssen

Stefan Dernbach)

Artgeflecht – Heider Kunst-Tour 2013 – Teil IX

Hinterlasse einen Kommentar


Die Natur hat nicht nur ihre Schönheiten,                         Farbe_Baum_Holger

sondern auch ihre Tücken.

Wer wie ich, öfters im Freien schläft,

und das ohne Zelt, der hat schon einiges erlebt.

Jupp hatte mir als Schlafquartier einen Wohnwagen

zur Verfügung gestellt.

Dieses nach meinen Maßstäben Luxusquartier, stand zirka dreihundert Meter

oberhalb der Scheune gleich neben seinem Eselmobil.

Dort hinauf, ging es über eine ziemlich schmale, steile Steintreppe.

Das letzte Licht war gelöscht, ich hatte eine kleine Taschenlampe,

Bettzeug und noch ein Glas Wein.

Der Lichtstrahl der Taschenlampe war eher schmal, auf einen kleinen Punkt fixiert.

Sie konnte aber bestimmt einen ganzen Kilometer weit leuchten, wenn nicht noch weiter.

 

Beseelt vom schönen Abend, verabschiedeten sich die letzten Sünder, Künstler, Musiker

und Helfer. Ein paar Nachtschwärmer blieben noch sitzen.

Ivan Jordanowicz, der russische Poet, wünschte auch eine gute Nacht.

Poeten von und mit Bedeutung, setzen immer noch gegen Ende eine Geste.

Er nahm seinen Strohhut langsam vom Kopf und grüsste das Volk zum Abschied.

Und das kleine Volk grüsste zurück.

Ivan hatte lichtes Haar, so wie es sich für einen tiefgreifenden Poeten gehört.

Was oben fehlte, war aber hinten noch dran. Ein langer, zusammengebundener Zopf,

mit einer langen Geschichte, die aber kaum jemand kannte,

floss in die Dunkelheit.

 

Ich war erstaunt, wie gut ich die schmale Steintreppe hinauf kam,

die kein Geländer hat. Irgendwo in der Ferne sang eine Eule und als ich oben war,

hielt ich an und schaute zu den Sternen. Auf dem Land sieht man sie besonders gut.

Eine immer wieder beeindruckende Weite, die so einiges relatvieren,

be- und entzaubern kann.

Was unten auf der Erde groß und mächtig erscheint,

spielt dort oben absolut keine Rolle.

Dann schritt ich weiter. Ein paar Blätter knisterten unter meinen Füßen und einige

Steine antworteten.

Es gibt so viele Elemente in der Natur. An eines hatte ich nicht gedacht.

Die Baumwurzel, die Mutter aller Baumwurzeln…

Artgeflecht – Heider Kunst-Tour 2013 – Teil VIII

Hinterlasse einen Kommentar


Nach Mitternacht hatten dann alle Beteiligten                                             perkussionskasten_sepia

der Session eine Erscheinung.

Die Band und beteiligte Sänger waren gerade

zu Höchstform aufgelaufen, da stand Herbergsvater Jupp

im Eingang der Scheune, dem es ganz offensichtlich an Lust

fehlte, „Auf der Reeperbahn nachts um halbeins“ mitzusingen.

Er sah ziemlich zerknittert aus, trug aber keinen Bademantel,

wie man das aus Filmen mit Jack Lemon und Walter Mattheau kennt.

„Könnt ihr mal den Riemen vom Traktor nehmen!!!  Es gibt Leute, die wollen schlafen!!!“

Ivan Jordanowicz schaute Jupp an. Dann schauten wir uns an.

Das war Jupp, der Kölner Poet, kurz, knapp und prägnant.

Aus seiner Sicht, der Paukenschlag zur rechten Zeit.

Selbst der Perkussionist Victor, schien für einen Moment seinen Gesichtsausdruck zu ändern.

Es wäre interessant gewesen, wenn man erfahren hätte, was er bei Jupps

nicht geplantem Auftritt gedacht hatte.

