Leichtigkeit des Seins

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Man kann an Milan Kundera denken, aber auch an den Frühling. Ist sie nun „unerträglich“ wie bei Kundera im Titel oder wünschenswert wie der nahende Frühling. Viele hoffen auf den Frühling, warten sehnsüchtig auf wärmende Sonnenstrahlen. Unbeschwert unterwegs sein können, ist ein Geschenk des Lebens. Jeder hat es mal irgendwann erlebt und kann sich vielleicht noch daran erinnern.

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Frei sein von MÜSSEN und SOLLEN…bedeutet die Freiheit, sein zu können, der man sein möchte. Das ist kein Verbrechen, das ist gesund. Es fördert Glücklichsein …und Zufriedenheit, auch in Beziehungen jeglicher Art. Der Mensch lebt ganz und nicht zerstückelt. Und nur so kann er aufblühen…und sich entfalten. Die Unterstellung an „den“ Menschen, er würde seine Freiheiten schamlos ausnutzen, wenn er sie hätte, aus welcher Ecke kommt dieses Misstrauen? Was steckt dahinter? Wer sind die „Meinungsmacher“ der Unfreiheit. Wie leben sie?

Freiheit sollte kein Luxusartikel sein und mit Freiheit meine ich nichts anderes als sein zu können, wer man sein möchte…und zwar so gut es geht. Das hat nichts mit egoistischen Freifahrten zu tun, derer sich eine kleine Gruppe in der Gesellschaft nachweislich bedient. Es wird auch immer so bleiben, weil es schon immer so war. Aber diejenigen, die nicht zu dergleich erlauchten Kreisen gehören, stehen genauso vor der Frage, sogar noch viel mehr, wie frei sie sein können? Wieviel Leichtigkeit des Seins ist möglich?

Milan Kundera-”Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins” III

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Wörter als Quelle des Missverständnisses,                             brunnenspritzerduo

der Fehlleitung, der Illusion.

Jeder versteht und interpretiert anders.

Hinter einem Wort kann sich eine lange

und eindrückliche Geschichte verbergen,

die sich nur in Umrissen offenbart,

deren Folgeerscheinungen aber deutlich und drastisch sind.

Wenn die Verschiedenheiten der Hintergründe nicht kommuniziert werden können,

Klarheit aus welchen Gründen nicht gewollt ist, dann gerät jede Beziehung auf eine schiefe Bahn

und ist bedroht.Sie kann wohl andauern, aber der Geist der Lebendigkeit entweicht.

Nach aussen tauscht man Worthülsen, die im Inneren eine grosse Wirkung haben.

Was bedeuten jeweils für einen Menschen folgende Wörter?

Freundschaft, Liebe, Treue, Ansehen, Verrat, Freiheit, Unfreiheit, Kultur, Despotismus, Erziehung,

Erotik, Reichtum, Armut, Schönheit,  Erfolg, Misserfolg …etc.?

Aber es fängt schon weit unter diesen Universalworten an, wie die Beziehung zwischen der Künstlerin Sabina

und dem Hochschullehrer Franz zeigt. Es beginnt schon mit weit einfacheren Worten und Dingen,

die einem etwas bedeuten, dem anderen Menschen aber so nicht zugänglich und vertraut sind.

Vieles an Hintergründen ist völlig unbekannt. Und so bleiben Partner, Freunde, vermeintlich Liebende,

wenn sie es nicht schaffen, die Hintergründe zu beleuchten, Fremde, obschon sie mit anderen „Verpackungen“

hausieren gehen. Einer täuscht den anderen, ob gewollt oder nicht gewollt. Man schweigt, hält an, blockiert oder

transformiert unsichtbar, während sich die Ereignisse fortbewegen.

Man tut so als ob…oder man setzt einfach fort, wo man anhalten müsste.

Fragen wären angebracht. Es wird aber stets nur geantwortet auf Dinge und Umstände,

die ohne Frage sind.

Es entwickeln sich unwürdige Possenspiele. Anstatt Authentizität, werden Fassaden errichtet,

die mal aus Pappe, mal aus Beton sind. Die Spannungsbögen nehmen zu, wenn jemand nicht mehr bereit ist,

der Posse und der Fassade zu folgen…

Milan Kundera-”Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins” II

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Es geht um verschiedene Formen des Seins,                                         Freiheit_short

es geht um persönliche Geschichte, um Liebe

und Erotik, in der Zeit von gesellschaftlichen Umbrüchen.

Was ist noch sicher, worauf ist Verlass?

Die Protagonisten des Buches fühlen sich angezogen,

abgestossen, sie suchen, sie finden und sie werden gefunden.

Sie laufen entlang des Bandes ihrer eigenen Geschichte.

