Liebe in Freiheit

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Schönheit? Zu oft festgelegt in Klischees und Normen, reduziert auf wenige Merkmale und Kriterien. Das ist nicht nur feste Vorgabe, das ist Starre. Schönheit bedeutet viel mehr. Schönheit des Daseins, ästhetisch, manchmal plakativ, aber offen.

„Ich liebe Dich so wie Du bist.“

Bedingungslos und ergebnisoffen, begibt man sich in den Fluss der Ereignisse, das geschieht wechselseitig mit dem Ziel, entdecken zu wollen. Aber auch hier gilt, nicht auf die Stärke (des Willens) kommt es an, sondern auf das Möchten.

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( Parc Monceau / Paris )

 

Liebe ist in ihrer Tiefe weich.

Das stellt nicht infrage, dass auch Liebe Grenzen hat. Grenzen hat jeder Mensch. Es gibt Grenzen der Belastbarkeit und Erträglichkeit, auch Grenzen der Handlungsmöglichkeiten. Die Gründe hierfür sind vielfältig, ob nun körperlich oder psychisch. Sie gilt es zu achten und zu respektieren. Das ist eine mit der Liebe verknüpfte Notwendigkeit, eine wesentlich tragende Säule ihrer selbst. Es kommt auf das Fundament an.

Man kann sagen: erst die Pflicht, dann die Kür.

Man baut nicht zuerst das Dach. Erst werden die Träger gesetzt. Das ist konkretes, praktisches Handeln. Die Aufgaben, die sich stellen, sind individuell verschieden. Sie müssen getan werden, sonst ist das Gebäude nicht stabil. Wie lange das dauert? Keine Ahnung. Das ist der Prozess, der Lauf der Ereignisse, bestenfalls der Fluss, der die Hürden nimmt…

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Freundschaft IV

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Freundschaft wird gerne als Ideal dargestellt.                                 stegohne (1 von 1)

In höchsten Tönen wird sie belobigt, besungen

und herbeigesehnt.

Ja, hätte ich einen wirklich guten Freund,

fände ich eine Freundin im Sinne von Freundschaft,

die patent und bodenständig wäre, dann gliche das

womöglich dem gerne beschworenen und erhofften Paradies auf Erden.

Das hohe Ideal kommt vor dem Fall.

Wohl ist es gut, sich seiner Ideale bewusst zu sein, notwendig ist es aber umso mehr zu wissen, dass kein Mensch seine idealistischen Vorstellungen und Wünsche, dauerhaft in die Tat umsetzen kann. Dafür sorgen Vorprägungen, Erkrankungen, Verluste und andere Schwankungen und Brüche im Leben. Dieses Naturgesetz kommt in jeder Freundschaft zum Zuge und zur Wirkung, ob man das nun schön findet oder nicht. Daran vorbeimogeln kann sich niemand, ohne einen Preis zu bezahlen. Es macht auch keinen Sinn, diese Gesetzmässigkeiten verdrängen zu wollen, weil sie stärker sind als jedes Verdrängungs-Konstrukt, welches sich der Mensch ausdenken kann.

Alles wirkt und wie schon der alte Paul Watzlawick sagte:

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Selbst Schweigen beinhaltet eine Vielzahl von Hintergründen und Botschaften. Sie zu erkennen, sie zu eruieren und ans Tageslicht zu fördern, ist nicht vielen Menschen gegeben. Denn was dafür notwendig ist, wäre die Fähigkeit von sich selbst absehen zu können, nicht fixiert zu sein. Diese Fixierung wird aus vielen Quellen gespeist und ist geistiger, emotionaler und zuweilen spiritueller Natur. So schön auch Ideale sind, leider lassen sie auch viele Menschen erstarren und verhärten. Ihre Ideale werden zu einem Forderungskatalog, gleich ob intern oder extern, formell oder informell. Dieses hat zur Folge, dass das Sein nicht mehr im Fluss ist. Die Spannungen nehmen zu und auch das ist ein Naturgesetz:

Sie lassen sich weder dauerhaft verdrängen, noch verleugnen oder wegbeschwören.

In der Freundschaft findet man Raum, um sich diese Vorgänge in Ruhe und mit Wohlwollen anzuschauen. Gerade darin liegt der Wert von Freundschaft. Sie ist ein geschützter Rahmen, wo Öffnung und Reflektion, schrittweise möglich wird. Welcher Wert auf dieser Skala erreicht werden kann, hängt wiederum von mehreren Faktoren ab.

Nicht alles lässt sich mit Wille erreichen, aber ohne guten Willen wird keine Knospe zur Blüte gelangen…

 

 

Memory I

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„Verstehen kann man das Leben nur rückwärts,                                 fish_girl_board_profil

leben muss man es vorwärts“,

so sagte es S. Kierkegaard.

