Liebe in Freiheit

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Schönheit? Zu oft festgelegt in Klischees und Normen, reduziert auf wenige Merkmale und Kriterien. Das ist nicht nur feste Vorgabe, das ist Starre. Schönheit bedeutet viel mehr. Schönheit des Daseins, ästhetisch, manchmal plakativ, aber offen.

„Ich liebe Dich so wie Du bist.“

Bedingungslos und ergebnisoffen, begibt man sich in den Fluss der Ereignisse, das geschieht wechselseitig mit dem Ziel, entdecken zu wollen. Aber auch hier gilt, nicht auf die Stärke (des Willens) kommt es an, sondern auf das Möchten.

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( Parc Monceau / Paris )

 

Liebe ist in ihrer Tiefe weich.

Das stellt nicht infrage, dass auch Liebe Grenzen hat. Grenzen hat jeder Mensch. Es gibt Grenzen der Belastbarkeit und Erträglichkeit, auch Grenzen der Handlungsmöglichkeiten. Die Gründe hierfür sind vielfältig, ob nun körperlich oder psychisch. Sie gilt es zu achten und zu respektieren. Das ist eine mit der Liebe verknüpfte Notwendigkeit, eine wesentlich tragende Säule ihrer selbst. Es kommt auf das Fundament an.

Man kann sagen: erst die Pflicht, dann die Kür.

Man baut nicht zuerst das Dach. Erst werden die Träger gesetzt. Das ist konkretes, praktisches Handeln. Die Aufgaben, die sich stellen, sind individuell verschieden. Sie müssen getan werden, sonst ist das Gebäude nicht stabil. Wie lange das dauert? Keine Ahnung. Das ist der Prozess, der Lauf der Ereignisse, bestenfalls der Fluss, der die Hürden nimmt…

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„Über Leben“ Reinhold Messner – Im Namen der Erfahrung

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Lebensrückblicke können ein Geschenk sein, besonders jene, wo die Protagonisten ein reichhaltiges und vielfältiges Sein anzubieten haben. Der Extrembergsteiger Reinhold Messner liefert in seinem Buch „Über Leben“ eine Zusammenschau, aber auch eine Positionierung seines Lebens. Gleich zu Beginn des Buches, erwartet den Leser ein Zitat von TSCHUANG-TSE:

Alle kennen den Nutzen des Nützlichen,

aber niemand versteht den Nutzen des Nutzlosen.“

( c) Piper Verlag

( c) Piper Verlag

Dieses Zitat ist ein Kontrapunkt zu der Entwicklung moderner Gesellschaften, die sich der Effizienz und der Versicherung verschrieben haben. Nutzen, ausnutzen und ausbeuten, steht auf ihren Fahnen geschrieben. Hinzu kommt ein höllisches Tempo. Diesem Modell, welches mittlerweile rundum digitalisiert und technisiert ist, steht Messner kritisch bis ablehnend gegenüber. Was heutzutage als Abenteuer verkauft wird, ist zumeist kein Abenteuer, weil stets mit Netz und doppeltem Boden inszeniert wird:

„Wild sein ist heute vielfach nur Attitüde“, so Messner.

Tatsächlich ist aus dem einstigen Abenteuer Bergsteigen ein Massentourismus geworden, der je nach Lage des Geldbeutels, bis ins Himalaya führt. Bergsteiger-Karawanen mit Rundumservice, ziehen die Gipfel rauf und runter.

Reinhold Messner ist in der Bergregion Südtirols aufgewachsen, welche heute noch seine Heimat ist. Der inzwischen Siebzigjährige blickt zurück auf sein Aufwachsen in einer kinderreichen Familie, die stets mit der Natur verbunden und traditionell ausgerichtet war. Tradition bedeutete Orientierung, aber auch vorgeschriebener Weg. Sie schuf Zusammenhalt, war aber auch von Strenge und Gängelei geprägt. Eine enge Spur, derer die meisten Menschen ihr Leben lang folgen. Messner bricht aus dieser Spur aus, will seine eigenen Erfahrungen machen. Sein Freiheitsdrang wirkt stetig.