Diese Geschichte mit ihren Erinnerungen, ihren Bildern und Gefühlen,

erschafft neue Bilder, die im Wechselspiel mit einer Realität stehen,

welche ungewiss und unsicher ist.  Jeder sucht nach Halt, worin auch immer.

Sie schauen in eine kurze, von Mauern umgebene Zukunft.

Und jeder rebelliert auf seine Art und Weise gegen die Begrenzungen.

In der Erotik, in der Sinnlichkeit, in der Leidenschaft, finden sich Gegenkräfte zu verschiedenen Formen

der Diktatur. Damit sind nicht nur politisch-gesellschaftliche Formen gemeint,

sondern auch die Diktaturen der eigenen persönlichen Geschichte, denen man zu entrinnen versucht.

Eine schamlose, grobschlächtige Mutter, ein despotischer Vater, eifersüchtige Geschwister,

ärmliche oder gut betuchte Verhältnisse, Land- oder Stadtleben und Ost- und Westeuropa.

Alles hat seine Konsequenzen und Fortsetzungen, alles seine Ängste und Zwänge.

Man ist schon in die Geschichte hineingeworfen, bevor man realisiert hat, welcher Art die Geschichte ist.

Gibt es Freiheit in der Unfreiheit? Gibt es Schlüssel für die Kerker?

Was bedeutet überhaupt Freiheit und Unfreiheit?

Milan Kundera-„Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ I

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Der vermeintliche Zufall,                                             sein_trio

eine Kette von Ereignissen,

ihre Konsequenzen

in der Unüberschaubarkeit des Lebens –

auf diesen Feldern bewegt sich Milan Kundera.

Was weiss der Mensch schon von den Zusammenhängen?

Und selbst wenn er etwas weiss, kann er oftmals nichts beeinflussen.

Der Mensch gerät in Flüsse, er baut sie nicht.

Aber stets ist er beteiligt, wird beteiligt, ob er will oder nicht.

Dem eigenen Willen sind nach Ereignislage deutliche Grenzen gesetzt.

Demzufolge sind auch die Ergebnisse zu betrachten, manchmal zu bewerten.

Man ahnt Quellen, aber kennt sie nicht wirklich.

Prag 1968. Der sogenannte „Prager Frühling“.

Dort beginnt die Geschichte von Thomas, Sabina und Teresa.

Ist diese Reihenfolge ein Zufall?

Manchmal ist es gut zu sagen:

Wir wissen es nicht !

 

 

Es gibt Tage, da …Teil I

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Es gibt Tage, da denkt man an Milan Kundera                                                       Camus_Dernbach_Kultur

und es gibt Tage, da denkt man an Albert Camus.

Es gibt Tage, da denkt man, man sollte nicht – man – schreiben.

Aber schreibt man – Ich – , fällt schnell das Wort „Egoist!“

„Für wen hältst du dich?“

Wenn diese Frage ernst gemeint wäre, dann könnte es ja interessant werden,

ist sie aber oft nicht. Sie ist nur eine kleine Ausgabe der üblichen Psychospielchen,

derer es eine grosse Auswahl gibt. Es wird sich nicht in Authentizität geübt, sondern im Vorwurf,

in der Demonstration eines peinlichen und unangemessenen Machtgebarens.

Der Vorwurf wird mehr oder weniger, subtil plaziert. Und damit wird Unfrieden gesät,

es wird mit Konfliktstoff gezündelt. Diese mehr oder minder niederträchtige Art, erwächst aus Macht und Ohnmacht,

Neid und Gier. Minderwertigkeitsgefühle werden plötzlich zu Überlegenheitsgefühlen transformiert.

Man trumpft gross auf, selbst in der Abwesenheit.

Ist man nicht da, hat man auch nichts zu bekennen, nichts zu verantworten.

Mehr oder weniger exklusive Rückzüge, sprechen aber trotzdem eine Sprache, unreflektierte Poltergeister sowieso.

Karl Krauss meinte mal, dass wenn die Sonne tief steht, selbst Zwerge lange Schatten werfen würden.

Es gibt Tage, da denkt man an Milan Kundera und Albert Camus. Wie heisst es so schön:“Die Mischung machts!“

Das Gewebe erkennen, die Muster entziffern. Als Albert Camus durch die Ruinen von Dschemila schritt,

hatte er diesen Prozess weitgehend hinter sich gelassen. Er gab sich dem Wind und der Geschichte hin.

Kein Widerstand, kein Aufbegehren, kein Versuch der Kontrolle.

Ein- und ausatmen, schauen, nicht sehen wollen, nur schauen und fühlen.

Aber war er weiter als Tomas bei Milan Kundera, als dieser nach Prag zurückkehrte?

Die Rückkehr in ein besetzes Land. Wofür? Für Teresa.