Wir würden es wohl niemals erfahren.

 

Augenblicklich herrschte Ruhe, wie damals  beim Schulausflug

in Berchtesgaden, als der Lehrer plötzlich im Zimmer stand

und wir nicht schnell genug die Kippen ausbekamen.

Man schaute sich gegenseitig betroffen an, aber es war klar,

wer im Besitz der Meinungshoheit war.

Als wir noch Schuljungen waren, ließen wir es auf zwei, drei Runden ankommen.

Aber nun im fortgeschrittenen Alter beiderseits, wurden die Gitarren eingepackt,

das Licht gelöscht und die Scheune geschlossen.

Am nächsten Morgen ab acht Uhr sollte es Frühstück geben,

denn um elf Uhr ging die Kunst-Tour los.

Dann würde der kleine Ort Heid gestürmt, berrannt, begutachtet.

Volksauflauf.

Es würden viele Besucher kommen, tausende von Kunst- und Bratwursthungrigen.

Die Wettervorhersage war ausgezeichnet.

Wir konnten mit Kaiserwetter rechnen…

Artgeflecht – Heider Kunst-Tour 2013 – Teil VII

Hinterlasse einen Kommentar


Echte Kasachen, halbe Kasachen, viertel Kasachen,                    session_talk

keine Kasachen.

Wieviel Kasache steckt im kasachischen Musiker?

Was hat ein englischer, irischer, deutscher,

französischer, amerikanischer,

argentinischer, brasilianischer Musiker an Wurzeln in sich?

Wieviel lebt er davon aus?

Wie steht es um chinesische, japanische, peruanische, el salvadorianische Musiker?

Manch Deutscher oder Österreicher würde vielleicht sagen:

„Wie? Dort gibt es Musiker?!“

Nachdem das Bildungsniveau in den letzten Jahren auf der Rutschbahn ziemlich

tief nach unten gedonnert ist, muss man heutzutage mit Gebaren, Fragen, Äusserungen

und Antworten rechnen, die einem halbwegs gebildeten Menschen nicht nur die

Haare zu Berge stehen lassen, nein, sie könnten einem glatt ausfallen.

Und der schlechte Witz an der Sache ist, die dümmsten Menschen haben oftmals die

größte Klappe.

Ivan Jordanowicz kam nach einer Weile zu mir und fragte mich:

„Habe ich den Text gut vorgetragen?“

Ich schaute ihn an, atmete zweimal tief durch und antwortete:

„Das war ganz stark, Ivan. Dein Vortrag hat mich tief berührt.“

In seinem Blick lag der Dank. Er brauchte nichts mehr zu sagen und er sagte auch nichts mehr.

Er ging in die Dunkelheit, die er eben noch mit seinem Vortrag erleuchtet hatte.

Die Band spielte weiter bis es kühl wurde, dann zogen sie in  Jupps Scheune um,

welche aus gutem Grunde Café Noir heisst.

Die Generalprobe war gelungen, nun gab es noch etwas Session.

Beate schnappte sich das Mikrofon und sang ein paar Lieder von Edith Piaf.

„Padam Padam“, „Sous le ciel de Paris“, La vie en rose“ …

Danach wurde Frank Sinatra ausgepackt.

„That’s life“, „These boots are made for walking“.

Bei letzterem Song gingen dann aber die kasachischen Musiker, diese Kosaken,

in die Knie, kamen deutlich an ihre Grenzen.

Um diesen Song mit zwei akustischen nachspielen zu können,

hätte es eines Django Reinhard, eines Joe Pass, eines Baden Powell

oder wem auch immer bedurft. Also schwenkte man um auf „Something stupid“

von Sinatra.

Beate sang und die Kasachen folgten ihr.

Ich konnte mir historisch bedingt, nicht verkneifen mitzusingen. Wenn man mal ein paar

Jahre Strassenmusik gemacht hat, dann juckt es einen schon, wenn eine Band

zur Spass-Session aufspielt.

Es ging locker zu, weil es um nichts ging…

Older Entries