Nach anfänglichen Wanderungen und Klettertouren mit den Eltern, beginnt der junge Messner mit seinen Brüdern und Partnern, einen Gipfel nach dem anderen in den Dolomiten zu erklettern. Der Lernprozess am Berg, ist ein Lernprozess fürs Leben. Es lauern Gefahren, die die Wachsamkeit und Vorstellungsfähigkeit ausbilden. Schon vor der Besteigung ist der Berg, die Route, im Kopf gezeichnet. Dennoch beinhaltet das Bergsteigen Risiken, die das Leben kosten können. Das ist nichts für Hasardeure oder Zweifler. Es müssen Entscheidungen getroffen werden. Trotzdem sind zahlreiche gewissenhafte und gut ausgebildete Bergsteiger ums Leben gekommen. Lag es an übertriebenem Ehrgeiz, an falscher Einschätzung der Lage? Oder überraschte die Natur durch Lawinen, Wetterwechsel und Steinschlag?

Das Thema Angst spielt eine wichtige Rolle. Sie wird durch Erfahrung und Handlung auf ein Minimum reduziert, sogar als Antriebsfeder genutzt. Sich selbst und sich seiner Umgebung bewusst werden, Instinkten vertrauen, deren Zeichen und Impulse dem Verstand überlegen sind, darauf kommt es an.

Das Buch „Über Leben“ von Reinhold Messner zeichnet die Psychologie und Entwicklung des Bergsteigens, die Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst und der Natur. Dabei kommt der Frage der Verortung eine wichtige Rolle zu. Wo und wie, ist man beheimatet? Es gibt eine äußere und eine innere Heimat. Im Idealfall wachsen sie zusammen…

Stefan Dernbach

Foto: © Piper Verlag 2014

Über Leben“

Reinhold Messner

Malik / Piper Verlag 2014

ISBN 978 – 3 – 89029 – 450 – 6

Reinhold Messner ist zur Zeit auf Vortragsreise durch Deutschland,

am 25. Januar ( 18:00 Uhr ) auch in Siegen. ( Siegerlandhalle )

Infos: Reisefibel

Herbstlicht V

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Young generation

on stage,

Foto: Stefan Dernbach

Foto: Stefan Dernbach

proudly presents from:

let’s  have a good time.

Ist das noch möglich?

Seit ein Herr ein Buch:

„Generation Golf“ geschrieben hat,

wird jeder Generation gerne ein Stempel aufgedrückt, was zuweilen unsanft ausfällt. Mit den jungen Leuten sei nichts mehr los, sie hätten nichts in der Birne und würden den lieben ganzen Tag nur auf Displays glotzen. Diese ihnen vorgeworfene Eindimensionalität, wie sehr auch immer verbreitet, hat ihre Ausnahmen, findet ihre Abkehr, worin sie auch immer begründet liegen mag. Man muss auch nicht auf alles eine Antwort haben, Hauptsache man macht sich selbst auf den Weg, schaut und hört zu.

Das „Wohnzimmer“ ist gut besucht, die Sofas sind bequem und die Gitarren gestimmt. Man trifft sich auf einen Gig:

Good vibrations?

Die sind stets vielschichtig, lassen sich oftmals besser an Mimik und Gestik, als an Worten ablesen. „Hey friends“, sagte einst Neil Young vor etlichen Jahren bei seinem Konzert:“Live Rust“. Konzert für und unter Freunden, das kann allerlei bedeuten und bewirken. Aber eines steht fest:

Man versucht nicht nur, man ist kreativ, bietet an, drückt aus, was das Leben einem bietet. Was im Angebot ist, macht keinen Unterschied, ist generationsübergreifend: Liebe, Sehnsucht, Schmerz, Freude, Einsamkeit, Suche, Reise, Nähe und eben Freundschaft. Das Pendel schlägt mal Richtung Hoffnung, mal Richtung Desillusionierung aus, aber scheinbar nicht so extrem wie bei Vorgänger-Generationen. Alles wirkt recht gefasst, aber nicht eingleisig. Etwas Jazz, ein paar Road-Songs, Afro und oh Wunder, eine Akustikversion vom einstigen Disco-Hit: „You’re the one that I want“. So gehts eben auch. Manch anderes erinnert an Jack Johnson, John Fogerty oder Imany.