Die Zwerge werden wie immer schnell mit der Antwort unterwegs sein.

Und die Furchtsamen werden schweigen oder schreien …

Vorsicht Helikopter ! Teil VII

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„Ich möchte über Humor sprechen“,                                                    Countdown_Dernbach2011

sagte der Schulpsychologe und Präsident des Deutschen

Lehrerverbandes Josef Kraus, eingangs seiner Rede vor

Eltern und Kindern.

Die Zeiten sind kompliziert und rasant geworden.

Die technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, wachsen vielen

Menschen über den Kopf, erschrecken und verwirren sie.

Politik und Kirche, haben versagt und versagen weiterhin!, so das Fazit

vieler Menschen, die sich resigniert und frustriert von ihren einstigen Leit- und Flankengebern verabschieden.

Was folgt ist Wut, Trauer, Rückzug und und Niedergeschlagenheit. Beste Vorraussetzungen für Gewalt und Unglück.

In einer aktuellen Studie wurden deutsche Jugendliche nach ihrem Befinden befragt. Wie fühlt ihr euch?

 

Wie kommt euch das Leben in dieser, unserer Gesellschaft vor?

Ein beträchtliche Anzahl der deutschen Jugendlichen zog für sich folgendes Fazit: Wir fühlen uns unglücklich!

Die Frage darf nicht nur erlaubt sein, sie muss auch gestellt werden, warum das so ist? Woher kommt dieses

Unglücklichsein? Wir haben keinen Krieg, keinen Hunger, jeder hat ein Recht auf ein Dach überm Kopf und Essen.

Bildung wird unterstützt und gefördert. Es gibt Tafeln und Gutscheine für die Armen. Und wer nicht völlig blöd ist, kann

günstig bis kostenlos, ein Schwimmbad, eine Stadtbibliothek oder ein Kino besuchen. Musik auf Mp3-Playern gibt es

tonnenweise und mit dem Anschauen von Filmen, können die Kids locker ihr halbes Leben verbringen.

Also, warum fühlt sich ein beträchtlicher Teil der deutschen Jugend unglücklich?

 

In Anlehnung an Milan Kundera, könnte man von einer unerträglichen Schwere des Seins sprechen.

Leichtigkeit und natürliches Beschwingtsein: Fehlanzeige!  Humor? Spiel? Kreativität?

Alles das, setzt Offenheit voraus. Die Kanäle müssten geöffnet sein, damit das Leben fliessen kann.

Schaut man sich diese Gesellschaft an, dann gleicht sie eher einem Sumpf, einem einerseits maroden,

ruinösen, verlogenen Gebilde, andererseits einem sich rasant drehenden Karussell,

wo einem übel werden kann. Viele kommen nicht mehr mit, sind nicht mehr erreichbar noch ansprechbar.

Das ist so ungefähr das Schlimmste, was einem Menschen und einer Gesellschaft passieren kann.

Man redet nicht mehr, schottet sich ab, errichtet Mauern und ideologische Stacheldrahtzäune.

Das Leben ist keine Spielwiese mehr, sondern ein Gang durch ein Minenfeld.

Und wenn es ganz schlecht läuft, wird aus dem Gang ein Spurt!

Dabei kann man sich wahrlich nicht glücklich fühlen …

Pepper & Salt XIII: Schreiben III

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Kurz denke ich an Heinrich Mann,                                                       H.Mann

dann an Milan Kundera und Susan Sontag.

Jeder hat so seine Quellen.

„Ach, du liest Henry Miller?“ werde ich gefragt.

„Ja. Habe einiges von ihm gelesen.“

Ich weiß genau, was die Frage bedeutet und weiß,

dass sie mich nicht interessiert.

Der Kerl dachte nämlich an den Millerschen Sex, so wie bei Bukowski

alle ans Rabiat-Vögeln und Saufen denken.

Kaum einer denkt an Brooklyn, an die Mutter, an den „klimatisierten Alptraum“.

Wer denkt schon bei Henry Miller an Sozialkritik?

Die Lektüre ist eine der Quellen fürs Schreiben,

aber längst nicht die einzige und wichtigste.  

Bildung findet sich auch nicht ausschließlich in der Schule,

sondern auch „auf der Straße“.

Bücher sind häufig überbewertet, wahrscheinlich von Leseratten,

Wühlmäusen, Kopfstrategen, Schöngeistern …etc.

Den Rest erledigt die Marketingabteilung, indem sie Helden & Heldinnen erschafft,

die oftmals gar keine sind. Super-Autoren, Stars & schreibende Schneewittchen.

Und dann stellt Herr Scheck die Garantiekarte aus.

Von der Muse geküsst?

Eher Musenflucht & Musengruft…

 

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