wieder mal im Café

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Es weihnachtet sehr, ja, es dröhnen einem die Ohren, es riecht mehr als es duftet. Gedrängel und Gewimmel. „Oh du Fröhliche!“ Da ist es gut einen Rückzugspunkt zu finden. Drei Strandkörbe zur Weihnachtszeit…in Siegen. Kuschelig mit wärmenden Decken versehen. Ja, dort mag ich einkehren….strandcafe

Hunderte von Cafés habe ich besucht, aber dieses hier, setzt sich nochmals ab. Was den meisten Cafés mittlerweile abhanden gekommen ist, nämlich der Charme, hier findet er sich. Dazu werden Crepes angeboten und eine kleine Plauderei gehört auch mit dazu. Gut, dass es diese Plätze noch gibt, wenn auch immer weniger. Aber genau das, macht sie wertvoll. Wer sich warm genug anzieht, der kann auch im Winter eine gute Zeit outdoor erleben. Crepes de Luxe, so steht es leuchtend geschrieben.

Savoir vivre, könnte man auch sagen…

Ich lege mein Tagebuch auf den Tisch und schaue zu den Passanten. Entspannung sieht anders aus. Aber nicht alle wirken gestresst. Einige bleiben für eine Weile stehen, schauen zu den Strandkörben und plötzlich ertönt ein langgezogenes

„Schöööön…“

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Grupo Sal & Alberto Acosta

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„Buen Vivir“  – gutes Leben, hat darauf der Mensch ein Recht?

Schaut man sich die Welt an, wie sie ist, dann müsste man antworten: Nein!

Kann man daran etwas ändern? Ja!

Wie? Es gibt viele Wege…sei es durch Musik und Wort, oder …

grupo_sal

Grupo Sal ist das musikalische Zusammenspiel verschiedener Nationen, eine gewachsene Einheit, trotz Verschiedenheit. Wahrlich ein Erlebnis: temperamentvoll, lebendig, vielfältig…versehen mit Erfahrung aus Jahrzehnten.

1987 erstmals mit dem Schauspieler Dietmar Schönherr auf Tour: „Nicaragua mi amor“, jetzt unterwegs mit dem ecuadorianischen Ökonom und Politiker Alberto Acosta, der sein Konzept: „Buen Vivir“ gestern in Siegen in der Martini-Kirche vorstellte.

Es war ein Stück gutes Leben, was dort präsentiert wurde…

Mehr davon, möchte man sagen, denn woran es oftmals in heutigen Zeiten mangelt, ist das Verbindende, aber auch die „Natürlichkeit“ des Seins. Spätestens beim Lied „Taki Ongoy“, entfachte sich der gute Zauber, die Magie, die Ursprünglichkeit…die in Mutter Erde beheimatet ist. Der Musiker Fernando Dias Costa von Grupo Sal, trug das Lied mit solch einer Intensität vor, dass sich wahrlich der gute Geist entfaltete. Da steckte mehr Energie drin als in allen Powerriegeln dieser Welt.

Künstlichkeit kann niemals Natur ersetzen

Das ist keine „linke“ Idee, sondern überprüften Wissen, welches viel zu oft in den Hintergrund gedrängt wird. Den Fokus wieder auf die Natur setzen, das hat sich der Ökonom und Politiker  Alberto Acosta auf die Fahnen geschrieben.

Denn aus der Natur kommt und erwächst das „Buen Vivir“…

Herbstlicht V

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Young generation

on stage,

Foto: Stefan Dernbach

Foto: Stefan Dernbach

proudly presents from:

let’s  have a good time.

Ist das noch möglich?

Seit ein Herr ein Buch:

„Generation Golf“ geschrieben hat,

wird jeder Generation gerne ein Stempel aufgedrückt, was zuweilen unsanft ausfällt. Mit den jungen Leuten sei nichts mehr los, sie hätten nichts in der Birne und würden den lieben ganzen Tag nur auf Displays glotzen. Diese ihnen vorgeworfene Eindimensionalität, wie sehr auch immer verbreitet, hat ihre Ausnahmen, findet ihre Abkehr, worin sie auch immer begründet liegen mag. Man muss auch nicht auf alles eine Antwort haben, Hauptsache man macht sich selbst auf den Weg, schaut und hört zu.

Das „Wohnzimmer“ ist gut besucht, die Sofas sind bequem und die Gitarren gestimmt. Man trifft sich auf einen Gig:

Good vibrations?

Die sind stets vielschichtig, lassen sich oftmals besser an Mimik und Gestik, als an Worten ablesen. „Hey friends“, sagte einst Neil Young vor etlichen Jahren bei seinem Konzert:“Live Rust“. Konzert für und unter Freunden, das kann allerlei bedeuten und bewirken. Aber eines steht fest:

Man versucht nicht nur, man ist kreativ, bietet an, drückt aus, was das Leben einem bietet. Was im Angebot ist, macht keinen Unterschied, ist generationsübergreifend: Liebe, Sehnsucht, Schmerz, Freude, Einsamkeit, Suche, Reise, Nähe und eben Freundschaft. Das Pendel schlägt mal Richtung Hoffnung, mal Richtung Desillusionierung aus, aber scheinbar nicht so extrem wie bei Vorgänger-Generationen. Alles wirkt recht gefasst, aber nicht eingleisig. Etwas Jazz, ein paar Road-Songs, Afro und oh Wunder, eine Akustikversion vom einstigen Disco-Hit: „You’re the one that I want“. So gehts eben auch. Manch anderes erinnert an Jack Johnson, John Fogerty oder Imany.

