Leichtigkeit des Seins

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Man kann an Milan Kundera denken, aber auch an den Frühling. Ist sie nun „unerträglich“ wie bei Kundera im Titel oder wünschenswert wie der nahende Frühling. Viele hoffen auf den Frühling, warten sehnsüchtig auf wärmende Sonnenstrahlen. Unbeschwert unterwegs sein können, ist ein Geschenk des Lebens. Jeder hat es mal irgendwann erlebt und kann sich vielleicht noch daran erinnern.

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Frei sein von MÜSSEN und SOLLEN…bedeutet die Freiheit, sein zu können, der man sein möchte. Das ist kein Verbrechen, das ist gesund. Es fördert Glücklichsein …und Zufriedenheit, auch in Beziehungen jeglicher Art. Der Mensch lebt ganz und nicht zerstückelt. Und nur so kann er aufblühen…und sich entfalten. Die Unterstellung an „den“ Menschen, er würde seine Freiheiten schamlos ausnutzen, wenn er sie hätte, aus welcher Ecke kommt dieses Misstrauen? Was steckt dahinter? Wer sind die „Meinungsmacher“ der Unfreiheit. Wie leben sie?

Freiheit sollte kein Luxusartikel sein und mit Freiheit meine ich nichts anderes als sein zu können, wer man sein möchte…und zwar so gut es geht. Das hat nichts mit egoistischen Freifahrten zu tun, derer sich eine kleine Gruppe in der Gesellschaft nachweislich bedient. Es wird auch immer so bleiben, weil es schon immer so war. Aber diejenigen, die nicht zu dergleich erlauchten Kreisen gehören, stehen genauso vor der Frage, sogar noch viel mehr, wie frei sie sein können? Wieviel Leichtigkeit des Seins ist möglich?

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“Hochzeit des Lichts” Albert Camus III

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Wir sitzen im Café und kommen                                                     Gerade_Griechenland

auf Albert Camus und das Leben zu sprechen.

Ein nicht geplantes Treffen, ein Zufall?

Zugefallen, sozusagen.

„Schön dich zu sehen!“

„Ich hatte gehofft, dich zu treffen.“

Zuvor hatte ich schon einige Seiten von „Hochzeit des Lichts“ indus.

Hochprozentige Gedanken und Sätze.

Ich lese bewusst langsam, notiere mir ein Zitat:

„Man sollte verweilen bei diesem einzigartigen Augenblick,

in welchem sich die Dinge die Waage halten, das Empfinden die Moral zurückweist,

das Glück aus Hoffnungslosigkeit entspringt und der Geist sich auf den Leib beruft.“

( Albert Camus S.62, „Hochzeit des Lichts“ )

 

Ich lese das Zitat dreimal vor.

Wir schauen uns an.

„Glück aus Hoffnungslosigkeit?“

„Tja, mit solchen Gedankengängen hat der Normalbürger schon seine Probleme.“

„Von allem loslassen?“

„Von fast allem.“

„Ziemlich schwer.“

„Zumindest ein langer Weg.

Und ohne Schwierigkeiten geht das nicht ab. Aber wenn einen das Gefühl mal im Inneren erreicht und berührt hat, dass  es

nicht aufgesetzt, sondern ein Teil von dir ist, dass du es bist, der nichts mehr behaupten, erkämpfen, beweisen und

verteidigen muss, dann wird sich etwas verändern.

Es verändert sich etwas in dir und in der Beziehung zu anderen. Du empfindest eine neue Art von Freiheit.“

 

Wir schweigen und schauen uns an.

„Gar nicht einfach.“

„Aber der Weg lohnt sich …“

Auf Seite 63 fragt Camus:

„Verdanke ich die Einsicht Italien oder meinem Herzen?“