Liebe in Freiheit

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Schönheit? Zu oft festgelegt in Klischees und Normen, reduziert auf wenige Merkmale und Kriterien. Das ist nicht nur feste Vorgabe, das ist Starre. Schönheit bedeutet viel mehr. Schönheit des Daseins, ästhetisch, manchmal plakativ, aber offen.

„Ich liebe Dich so wie Du bist.“

Bedingungslos und ergebnisoffen, begibt man sich in den Fluss der Ereignisse, das geschieht wechselseitig mit dem Ziel, entdecken zu wollen. Aber auch hier gilt, nicht auf die Stärke (des Willens) kommt es an, sondern auf das Möchten.

Paris_Parc_Monceau

( Parc Monceau / Paris )

 

Liebe ist in ihrer Tiefe weich.

Das stellt nicht infrage, dass auch Liebe Grenzen hat. Grenzen hat jeder Mensch. Es gibt Grenzen der Belastbarkeit und Erträglichkeit, auch Grenzen der Handlungsmöglichkeiten. Die Gründe hierfür sind vielfältig, ob nun körperlich oder psychisch. Sie gilt es zu achten und zu respektieren. Das ist eine mit der Liebe verknüpfte Notwendigkeit, eine wesentlich tragende Säule ihrer selbst. Es kommt auf das Fundament an.

Man kann sagen: erst die Pflicht, dann die Kür.

Man baut nicht zuerst das Dach. Erst werden die Träger gesetzt. Das ist konkretes, praktisches Handeln. Die Aufgaben, die sich stellen, sind individuell verschieden. Sie müssen getan werden, sonst ist das Gebäude nicht stabil. Wie lange das dauert? Keine Ahnung. Das ist der Prozess, der Lauf der Ereignisse, bestenfalls der Fluss, der die Hürden nimmt…

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New Year

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Kalendarisch ist es neu, frisch und jung. 2016. Auf der Zeitachse geht es weiter, im Leben auch. Die Rückblicke sind noch nicht abgeschlossen, aber die Gedanken wandern Richtung neues Jahr.

„Eile mit Weile“?

Mehr Weile als Eile, das ist eine Richtschnur. Das eigene Maß gestalten und leben. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Verwirklichung des eigenen Wesens. Jeder hat seine Baustellen, jeder seine Aufgaben. Und wenn es gut läuft, dann teilt man etwas davon, ergänzt sich, befragt sich. Die Moralkeule hat an der Stelle nichts zu suchen, eine Verrechnung auch nicht.

worldmit (1 von 1)

Zeit muss man sich nehmen

Hinschauen und was passiert, auf sich wirken lassen. Das gelingt nur im angstfreien Raum, dort wo freies und tiefes Nachdenken erlaubt und möglich ist. Jeder Mensch braucht „Spielräume“, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Wer ständig unter Druck ist, dem fehlen die Spielräume, alles wird eng, alles spitzt sich zu, schlimmstenfalls in einer Endlosschleife. Das Ergebnis ist Dauerstress. Und dieser Stress macht krank. Den Stress zu reduzieren, das bedeutet auch Verantwortung für sich zu übernehmen. Leistungsstress ist kein Gütesiegel, sondern die Ursache von Krankheiten. Letztere interagieren miteinander und streuen. Sie beeinflussen uns selbst und unsere Beziehungen. Das reicht von Beeinträchtigung bis hin zur Zerstörung. Ein hoher, folgenschwerer Preis.

Das „Immer-Mehr“ führt ins „Immer-Weniger“. Mehr Tempo, mehr Leistung, mehr Aufgaben …mehr Forderungen. Manche nennen das Hamsterrad oder Tretmühle. Mit Wohlsein hat das nichts zu tun und gesund ist es auch nicht. Das Recht auf Gesundheit gibt es in unserer Gesellschaft glücklicherweise noch, in anderen nicht…

 

Change is coming II

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Wenn das Leben ein Fluss ist, dann ist auch alles in Bewegung; sichtbar und unsichtbar. Nur durch Bewegung entsteht Leben. Wo Dämme gebaut werden, verkümmert die Natur, schlimmstenfalls stirbt sie ab. Mauern verhindern den Austausch.Das ist bei Menschen nicht anders als bei Flüssen. Was bleibt sind künstliche Anlagen und dahinter Rinnsale, zuweilen auch Wüste. Die Demonstration menschlicher Macht im Namen des Profits, der Fortschritt genannt wird, ist ein Rückschritt. Es sichert keine Ressourcen, fördert sie nicht. Er zerstört sie. Nur lässt sich die Natur nicht zerstören. Sie schlägt zurück.

Affen_nah

 

Wenn man einen Fluss kanalisiert, folgen Überschwemmungen.

Beton und Natur, das passt nicht.

