Liebeszeichen – Brandzeichen VI

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Bestseller oder Nonseller, das ist nicht die Frage. Eine der Fragen ist: Was steht drin?Worum geht es? Wer sind die Supporter? Der Goldrausch ist mal wieder ausgerufen:

DER NEUE MASCHMEYER ! – im XXXXL-Format

Bestseller werden gemacht und zwar mit einer Werbe- und Geldmaschinerie, dass einem die Ohren schlackern. Was Verlage mitunter an Geldmitteln einsetzen, um Titel zu vermarkten, das sind horrende Summen. Man gibt Millionen für die „Flaggschiffe“ aus. Das ist die Kriegskasse für die Verbreitung der Botschaft: MONEY

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Herr Maschmeyer ziert nicht nur in Übergrösse den Busbahnhof, „Ritas Schnellimbiss“, nein er grüsst auch die Autofahrer an der Schnell- und Waschstrasse. Und schaut man unten links auf das Plakat des Dominators, so entdeckt man die Supporter des Millionen-Spektakels. So macht man Meinung, so lenkt man die Aufmerksamkeit der Massen.

Wann kommt der Maschmeyer-Fan-Shop…?

Auch denkbar: die Maschmeyer-Badewanne aus dem Baumarkt, gefüllt mit Gold-Dukaten aus Plastik, mit versprochener Haltbarkeitsgarantie von 1000 Jahren, plus Maschmeyer-Shampoo.

Es duftet schon etwas nach Gehirnwäsche…und Diktatur des Geldes. Dem setzen wir ein kleines Büchlein entgegen, frei nach dem Motto:

David & Goliath …in einem Beitrag.

Dort das monströse Plakat, hier die Bishgar vom Züri-See, die das Cover von Liebeszeichen-Brandzeichen ziert, und zwar schlicht und einfach. Der Besitzer jenes mongolischen Instrumentes stand am See und spielte harmonische Melodien aus seiner Heimat. Ich hielt an und hörte ihm zu…

Seine Musik war ein Geschenk an jenem Tage, welches noch lange in Erinnerung blieb…

Es erzählte von Heimat und erschuf sie zugleich, kam aus der Ferne und schaffte Nähe. Wir brauchen keine Millionäre, wir brauchen Brückenbauer…

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Herbstlicht IV

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Wenn Maybrit Illnerstegohne (1 von 1)

in ihrer Sendung lacht,

und das tut sie öfters,

gleich um welches Thema es sich handelt, welcher Satz gerade gesprochen wurde, dann fragt man sich:

Auf welcher Kirmesveranstaltung befinde ich mich?

Thema am 13. November 2014: Flüchtlinge in Deutschland – angekündigt mit markigen und provokanten Worten. Die Medien meinen nicht erst heutzutage, das müsste so sein… und es müsste auch noch weiterhin gesteigert werden, bis es nicht mehr zu steigern ist; die Aufspaltung in und durch Schlagworte.

Ein Blick in die Gästerunde warf dann auch noch die ein oder andere Frage auf, so:

„Möchte ich mir das antun?“

Der CSU-Generalsekretär aus Bayern, wo man per schriftlichem Dekret, jegliche Integration von Flüchtlingen untergräbt und untersagt, sie in Sammelunterkünfte fernab im Wald auf Jahre hin parkt…usw.:

Christliches Menschenbild?

Aber Maybrit Illner hatte einen Pater aufgetrieben, der ebenfalls in Süddeutschland, syrische Kriegsflüchtlinge aufnahm, in Absprache mit Kommune und Bürgern. Er warf einen scheinbar völlig neuen Gedanken in die Runde, indem er zur Anregung gab, wir könnten etwas von Flüchtlingen lernen. Das schien den restliches Gästen der Runde doch mehr oder weniger weit hergeholt zu sein.

Gut, dass sich Maybrit Illner wenigstens an dieser Stelle ihr Lachen verkniff. Dabei half ihr der Bürgermeister von Berlin-Neukölln, der Dauergast in allen Talkshows, wenn es darum geht:

Gesellschaft in Gefahr – wann geht das Boot unter?

Die Gästerunde wurde weiterhin noch illustriert, durch einen jungen CDU-Aufsteiger, der mit brutalst einfachen Schlussfolgerungen – frei nach dem Motto:

Ich hab mich da mal mit einem Flüchtling unterhalten und der hat mir gesagt, dass … die ja gar nicht … und überhaupt… die Probleme müssten in Herkunftsländern gelöst werden. Nur konnte der jung-konservative Sprössling auch nicht so recht sagen, wie man das pragmatisch-zeitnah umsetzt. Aber Hauptsache gesagt, Hauptsache einen deutlichen, wenn auch unrealistischen Kontrapunkt gesetzt. Das bringt Wählerstimmen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die blonde Dame von den Grünen, farblos und glanzlos blieb. Da kann sie in Zukunft noch was vom CSU-Generalsekretär lernen, der durch Gel im Haar, zwar nicht seinen Worten Glanz verleiht, aber dem Kameramann, der uns dann solches Medien-Paket in die Wohnzimmer liefert.

