„Bin am Meer“ 2

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Die Stimme der Indianerin …

Oriah Mountain Dreamer

dage_coastwalk

 

Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.

Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist

und ob du zu träumen wagst,

der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.

Ich will wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,

um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen

und für das Abenteuer des Lebendigseins…“

Um das Lebendigsein geht es im Buch: „Bin am Meer“.Was sind die Kraftquellen des Menschen? Wodurch werden sie gefördert, wodurch behindert? Der Meeresguide Leif kommt nicht nur auf das alte Wissen der Indianer zurück, sondern auch auf das Wesen der Kinder, die von Natur aus spontan und unmittelbar sind. Sie sind nicht nur nahe an ihren Gefühlen, sondern dem Herzen nahe, so Leif. Neugierig wollen sie die Welt entdecken…durch zweckfreies Spiel. Die Zweckfreiheit ist dem Erwachsenen fremd. Die gesamte Existenz erscheint zweckbestimmt, was sich nicht nur in Sachzwängen äußert…sondern auch in der Interaktion.

Fernsicht V

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Viele träumen von der Insel                   leuchtkugel

im Paradies,

sind selbst Insel,

wandeln über crusoeischem Grund,

auf sandigem Boden.

Zu Tropenparadiesen

gehören auch Tropenstürme.

„You are like a hurricane“ singt Neil Young noch immer, ebenso wie „Four strong winds“. Der kanadische Folk- und Rockpoet ist zwar kein Seemann, hat aber jede Menge Geschichten in seinen Liedern zu erzählen, die man ebenso gut in den Bergen, in den Prärien und an der See ansiedeln kann. Er ist ein Mann der Weite, ein Mann der Ferne, ein Mann des Reisens.

„Cripple Creak Ferry“, „Powderfinger“ oder „Thrasher“, es geht um Menschen und Natur, es geht um Wege und Sein, um die ewigen Grundfragen und Antworten. Blickt man weit zurück, so finden sich Songs wie „Midnight on the bay“, „Comes a time“ oder „I’m a child“.

Unterwegssein, surf and time, back to the roots, forward to new horizons.

Und dann sitzt man irgendwo am Meer und lauscht den Melodien. „Long may you run…“ Die See läd zum Verweilen ein, lässt einen eintauchen in eine Art innerer Besinnung und Stille. Hier relativieren sich die Zeitgeister, die Trends und Hypes. Kampf und Erfolg, um jeden Preis? Ehrgeiz und Heldentum? Das Leben als Entertainment und Steigerungsmanie?

Er wirkt krank wie lächerlich, der faule Budenzauber …

Fernsicht IV

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Auf zu neuen Ufern,                                               husum_wetter

zwischen Abschied und Ankommen,

liegt die Reise.

Das Meer hat viel zu bieten:

Tanz des Wetters, Tanz der Wellen.

Wieviel Knoten? Welche Windstärke?

Zwischen Flaute und Sturm, liegen viele Möglichkeiten.

Heute Shorts, morgen Südwester. Wetterfest zu sein, das wäre wünschenswert. Und dann sticht man in See, ohne genau zu wissen, was einen erwartet. Natürlich gibt es nützliches Grundwissen und eine gute Ausrüstung. Aber jede Reise beinhaltet auch Überraschungen und Unvorgesehenes. Und was dann? Dann zeigt sich die Persönlichkeit in ihren reichhaltigen Facetten.

Plan A ist nur noch Makulatur, Plan B ist empfehlenswert, manche operieren bis Plan G oder K.

Ganz ohne Plan in See zu stechen, ist nicht empfehlenswert. Das erzählen zumindest die Havaristen und Realisten. Aber ein Plan ist auch keine Garantie, noch eine Lebensversicherung.

Das Meer ist immer in Bewegung, das Leben auch. Die Möglichkeiten des Seins sind vielfältig, sofern man sie zulässt…

Fernsicht III

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Der Horizont bietet sich dar,                     dage_gegenlicht

weit ausladend, manchmal in

ein Wolkengemälde eingebettet,

erhält er hier und da,

seine Konturen.

Ankerpunkte gibts am Himmel wie auch auf See, ansonsten könnte man sich in der Weite verlieren. Ein Zuviel an Weite kann ebenso bedrohlich wirken, wie ein Zuviel an Enge. Der Grad, was erträglich oder eben unerträglich ist, bleibt individuell, so auch die Vorstellungen von Schönheit und Ästhetik.

Natürlich gibt es Übereinkünfte, Gemeinsamkeiten und Schnittmengen, wodurch auch immer hervorgerufen. Sie gilt es nicht nur zu entdecken, sondern auch zu suchen und zu pflegen.

Wer Freude an der wechselseitigen Entdeckung hat, kann viel finden, wird reichlich beschenkt.

Das ist nichts für Schneckenhäusler und auch nichts für Eingleiser, ob Frau oder Mann.

„Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze“,

meinte einst Franz Kafka.

Das gilt sowohl für das äußere wie auch für das innere „Matrosenleben“…

 

Fernsicht II

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Vom sicheren Hafen aus,                               husum_goodewind

lässt sich gut schauen.

Dort wird Seemannsgarn gesponnen,

ein Leuchtfeuer entzündet,

welches den Schiffen hilft,

ihren Weg zu finden.

Klippen gibt es unter und über Wasser.

Hier und da, empfielt sich ein Lotse, nur muss man dem vertrauen. Er kennt die Untiefen, die Meeresenge, die Sandbänke. Wer jedoch auf einem Seelenverkäufer anheuert, der hat schlechte Karten, segelt nicht nach Kompass und Sternen, sondern segelt gen Meeresgrund. Wenn der Schrei ertönt:

„Riff voraus!“

ist es meist zu spät. Dafür muss man nicht die Geschichte der Titanic bemühen, das gilt für das Leben allgemein.

Fernsicht

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Man verändert die Fernsicht,                dage_coastwalk

indem man sich auf den Weg macht.

Ob nun räumlich oder gedanklich,

Bewegung ist das, was zählt.

Danach hat man etwas zu erzählen.

Der Norden ist von jeher in Bewegung. Wind und Wellen, die frische Brise, die allzu starre Gedanken in Bewegung bringt. Vom Schimmelreiter bis zum Deichgrafen, von Heidi Kabel bis zu Gosch. Dazwischen der blonde Hannes, der darum bittet:

„Kapitän nimm mich mit auf die Reise…“

Diese Reise beginnt mit dem ersten Schritt wie jede andere auch. Am Anfang war das Meer. Es war offen, weit und endlos. Man konnte sich darin verlieren und zugleich finden. An manchen  Tagen war es ruhig, dann aufgepeitscht und stürmisch. Woher die Strömungen kamen, war nicht immer zu erkennen. Selbst erfahrene Seefahrer haben nie den Respekt vor dem Meer verloren. Es ist kein Ort für Hasardeure, noch für Landratten. Wetterfest am Steuerruder, Segel setzen, Segel einholen.

Auch bei stürmischem Wind gilt es Kurs zu halten …