Alle haben mal angefangen und kein Meister fiel je vom Himmel…

 

 

Asyl: mit Sicherheit

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In kaum einem anderen Feld              torre_refugee

der Gesellschaft wird so extrem

polarisiert wie beim Thema:

Flüchtlinge und Asyl.

Eine Schlagzeile folgt der nächsten.

„Das Boot ist voll“, „Ansturm der Armen“,

„Asylanten“, „Simulanten“, „Kapazitäten“,

„Menschenrechte“, „Humanität“, „Rassismus“,

„Diskriminierung“…etc.

Fakt ist, dass die Anzahl der Flüchtlinge weltweit gestiegen ist und weiter steigen wird. Das war und ist bekannt. Weltweit spricht man von ca. 50 Millionen Menschen, die vor Krieg, Hunger, Vergewaltigung und wegen politisch / religiöser Verfolgung, auf der Flucht sind. Sie suchen Schutz und Sicherheit, versuchen der Bedrohung ihres Lebens zu entkommen. Der Schutz von Flüchtlingen ist internationales Recht und lässt sich in der Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen, wie auch der Genfer Flüchtlingskonvention nachlesen. Dazu gibt es dann länderspezifisch Verfassungsgesetze, die jedem Bürger Grundrechte garantieren.

Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Was nun in Flüchtlingsunterkünften in Nordrhein-Westfalen passiert ist, war absehbar und damit „hausgemacht“. Private, gewinnorientierte Sicherheitsunternehmen mit hoheitlich, staatlichen Aufgaben zu beauftragen, dies dann auch noch in solch einem hochkomplizierten Feld der Arbeit mit Flüchtlingen, ist nicht nur dilettantisch, es kommt einer Bankrotterklärung der Politik nahe. Man fragt sich, wer nun endlich mal Verantwortung für das Versagen auf ganzer Linie übernehmen will?

Brisant war das Thema: Asyl – schon immer.

Und weil das so ist, haben der Staat, die Länder und Kommunen, eine Fürsorgepflicht, die sich aus Geschichte und Gesetzen ergibt. Sich mit fehlenden Kapazitäten herausreden zu wollen, gleicht einem politisch – humanitärem Armutszeugnis. Die Kapazitäten sind da. Sie werden nicht entsprechend genutzt. Das nennen manche Missmanagement, andere Totalversagen.

 

Siegen V

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„Das waren noch Zeiten…“,                            group_sit

so hört man einige Leute reden,

der ein oder andere,

beschwört sogar,

wie schön es damals war.

Anstatt im Jetzt zu leben,

denkt man rückwärts, verklärt, demonstriert und vergisst dabei wesentliche Details.

Prinzipiell kann man in jede Richtung denken, sofern man es kann.

Das nennt man dann Meinungsfreiheit, Esprit oder die Lust an der Kommunikation. Lustvoll miteinander reden, sich austauschen und ergänzen, ist so ganz anders, als das Behaupten und sich über den anderen Menschen stellen. Gelegentlich fragt man sich, woher letztere Antriebskräfte rühren?

Hin und wieder, ist die Rede vom Teamgeist.

Das Team sei der Star. Ja, wenn es so wäre, dann müsste sich reziprokes – sprich wechselseitiges Verhalten – ausmachen lassen. Jeder gibt, jeder nimmt…und das wird nicht verrechnet. Werner Schneyder meinte mal, der Fehler sei es, in Gefühle zu investieren anstatt sie zu verschenken. Andere sagen, man bekäme im Leben nichts geschenkt. Letzteren Nihilisten möchte man gerne widersprechen, sofern sie einen lassen. KontrollfetischistInnen pachten jedoch die vermeintliche Meinungsfreiheit nur für sich, sind gar nicht gewillt, dialogisch, trialogisch, quattrologisch…zu kommunizieren, was ja auch nicht einfach, aber möglich  ist. Es ist auch gar nicht so schwer, sofern Wille und Lust, vorhanden sind. Wer aber Barrikaden errichtet, darf sich nicht beschweren, wenn nichts zu ihm dringt.

