Siegen IV

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Let the good times roll… oder                    altsatdtwg_i

man feiert die Feste wie sie fallen.

Verkaufsoffener Sonntag, oh Herr, in Kombination mit dem Altstadtfest. Da kommt man am Bahnhof an, schaut sich um: Menschenmassen, dekoriert mit ausgestellten Autos, Grillbuden und Infoständen. Sogar Schafe hat man herangekarrt. Arme Viecher.

Alles drängelt und schlängelt sich, bis in die Oberstadt. Geschickt durch die Gassen, entgeht man dann doch noch der Ameisenstrasse der Zweibeiner. Zwischenstation beim Café Planlos. Waffeln de Luxe, ein paar Zeilen in Georg Stefan Trollers „Pariser Esprit“ lesen und einen Kaffee nehmen. Durchatmen und dann weiter. An der Marienkirche wirds charmant, musikalisch und bewegend. Altstadtfest mit guter Laune. Das Wetter spielt mit, die Menschen auch.

„Das gibt es aber nur einmal im Jahr“,

bekennt eine junge Frau, die spontan auf der Terrasse ihres Hauses ein kleines Café eröffnet hat.

„Öfters sollte man das machen…“

Eine kleine Bühne, ein Musikduo mit Klassikern, dazu eine lustige Studenten-Wohngemeinschaft, die für Bewirtung und gute Laune sorgt. Man trifft Freunde und Bekannte, hält ein Schwätzchen und trinkt ein Bierchen.

Solch eine Art von Gemütlichkeit, lässt man sich gerne bieten…spricht über Gott und die Welt, beschwört den guten Geist der Kultur, welcher eben nicht durch Eventzirkus befördert wird, sondern durch individuelles Engagement und kreative Ideen. Sie gilt es zu unterstützen und zu entwickeln. Und das ist nicht primär eine Frage des Geldes, sondern der Einstellungen. Welche Arten im Vordergrund stehen, das lässt sich relativ schnell erkennen. Und ist man sich nicht sicher, so wirft man ein paar Kiesel ins Wasser des Geschehens und schaut, was passiert…?

 

 

 

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Manchmal geb ich mir den “Steppenwolf ” IV

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Gibt es eine Pflicht,                                                                                                 kultbahn_uhr_sepia

gegen etwas anzuschreiben?

Hat der Autor eine Verantwortung?

Macht das Schreiben gegen Krieg, Hunger, Verletzung

und Verzweiflung, überhaupt Sinn?

Der „Steppenwolf“ hadert mit der Welt, zweifelt, ist verzweifelt.

Da trifft er plötzlich auf ein junges Mädchen, welches seiner Vergeistigung

ein Ende setzen will,  ihn auffordert, zu leben, zu tanzen, zu essen, zu schlafen.

Hermine, das Mädchen, fordert den Einzelgänger auf, Foxtrott zu lernen und mit ihr ein Tanzlokal aufzusuchen.

Sie fordert aber noch mehr vom „Steppenwolf“, sie fordert bedingungslose Gefolgschaft.

Das junge Mädchen gibt den Ton an, der ältere, vergeistigte Herr folgt ihr, bekommt die Leviten gelesen

und fühlt sich sogar wohl dabei, dass jemand in sein Gefängnis einbricht, dazu noch ein so hübsches Mädchen.

Seine Gitterstäbe hat er lange geschmiedet, aber das Mädchen lässt sich davon nicht beeindrucken,

sucht nicht lange nach einem Schlüssel, sondern bricht das Tor auf.

Natürlich gibt es Widerstände, aber Hermine setzt unbeeindruckt ihre Mission fort.

Sie fordert den „Steppenwolf“ auf, ein Grammophon und Schallplatten zu kaufen, gibt ihm Tanzstunden,

setzt eindeutige Kontraste im Namen der Lebenslust:

Fröhlichkeit, Unschuld, Leichtsinn, Schwung, Humor … das sind die Gegengifte,

die neuen Rettungsanker für den „Steppenwolf“.

Mit der Welt zu hadern, ist fortan verboten …

 

Es gibt Tage, da denkt man an Albert Camus IV

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Die Albert-Camus-Festwochen sind eröffnet.                                                           camus_algierliebe

Wer da nicht alles mitfeiert?!