Zum Lachen war einem nicht zumute, außer der Moderatorin, der es wieder einmal nicht gelang, Erkenntnisse zu vermehren. Es geht nicht primär um Zahlen und Kapazitäten, sondern um politische Entscheidungen und Menschenbilder.

Das Menschenbild prägt Handeln und Nichthandeln, schafft Möglichkeiten und Unmöglichkeiten…

 

 

Herbstlicht II

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Wenn das Licht sich zurücknimmt,           lebenhart

könnte man milde gestimmt sein.

Weniger Schlagzeilen,

weniger Schlaglichter,

indem man der Prägnanz

eine Pause gewährt.

So eignet sich der Herbst für Introspektion bei sanftem Licht.

Die scharfen Konturen nehmen ab, und fällt es ihnen schwer, so hilft man.

Mag manche Abgrenzung dienlich erscheinen, so hinderlich ist sie auch, drückt auch immer Unfähigkeit und Ratlosigleit, oft Ohnmacht aus.

Mauerbau und Mauerfall, die Erfahrungen sprechen für sich…

Asyl: mit Sicherheit

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In kaum einem anderen Feld              torre_refugee

der Gesellschaft wird so extrem

polarisiert wie beim Thema:

Flüchtlinge und Asyl.

Eine Schlagzeile folgt der nächsten.

„Das Boot ist voll“, „Ansturm der Armen“,

„Asylanten“, „Simulanten“, „Kapazitäten“,

„Menschenrechte“, „Humanität“, „Rassismus“,

„Diskriminierung“…etc.

Fakt ist, dass die Anzahl der Flüchtlinge weltweit gestiegen ist und weiter steigen wird. Das war und ist bekannt. Weltweit spricht man von ca. 50 Millionen Menschen, die vor Krieg, Hunger, Vergewaltigung und wegen politisch / religiöser Verfolgung, auf der Flucht sind. Sie suchen Schutz und Sicherheit, versuchen der Bedrohung ihres Lebens zu entkommen. Der Schutz von Flüchtlingen ist internationales Recht und lässt sich in der Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen, wie auch der Genfer Flüchtlingskonvention nachlesen. Dazu gibt es dann länderspezifisch Verfassungsgesetze, die jedem Bürger Grundrechte garantieren.

Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Was nun in Flüchtlingsunterkünften in Nordrhein-Westfalen passiert ist, war absehbar und damit „hausgemacht“. Private, gewinnorientierte Sicherheitsunternehmen mit hoheitlich, staatlichen Aufgaben zu beauftragen, dies dann auch noch in solch einem hochkomplizierten Feld der Arbeit mit Flüchtlingen, ist nicht nur dilettantisch, es kommt einer Bankrotterklärung der Politik nahe. Man fragt sich, wer nun endlich mal Verantwortung für das Versagen auf ganzer Linie übernehmen will?

Brisant war das Thema: Asyl – schon immer.

Und weil das so ist, haben der Staat, die Länder und Kommunen, eine Fürsorgepflicht, die sich aus Geschichte und Gesetzen ergibt. Sich mit fehlenden Kapazitäten herausreden zu wollen, gleicht einem politisch – humanitärem Armutszeugnis. Die Kapazitäten sind da. Sie werden nicht entsprechend genutzt. Das nennen manche Missmanagement, andere Totalversagen.

 

Siegen VI

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Gegrillte, asiatische „Nachbar-Katze“, 140919asiatenkatze2

frisch serviert von „Bild“.

Das ist aufregender,

investigativer Journalismus,

wie ihn sich nicht nur

Karnevalsgesellschaften wünschen.

Auch die Gastronomie ist hoch erfreut,

zeigt sich dankbar,

für stets neue Rezeptvorschläge,

die von der Ideenschmiede des Staatsorgans kredenzt werden.

Kurz angebraten, mit einer Schärfe versehen, die selbst „dem Asiaten“ einen erstaunten Augenaufschlag beschert. Die Kochvereinigung „Alter Hase“ aus Vietnam, bestellte sofort ein „Bild“ – Jahresabo, in Laos wurde ein Gourmet-Guide  auf den Markt gebracht: „Year of the Cat“. Thailand gedenkt eine Katzenhaftpflichtversicherung einzuführen und in Kambodscha gibt es seit gestern einen Katzentanz als Table Dance. Seitdem gehen in den Nachtclubs nicht mehr die Lichter aus.

Nur die chinesische Führung zeigte sich wenig amused, was da im wahrsten Sinne des Wortes, von „Bild“ als Schlagzeile unters Volk geworfen wurde. Man verfasste eine Protestnote, ob sie abgeschickt wurde, ist bisher nicht bekannt. Aus internen Kreisen der chinesischen Führung war zu erfahren, dass bei weiterer Diskriminierung und Verunglimpfung, man in Erwägung ziehen würde, Truppen zu schicken. Man wolle aber die Verhältnismäßigkeit der Mittel noch einmal abwägen und möglichst präzise antworten.