Kurzfristig werden so „Erfolge“ erzielt, langfristig funktioniert das nicht. Und so ist das auch in menschlichen Beziehungen, die ja auch Natur sind. Reglementierungen wirken nur kurzfristig, kanalisieren das, was leben will. So kommt der Mensch auf die Welt und nicht anders. Er will leben, hat einen Lebensinstinkt und feine Antennen. Diese Antennen sorgen für eine natürliche Ausrichtung, die leider im Laufe des Lebens oftmals beschnitten und ruiniert wird. Mit welchen Recht? Es gibt dafür kein Recht. Nirgends ist ein solches niedergeschrieben, Teil einer würdigen Verfassung. Das gibt es nur in Diktaturen. Was eine Diktatur ist, das ist ein Thema für sich. Aber es gilt immer noch der Satz:

„Wehret den Anfängen!“

Loslassen II

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Was bindet, was gibt Freiräume?                               geisterbahn

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten.

Bindung gibt Sicherheit

und wer Sicherheit empfindet,

der hat auch einen Schlüssel zum Freisein. Was man auf und mit Sand baut, hält aber nicht lange. Grundsicherheiten sind die Voraussetzung, um loslassen zu können. Wer sich ständig in Unsicherheit wähnt, sich von wem oder was auch immer bedroht fühlt, der kann nicht wirksam loslassen. Es mangelt dann an innerer und äußerer Freiheit, zu denken, zu fühlen, zu handeln. In Zeiten, wo ständig Gegensatzpaare produziert werden, wird auch Angst und damit Unsicherheit geschürt. Wir leben in einer Entweder-oder-Gesellschaft, die Gegensätze en masse zum System macht. Das Gegeneinander ist fest installiert. Die Botschaften lauten: „besser“, „höher“, „überlegen“, „stärker“, „attraktiver“, „erfolgreicher“, „dynamischer“, „mächtiger“, „schneller“…etc.

Wo solche Kriterien das System bilden, werden automatisch Gräben gezogen, Diskrepanzen erzeugt.

Auf der anderen Seite entstehen demzufolge Angst, Unterlegenheitsgefühle, Schwäche, Erstarrung, Selbstzweifel und Ohnmacht. Das hat sowohl auf gesellschaftlicher wie auch für das individuelle Sein gravierende Folgen. Für eine Gruppe wird Überlegenheit und für die andere Gruppe Unterlegenheit installiert. Es wird kein Miteinander sondern ein Gegeneinander angestrebt und umgesetzt, bis es in den Köpfen und Gefühlen fest verankert ist. Dieser Prozess ist von Reibung und Dynamik geprägt. Es entsteht eine hohe Intensität und Spannung. Beide Seiten ringen miteinander, demzufolge wird auch viel produziert an Gedanken, Gefühlen und Handlungen. Es wird aktiviert bis hin zum Extrem. Beide Seiten werden angefeuert, wobei aber die Gegebenheiten und Richtungen völlig andere sind, auch die Motive. Eine Seite strebt Überlegenheit an, wobei sie die Bedingungen von Anfang an hat, die das ermöglichen, die andere kämpft um ihr Sein, schlimmstenfalls um ihre Existenz…

Loslassen

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Wovon man nicht alles loslassen kann, wenn man kann. Nein, loszulassen ist alles andere als eine einfache Angelegenheit. Mit wem und was ist man alles verbandelt, verwickelt, vielleicht sogar verstrickt! Es beginnt schon mit der eigenen Geschichte,die zeitlebens die eigene bleibt und nur begrenzt veränderbar ist.

herzmeer

Kombiniert mit der eigenen Persönlichkeit, entwickeln sich Muster und Gewohnheiten.Werden diese zu starren Gebilden, wächst der Druck auf den Menschen.Und Druck verhärtet, verleitet zum Rückzug, verursacht Verschiebungen und Verdrängungen. So wird aus der Vielfalt von Gefühlen und Handlungen, nachvollziehbare Einfalt.

Im Kopf fängt alles an. Dort beginnt und endet die Freiheit, wird sie gewährt und verweigert.

Das ist nicht nur eine eigene Angelegenheit, sondern auch stets das Ergebnis unserer Beziehungen, unseres gesellschaftlichen Umfeldes, in denen wir die Akteure sind. Das bedeutet, wir treffen Entscheidungen. Sind wir aktiv oder passiv? Gestalten wir oder lassen wir uns von einem vermeintlichen Schicksal verwalten, welches wir als unveränderbar erachten. Inwieweit man die Wahl hat, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Autonomie fällt nicht vom Himmel, sie muss errungen werden. Auch durch loslassen von Ansichten und Handlungen. Was tut mir gut? Was brauche ich? Man entscheidet sich für etwas oder gegen etwas. Das wird aber nicht sofort offenbar. Manchmal dauert es lange, bis die Muster erkennbar werden, die Veränderungen wirksam. Sind sie destruktiv, steht man vor der Frage, ob sie sich verändern lassen? Möchte man sie verändern? Kann man sie verändern?

Ist es möglich loszulassen?

Die Macht der Gewohnheit ist nicht zu unterschätzen. Warum sollte man sie verändern? Wie könnte man sie verändern …?