Es wird erinnert, verglichen, assoziiert.

Man kürt Camus zum Helden, zum philosophischen Übervater,

den wir dieser Zeiten vielleicht gut gebrauchen könnten,

dort wo es an Anstand, Würde und Richtung fehlt,

dort wo man sich nach Unbestechlichkeit und Wahrheit sehnt,

wie ein einsamer Wanderer in der Wüste, umgeben von fluglahmen Vögeln,

die nicht nur an Aas picken, sondern sich selbst gegenseitig auffressen.

Da fällt einem der Flug der jungen Sportler ein, deren Absturz in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts in den

Anden.

In Ermangelung von Nahrung, begannen sie ihre toten Kameraden aufzuessen,

um zu überleben.

Das war und ist Existenzialismus, wie ihn Albert Camus aufgegriffen, beleuchtet und hinterfragt hätte.

Es gibt Eis-, Sand-, Geröll- und Wasserwüsten. Wer dort leben muss, aus welchen Gründen auch immer,

der weiss um Grenzen und Grenzüberschreitungen, der weiss um Niederlagen und Entsetzen.

Das grausame Lied der Ohnmacht.

Albert Camus hat sich intensiv damit befasst, wie Menschen auf Erbarmungslosigkeiten reagieren.

Es gibt die verschiedensten Muster und Gewebe, die zeit- und epochenübergreifend sind.

Die Natur gibt die Bedingungen vor, der Mensch gestaltet sie im Rahmen seiner Möglichkeiten,

er begehrt auf, er revoltiert, er geht in die Knie, er verzweifelt, er verirrt sich, er versinkt im Treibsand.

Man sollte Albert Camus nicht einen oder zwei Tage feiern, um ihn dann wieder zu begraben,

wie es die Medien so tun.

Man sollte Camus auferstehen lassen.

Wir brauchen ihn mehr denn je …

Es gibt Tage, da …

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Es gibt Tage, da denkt man                                                      Billigdenker_Blog700_Dernbach

an indische Saddhus, man denkt an Varanasi,

an Hesse, den Bäcker, an Hesse, den Schriftsteller.

Manchmal denkt man auch an Schweizer Käse,

an billigen Gyros und Frauen in langen Abendkleidern.

Manchmal läuft einem ein Kommentar von Heribert Prantl über den

Weg, dann wundert man sich, dass Georg Stefan Troller

auch einen Facebook-Account hat.

Da sitzt der alte Troller am Rechner und facebookt. Nee, das glaubt man irgendwie nicht.

Man glaubt auch nicht, dass irgendwelche Amateure, plötzlich Landesrekorde laufen,

dass Schwätzer einen Master in Philosophie besitzen.

Es gibt Tage, da denkt man an Peter Finch in „Network“, an Heidi Kabel und Franz Beckenbauer.

Dann fallen einem wiederum Alt- und Edelrevolutionäre ein, man schmiert sich ein Käsebrot,

kocht sich einen Kaffee und isst Bienenstich. Man erinnert sich an eine Passage aus

dem Film Bodyquard, sieht Georges Brassens vor sich, denkt an die Sängerin Barbara.

„Göttingen“. Von Göttingen nach Paris, von Paris nach Massat.

Das kleine Café am Platz beim Hahn. Kleine Nebenstrassen. Alle führen nach oben.

Von einem Col zum nächsten. Zwischendurch anhalten, schauen. Wie gehts weiter?

Wo geht es weiter…?

Französisch-deutsche-Freundschaft V

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Man betritt ein Land,                                                            Paris_Maler_dernbach

man betritt eine Stadt,

und es ist so,

als ob man vor einem weißen Blatt stünde.

Vielleicht gibt es ein paar Fragmente,

die einen dorthin führen,

aber man hat keine weitreichenden Kenntnisse, noch Erfahrungen.

Es ist nicht mehr als ein Rand, ein grober Rahmen.

Frankreich?

Paris?

Und so ging es ab aufs Rad.