Bob Dylan meinte hingegen: „Don’t look back!“

Die Wahrheiten liegen bekanntlich zwischen den Polen,

die Feinheiten, die Nuancen auch.

Ob man sich für diese  Zeit nimmt, ist eine andere Frage,

ist eine Wahl, ist eine Entscheidung.

Der Erinnerungen gibt es viele, ihre Farben, ihre Schattierungen, ihre Worte, ihre Klänge, sind so vielfältig, dass sie weder in eine grobe Zeit, noch in einen groben Schädel passen. Alles ist in Bewegung, die Erinnerung, die Gegenwart und die angenommene Zukunft. Bilder im Kopf, Statements,  Folgerungen, Interpretationen und Schlüsse, die schlüssig und unschlüssig sind.

Was bleibt, sind Fragen.

Ob man Antworten findet oder bekommt, ist eine andere Frage, die früher oder später, beantwortet werden sollte. Eine gewisse Konsequenz ist dabei dienlich, genauso wie eine Kompetenz. Für beides muss die Zeit reif sein, der Mensch auch…

 

 

Vorsicht Helikopter ! Teil V

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Die Kinder werden transportiert, kontrolliert,                                      Menschenwürde_popart_dernbach

gerettet und beschossen.

Beschossen?  Ja !

Von den eigenen Eltern oder was davon übrig blieb.

Die „Spiegel“-Autorin Kerstin Kullmann hat den Titel:

„Kampfauftrag Kind“ über ihren Artikel gesetzt.

Von wem kam und kommt der Auftrag?

Wenn der Auftrag erledigt ist, erhalten dann die Eltern einen Lohn,

ein Gehalt oder Honorar?

Über allem steht der Kampf!

Um es vorwegzunehmen: Kampf wird nicht immer honoriert, nicht einmal quittiert.

Der Kämpfe gibt es viele.

In einer zerfaserten Gesellschaft, wo sozialer Zusammenhalt kaum noch eine Rolle spielt,

nehmen die Kämpfe zu.

Und wenn man sich an Statistiken orientiert, die eher noch geschönt sind,

dann leben ein Fünftel der Bürger Deutschlands im Bereich der Armutsgrenze.

Dort werden keine Schönheitspreise verteilt und man sollte „das Kind beim Namen nennen“,

wie man so sagt.

An manchen Orten herrscht Krieg!

Manchmal fehlen einem die Worte  für das, was man erlebt.

Dann wählt man Worte, die unpassend oder nicht hinreichend erscheinen.

Gerne wird mit plakativen Vokabeln hantiert und das nicht nur in den Medien.

Auch in den Familien geht es barsch, verbal willfährig zu.

Dort haut man nicht mal einen, sondern ständig einen raus!

Es ist der real existierende Unfriede.

Die Autorin Kerstin Kullman erwähnte, soweit ich mich erinnere, nicht die Alleinerziehenden,

die einen grossen Teil der Erziehungsberechtigen ausmachen.

Bei ihnen ist der Druck besonders hoch. Und wo der Druck hoch ist, da bleibt vieles auf der Strecke.

Das Wort „Vernachlässigung“, welches im Artikel irgendwo auftaucht,

klingt geradezu harmlos für das, was man alltäglich live und in Farbe erlebt.

Es ist nicht nur der Kampf für, sondern auch gegen die eigenen Kinder!

Das mag man vielleicht nicht so recht glauben und äussern, aber die vermeintlich

Liebsten, die Goldstücke, die kleinen Herzileins, werden von ihren eigenen

Erziehungsberechtigen drangsaliert und attackiert.

Das Gros der Gesellschaft schaut dabei gerne weg.

Sie könnten auch ins Grundgesetz schreiben lassen:

Die Würde des Kindes ist antastbar!

Es würde kaum noch jemanden wirklich und wahrhaftig aufregen,

bis auf ein paar PolitikerInnen, die gerade Wahlkampf machen

für ihre Mandate, ihre Sitze und ihre Diäten.

Wenn es darum geht, sind sie sofort da und wollen helfen!

Danach hört und sieht man kaum noch etwas von ihnen…

Es gibt Tage, da schaut man sich das Gebilde an II

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Überall sind Perfektionisten an der Front.                  trockenspannung

Die Gewinner, die Sieger, die Helden,

manche von heute, andere von gestern.

Ich bin ein Held, ich war ein Held.

Dummerweise hat sich die Welt

trotzdem nicht wesentlich verändert.

 

Was vom Heldentum übrig blieb?

Ein Blick hinter die Fassaden sei gewährt, aber nicht gerne gewollt.

Es kämen dann schon Widersprüche ans Tageslicht,

die Heldenmaske bekäme Risse.

Das kann aber kein Held gebrauchen, übrigens auch keine Heldin.

Hier sollte man im Namen der Gleichberechtigung gendern.