Es gibt Tage, da …IV

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Siegfried Lenz ist tot –                     Arundhati_roy

„Deutschstunde“.

Er meinte sinngemäss,

es ginge ihm um Geschichten

und Beschreibung,

nicht um Bewertung

und Kathegorisierung.

Das leitet sich aus seiner eigenen Lebenserfahrung ab, einer Existenz in einem rigiden System, wo der einzelne Mensch nicht mehr wahrgenommen wird, wo er nicht mehr zählt.

Stichwort: Menschenverachtung

Dazu gehört: Hass, Machtdemonstration, Rationalisierung, Idealisierung, Vergötterung, Radikalität, Glorifizierung, Gleichgültigkeit, Unterdrückung, Verrat und Verfolgung.

Extremismus bringt Extremismus hervor, Härte wird mit Härte, beantwortet.

Diese Abhängigkeitsverhältnisse aufzulösen, haben sich viele Schriftsteller und Künstler auf ihre Fahnen geschrieben, weil sie das Elend, welches aus Radikalität erwächst, hautnah erlebt und darunter gelitten haben.

„Wehret den Anfängen“ – ist ein gängiges Zitat, welches darauf verweist, sensibel für Formen der Gewalt zu sein, von denen es zahlreiche Modelle und Facetten gibt. Es beginnt schon im Kleinen, wo Macht und Überlegenheit demonstriert und exerziert wird.

Bananenrepublik und Diktatur, beginnen im eigenen Kopf.

„Der private Stammtisch“ bewertet und zensiert die Welt…und das nicht nur in einer Kneipe. Tiefenreduzierte Wutbürger konfrontieren nicht sich selbst, verzichten gerne auf Selbstbefragung und Selbstreflektion. Dann doch lieber auf die Welt zeigen und sie erklären und bewerten.

Ja, wenn sie könnten …

„Großer Meister, wann warst Du in Timbuktu, Sierra Leone, Laos, Georgien, Syrien, Nepal, Tunesien, Griechenland, Mali, Pakistan, Australien, Bahrein, Brunei, Algerien, Indonesien, Finnland, Lappland, Frankreich,  Indien, Kanada, Alaska …?“

„Hab ich im Fernsehen entdeckt …“

Es gibt Tage, da …II

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Zeitgeist und Herzensangelenheiten,   lebenhart

vertragen sich häufig nicht.

Schneller, höher, weiter,

oder die Kriterien „noch besser“,

„noch leistungsfähiger“, „noch tougher“,

überfordern einen beträchtlichen Teil der Menschen, sorgen für ein Klima, welches gekennzeichnet ist von Druck und Angst.

Seien Sie flexibel, austauschbar, anpassungsfähig und schnell. Multitasking oder alles auf einmal? Ein ständiger Wechsel der Ebenen, bei gesteigertem Tempo und gleichzeitiger Ausweitung der technischen Informationen und Anforderungen.

„Kann ich noch mithalten?“ – fragen sich viele Menschen.

„Bin ich genug wert, um anerkannt zu werden?“

Die Leistungsanforderungen, die Leistungskataloge, die Leistungskriterien, sind nicht nur umfangreich, sondern werden ständig weiter ausdifferenziert. Minutiös wird dokumentiert und festgehalten, was einem Menschen zusteht und was nicht. Dabei geht es nicht nur um Geld- und Sachleistungen, sondern auch um Zuwendung und Zeit. Das, was von oben verordnet und verortet wird, setzt sich in der Psyche der Menschen ab.

„Ihnen stehen 12 Minuten Gespräch pro Tag zu ! Das reicht !“

Erwartungshaltungen verändern sich, es entsteht eine neue Art von engem Anspruchsdenken, dem „die Oberen“, die diese Marschroute ausgeben, selbst nicht gerecht werden. Dafür gibt es alltäglich genügend Beispiele in Politik und Wirtschaft, aktuell beim Militär, bei den Medien sowieso, und im sozialen Bereich fatalerweise auch. Man meint zu bündeln und verknappt immer mehr, reduziert und baut ab, um die Leistungsfähigkeit vermeintlich zu erhöhen. Was man früher Erbsenzähler nannte, sind heute Fakten-Fetischisten, denen der Blick aufs Ganze abhanden gekommen ist.

Man handelt mit der Suggestion der Perfektion und perfektioniert die Suggestion

Schwächen sind nicht erwünscht, Fehler kann man sich angeblich nicht leisten. Und sollten sie doch einmal auftauchen, dann muss man sie verdrängen, verleugnen oder verstecken. Die Meute, welche auch immer, scheint stets auf der Lauer zu liegen, auf der Suche nach dem „Nicht-genug-wert“, nicht leistungsfähig genug oder dem wirtschaftlich-sozialen Faktor:

Zu teuer, sprich, nicht rentabel … oder zu langsam, zu weich, zu mitfühlend, zu hinterfragend,eben, viel zu gut für diese Gesellschaft…

 

 

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