Mit dem Fahrrad kann man fast überall anhalten,

kommt relativ schnell voran,

vor allem in einer Großstadt wie Paris.

Der Triumphbogen, der Eiffelturm, die Oper, Montmartre, St. Germain,

das Centre Pompidou, der Boul Mich, der Louvre, die Place de la Concorde

und die große Glanzmeile, mit ihren sündhaft teuren Läden und Cafés.

Gegen Ende des Tages, dann nochmal zum Palais de Chaillot.

Fontänenschau. Sich auf der Wiese ablegen und zum Eiffelturm schauen.

So macht man sich ein Bild vom Groben zum Feinen,

was jedoch nicht linear verläuft.

Das wäre langweilig.

Wir hatten keinen genauen Plan, noch ein genaues Ziel.

Wir wollten die Stadt erleben, von der man behauptet,

sie würde von der Liebe träumen.

Anstatt der Romantik, gab es eine gute Dosis Abgase in die Nase.

Dazu kamen die großen Kreisverkehre,  wo außer uns

kein Mensch mit dem Fahrrad unterwegs war.

Dort ging es recht lieblos und rasant zu.

„Wer zuerst kommt, malt zuerst“ – so heißt es.

Einfach rein, ohne nachzudenken.

Dem eigenen Instinkt folgen, den eigenen Augen und Ohren trauen.

Und dann mit Courage sich in das automobile Karussell begeben,

na ja, eher aufspringen und eine Runde drehen.

Wenn man die Abfahrt verpasste, gab es eine Extrarunde …

 

Spenden für dieses Schreibprojekt können Sie unter:

Stefan Dernbach LiteraTour

Sparkasse Siegen: BLZ 460 500 01

Konto: 330 707 662

Zeitgeister II

2 Kommentare


Proteste und 

Demonstrationen

in Europa.

Bilder von knüppelnden Polizisten

gegen einfache Bürger.

Da kriegen selbst Rollstuhlfahrer und Kinder was ab !

Frauen sowieso. Das läuft unter Gleichberechtigung

oder Quotenregelung.

Das Leiden soll möglichst gerecht verteilt werden,

so meinen Sicherheitspolitiker, Innenminister, Hundestaffelführer,

Schlagstockhersteller, Wasserwerferfahrer …

 

Alles Leid dem Volke!

Gut, der Satz hieß mal anders, aber

lapidar gesagt: Sätze sind wie Schall und Rauch,

die einen mehr, die anderen weniger.

Es gibt auch den Satz:  „Survive of the fittest“

Tja Oma, dann trainier ma!

Sicher dir deine Rente auf der Strasse, trete mit Opa

’nem Boxverein bei.

 

„Die Suppe wird nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird.“

Noch so ein Satz mit Reichweite, noch so ein Satz,

der gerne serviert wird, wenn es ums Eingemachte geht…

 

 

 

 

Stories from Zürich IV: Auf zur Milchbar

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Bellevue – schöne Aussicht,

die kann man in Zürich haben.

Ein Blick über den See,

dann geht man Richtung Börsenstrasse.

Anzüge, Lackschuhe und Kostüme nehmen zu.

Ein paar Hornbrillen sind auch darunter,

damit man die Zahlen besser erkennen kann.

Gewinn und Verlust.

Hier dreht sich das Rad der Finanzen.

Credit Suisse.

Es kommt ein Ferrari daher geschlichen.

Ganz langsam nähert er sich der Ampel.

Ich grüße.

Eine halbe Minute später

höre ich das Aufschreien des Motors.

Zack ! Weg ist das Tier.

Die Herrschaften dinieren unter den Arkaden.

Ein Kellner zündet sich ´ne Kippe an.

Pause von den übertriebenen Freundlichkeiten.

Ein Blick in die Gesichter.

Deutlicher kann demonstrierte Rangordnung nicht ausfallen.

Das ist ihr Spielfeld.

Das Spielfeld der Hochfinanz und der Versicherungen.

Sicher auch darunter ein paar Juweliere.

Weiter gehts zum Kappelerhof.

Café Milchbar.

Tagebuch schreiben, Atmosphäre aufnehmen.

Dazu eine kurze Presseschau…

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