Die Superweiber, die Supermacker !

Immer am Werk. Macher ohne Zweifel, im Autopilot unterwegs.

 

Man kennt nur das eigene Programm, aber nicht besonders gut,

weil man wesentliche Dinge unter den Tisch fallen lässt,

die der eigenen Perfektion schaden könnten.

Perfektion und Macht, liegen nahe beieinander.

Und dazwischen liegt die Lüge, nett ausgedrückt, die Verschleierung.

Facettenreich kommt sie daher, trickreich und nutzbringend.

Aber welcher Nutzen?

Es könnte eine lange Liste geben, nur fiele sie beim genauen Hinschauen anders aus,

als in der Öffentlichkeit transportiert und glorifiziert.

Die Saubermänner hätten dunkle Flecken auf ihren bügelfreien Hemden,

die ach so liebevollen Frauen, die Super-Puppen, würden vielleicht eine

Laufmasche an ihrem Kostüm ausmachen.

Und was dann?

 

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Wenn einer eine Reise tut :XVII Zum Mittelpunkt der Birne XIII

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Die Frauen der Expedition,                                                                la_momenta_tasse_Augenhöhe_Dernbach

waren voneinander nicht weniger verschieden,

als ihre männlichen Kraxelgenossen.

Es war schon erstaunlich,

welche Charaktere sich begegneten.

Zugleich bestätigte die Zusammenstellung der Seilschaft,

die besonderen Fähigkeiten ihres Frontman und Leiters.

Von Gallenfels wusste mit kuriosesten Persönlichkeiten umzugehen.

Er betrachtete das als Herausforderung, wie eine Besteigung des Nanga Parbat

oder des K2.

 

Die Evolution des Menschen interessierte ihn nicht weniger als

die Evolution der Natur. Und er wusste, dass es überlappende Muster gab.

Frau Meier hatte jahrelang an der Kasse einer Drogerie gesessen.

Dabei war nicht nur ihr Hintern breit geworden,

sondern sie hatte sich eine Parfüm- und Waschmittelsucht eingefangen,

ein bis dahin noch unbekanntes Krankheitsbild.

Eine andere Dame der Seilschaft war Monika Schmitt, von Beruf Controllerin

in einem mittelständigen Verlag, der auf dem besten Wege war zu versumpfen

und zu schrumpfen. Frau Schmitt wurde von ihren Freunden Schnitti gerufen.

Sie war nicht allzu groß, verfügte über ein agiles Auftreten und machte sich

keine allzu großen Sorgen über die Folgen ihres Handelns.

Frau Schmitt war sozusagen die Idealbesetzung für den Beruf einer Controllerin.

Sie hätte den Job an jedem Ort der Welt, in jedem Unternehmen ausführen können,

ja wäre sie nicht auf einigen Gebieten ihres Daseins eingeschränkt und beschränkt gewesen.

Die dritte Frau der Seilschaft hieß, wie das Schicksal es manchmal so will,

Petra Engel, eine OP-Krankenschwester aus Dortmund mit einer Vorliebe für Fußball.

Frau Engel war, wie schon der Name auswies, ein eher sanftmütiges Wesen mit viel Geduld.

Das Famose an ihrer Persönlichkeit war, dass sie blitzschnell umschalten konnte.

Wenn man sie im Alltag wahrnahm, sie aber nicht näher kannte,

wäre man nie darauf gekommen, dass sie mal aus der Haut fahren würde.

Sie war der personifizierte Ruhepol, eine Brachlandschaft der Friedfertigkeit.

 

Von Gallenfels wusste aus Erfahrung, dass es immer auf Ergänzung ankam.

Nach vielen Expeditionen war ihm klar,

dass man dieses Ziel nur mittels gemeinsamer Anstrengung erreichen konnte.

Würde man nicht wenigstens einige Gleichklänge in der Kakophonie der Persönlichkeiten

heraushören, ja spüren können, dann war jede Expedition von Anfang an bis zuletzt bedroht.

Herauszufinden, zu wissen, an welchem Punkt der Skala sich eine Seilschaft befand,

das war ein kunstvoller Prozess, der keine Aufgabe für Handwerker war.

Ohne solides Handwerk ging vieles nicht, das wusste von Gallenfels,

aber eine höchst divergente Seilschaft auf einen Gipfel und wieder hinunter zu bringen,

dazu bedurfte es mehr …

 

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Herr D. und die Frauen (4) Der Boss

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Wenn Frauen den Sportteil einer Zeitung lesen,

dann ist was im Busch.

„Hat sie sich verirrt?“ fragt man sich.

Nein, es ging nicht um Bundesliga.

Es ging um einen Boss.

Nicht den Hugo,

sondern einen richtig, großen Boss…

den „Bull-Boss“

© 2012 Text / Foto: Stefan Dernbach

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