Denkbar wäre auch ein Einsatz der neuen chinesischen Drohne „Wilder Kater“.

Derzeit würden noch die Luftaufnahmen vom  „Bild-Hauptquartier“ in Deutschland ausgewertet, so ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums.

„Wir sprechen von Krise!“ – so Herr Wung Fu.

Der „Asiate“, sei eine üble Form der Suggestion, die nicht hingenommen werden könne, so empörte sich auch der Geschäftsmann Bruce Tea aus Hongkong. Er würde fortan weder Schweine, Rinder, Lämmer, Rehe, noch Hasen, aus Deutschland importieren. Für den wirtschaftlichen Schaden, den der deutsche Handel dadurch erleiden würde, übernähme er keine Verantwortung.

Die chinesische Gazette „Offener Koffer“ aus Peking, holte denn auch sofort zum Gegenschlag aus:

„German Attack ! Deutscher besteigt chinesisches Schwein!

Danach gab es Sauerbraten.“

 

Im Namen der Kommunikation …II

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Das „große Bla Bla“, so nannte es Big Daddy im Film:                                    käse

„Die Katze auf dem heißen Blechdach“, jenem Streifen,

der nun wahrlich schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Man könnte es auch schlicht Geschwätz nennen,

was da geballt unterwegs ist, gepaart, frei nach Thomas Bernhard,

mit Verlogenheit, die der alte, schreibende Schwarzmaler aus Österreich, der ein glänzender Sezierer war, flächendeckend meinte zu erkennen. Ein Sammelsurium aus gegenseitigem Betrug, mehr oder minder gepflegt, mehr oder minder grässlich.

An diesem unwürdigen Schauspiel sind nicht nur die Medien beteiligt, sondern auch der „Normalbürger“, quer durch alle Schichten und Bildungsvolumen. Letztere haben enorm an Größe und Gewicht abgenommen, gleichen einem Schweizer Käse mit mehr Löchern als Substanz. Sprach man noch vor geraumer Zeit von Halbwissen, so hat man sich mittlerweile am Achtelwissen zu orientieren, Tendenz weiter abnehmend.

„Big Brother“ is fucking you, small brother, too.

Denn, wenn es darum geht Farbe zu bekennen, ist der Normalbürger nicht minder schnell verschwunden wie die Medienvertreter. Wenn es um Selbstkritik und Selbstreflektion geht, dann herrscht bestenfalls der Konjunktiv oder man lässt gleich alles unter den Tisch fallen, ändert die Aufführung und das Bühnenbild. Es wird ein hübsches Heimatschauspiel im globalen Dorf aufgeführt, wo man die gute, alte Zeit beschwört, sich nach ihr sehnt, sie aber nicht wirklich betrauert. Für Trauer bleibt keine Zeit.

Denn die nächste Sau muss durchs Dorf getrieben werden …

Im Namen der Kommunikation …

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Es gibt Tage, da denkt man an Erich Fromm,                                                                odeoncupmit

Carl Rogers, Viktor Frankl und Paul Watzlawick.

Es geht um Formen der  Kommunikation, der Erfahrung von Sinn,

der Verarbeitung von Leiden und ihrer Bewältigung.

Alles ist Kommunikation, auch das Schweigen, die Nichtbeteiligung,

die Abwehr, der passive Widerstand.

Andererseits dort, wo auf Teufel-komm-raus kommuniziert wird,

mangelt es häufig an Qualität, Reflektion und Differenzierung.

Ein Post jagt den anderen, eine Schlagzeile versucht die nächste zu toppen.

Die Rasanz geht nicht nur auf Kosten der Tiefgründigkeit, sondern fördert auch die Zersetzung von Haltbarkeit und  Sinn. Man überprüft nicht mehr, man spürt nicht mehr nach, man setzt nicht mehr zusammen, sondern wird ein Teil der flächendeckenden Fragmentisierung, die konträr zum menschlichen Bedürfnis steht, sich als Einheit zu empfinden, eine Einheit anzustreben und sie aktiv zu bilden.

Der Geschwindigkeitsrausch ist nicht die Ausnahme, sondern die Methode, der Mainstream, das Ziel. Kombiniert man nun die Geschwindigkeit mit der Masse an Information, dann ist das durchschnittliche Gehirn eines Menschen überfordert. Überfordert sind aber auch die Gefühle, die einem permanenten Schleudergang ausgesetzt werden. Kein Innehalten, kein Nachspüren, keine wirksame und wirkliche Beteiligung. Am Ende steht die Klick-Unkultur und die Verarmung der Sprache.

Es würde an Zeit mangeln, so lässt es sich vernehmen. Es ist wohl eher so, dass man sich keine Zeit nimmt…

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