Es geht um Lebens- und Seinsmöglichkeiten…

 

Siegen IV

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Let the good times roll… oder                    altsatdtwg_i

man feiert die Feste wie sie fallen.

Verkaufsoffener Sonntag, oh Herr, in Kombination mit dem Altstadtfest. Da kommt man am Bahnhof an, schaut sich um: Menschenmassen, dekoriert mit ausgestellten Autos, Grillbuden und Infoständen. Sogar Schafe hat man herangekarrt. Arme Viecher.

Alles drängelt und schlängelt sich, bis in die Oberstadt. Geschickt durch die Gassen, entgeht man dann doch noch der Ameisenstrasse der Zweibeiner. Zwischenstation beim Café Planlos. Waffeln de Luxe, ein paar Zeilen in Georg Stefan Trollers „Pariser Esprit“ lesen und einen Kaffee nehmen. Durchatmen und dann weiter. An der Marienkirche wirds charmant, musikalisch und bewegend. Altstadtfest mit guter Laune. Das Wetter spielt mit, die Menschen auch.

„Das gibt es aber nur einmal im Jahr“,

bekennt eine junge Frau, die spontan auf der Terrasse ihres Hauses ein kleines Café eröffnet hat.

„Öfters sollte man das machen…“

Eine kleine Bühne, ein Musikduo mit Klassikern, dazu eine lustige Studenten-Wohngemeinschaft, die für Bewirtung und gute Laune sorgt. Man trifft Freunde und Bekannte, hält ein Schwätzchen und trinkt ein Bierchen.

Solch eine Art von Gemütlichkeit, lässt man sich gerne bieten…spricht über Gott und die Welt, beschwört den guten Geist der Kultur, welcher eben nicht durch Eventzirkus befördert wird, sondern durch individuelles Engagement und kreative Ideen. Sie gilt es zu unterstützen und zu entwickeln. Und das ist nicht primär eine Frage des Geldes, sondern der Einstellungen. Welche Arten im Vordergrund stehen, das lässt sich relativ schnell erkennen. Und ist man sich nicht sicher, so wirft man ein paar Kiesel ins Wasser des Geschehens und schaut, was passiert…?

 

 

 

Siegen III

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Wildwechsel und Briefwechsel,  Taube_HERBST2

zweifellos gibt es hier

mehr Wildwechsel.

Hirsche, Hornochsen,

Karnickel und Wildschweine.

Die Füchse halten sich für schlauer als sie sind,

die Kühe schauen etwas deppert drein.

In der Nachbarschaft spricht man von der Perle der Natur oder von Siegen-Wittgenstein. Das Sauerland grüsst von nebenan. Die Stahl- und die Holzwirtschaft, das sind die Trümpfe der Region, neben dem Siegerländer Schwarzbrot und dem derben rollenden „R“ und anderen Sprachvarianten, die so manchem Besucher schon die Schuhe ausgezogen haben.

Die Tauben sind eifrige Spaziergänger, mögen aber auch den Tiefflug. Das kann man auch einigen  Bürgern  bescheinigen, die gerne tief ins Glas schauen und über Gott und die Welt, Bescheid wissen. So geben sie auch ständig Bescheid, lieben die Behauptungen, die Anklagen, die Klagen und die Missgunst.

Ist es nicht überall so? – möchte mancher fragen… 

Nein!

Die Hügelketten sorgen für eine Art Eingeschlossenheit, die eben nur so, in Mittelgebirgen zu finden ist. Es ist eine closed area, mit entsprechenden Bestimmungsfaktoren. Enge. Mangel an Aussicht. Beschränkter Horizont. Das gibt die Natur schon vor. Und der Mensch passt sich freudigst oder notgedrungen an, wobei die Freude eher selten in den Gesichtern zu entdecken ist. Nein, es sind eher Varianten von Härte, die die erste Geige spielen.

Unbekümmert davon, ziehen die Tauben weiterhin ihre Kreise …

 

 

 

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