Alle haben mal angefangen und kein Meister fiel je vom Himmel…

 

 

Fernsicht III

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Der Horizont bietet sich dar,                     dage_gegenlicht

weit ausladend, manchmal in

ein Wolkengemälde eingebettet,

erhält er hier und da,

seine Konturen.

Ankerpunkte gibts am Himmel wie auch auf See, ansonsten könnte man sich in der Weite verlieren. Ein Zuviel an Weite kann ebenso bedrohlich wirken, wie ein Zuviel an Enge. Der Grad, was erträglich oder eben unerträglich ist, bleibt individuell, so auch die Vorstellungen von Schönheit und Ästhetik.

Natürlich gibt es Übereinkünfte, Gemeinsamkeiten und Schnittmengen, wodurch auch immer hervorgerufen. Sie gilt es nicht nur zu entdecken, sondern auch zu suchen und zu pflegen.

Wer Freude an der wechselseitigen Entdeckung hat, kann viel finden, wird reichlich beschenkt.

Das ist nichts für Schneckenhäusler und auch nichts für Eingleiser, ob Frau oder Mann.

„Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze“,

meinte einst Franz Kafka.

Das gilt sowohl für das äußere wie auch für das innere „Matrosenleben“…

 

Es gibt Tage, da …V

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Manche reden vom Neubeginn,              white_page

andere von Veränderung.

Einen Ort kann man wechseln,

die Geschichte nicht.

Wohl verändert sich die Geschichte,

entwickelt sich weiter,

ihr Fundament aber bleibt bestehen.

Versuche, die Basis zu negieren,

Ursprünge auszuradieren,

führt nach Absurdistan und Diskrepanzien. Ein Sammelsurium aus Spaltungen entsteht, auch Abspaltungen genannt. „Worte sind wie Schall und Rauch“, so sagt man. Auf die Taten kommt es an. Aus ihnen entstehen Fundamente und zerbröseln sie zugleich. Gibt es einen Willen, und wenn ja, wozu? Woraufhin zielt Handeln ab?

Der Uhrzeiger dreht sich weiter, die Lebenszeit schreitet voran, man könnte auch sagen, sie nimmt ab.

Was von der Geschichte übrig blieb …

kann Aussage und Frage sein.

Siegen V

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„Das waren noch Zeiten…“,                            group_sit

so hört man einige Leute reden,

der ein oder andere,

beschwört sogar,

wie schön es damals war.

Anstatt im Jetzt zu leben,

denkt man rückwärts, verklärt, demonstriert und vergisst dabei wesentliche Details.

Prinzipiell kann man in jede Richtung denken, sofern man es kann.

Das nennt man dann Meinungsfreiheit, Esprit oder die Lust an der Kommunikation. Lustvoll miteinander reden, sich austauschen und ergänzen, ist so ganz anders, als das Behaupten und sich über den anderen Menschen stellen. Gelegentlich fragt man sich, woher letztere Antriebskräfte rühren?

Hin und wieder, ist die Rede vom Teamgeist.

Das Team sei der Star. Ja, wenn es so wäre, dann müsste sich reziprokes – sprich wechselseitiges Verhalten – ausmachen lassen. Jeder gibt, jeder nimmt…und das wird nicht verrechnet. Werner Schneyder meinte mal, der Fehler sei es, in Gefühle zu investieren anstatt sie zu verschenken. Andere sagen, man bekäme im Leben nichts geschenkt. Letzteren Nihilisten möchte man gerne widersprechen, sofern sie einen lassen. KontrollfetischistInnen pachten jedoch die vermeintliche Meinungsfreiheit nur für sich, sind gar nicht gewillt, dialogisch, trialogisch, quattrologisch…zu kommunizieren, was ja auch nicht einfach, aber möglich  ist. Es ist auch gar nicht so schwer, sofern Wille und Lust, vorhanden sind. Wer aber Barrikaden errichtet, darf sich nicht beschweren, wenn nichts zu ihm dringt.

Es geht um Lebens- und Seinsmöglichkeiten…

 

Siegen IV

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Let the good times roll… oder                    altsatdtwg_i

man feiert die Feste wie sie fallen.

Verkaufsoffener Sonntag, oh Herr, in Kombination mit dem Altstadtfest. Da kommt man am Bahnhof an, schaut sich um: Menschenmassen, dekoriert mit ausgestellten Autos, Grillbuden und Infoständen. Sogar Schafe hat man herangekarrt. Arme Viecher.

Alles drängelt und schlängelt sich, bis in die Oberstadt. Geschickt durch die Gassen, entgeht man dann doch noch der Ameisenstrasse der Zweibeiner. Zwischenstation beim Café Planlos. Waffeln de Luxe, ein paar Zeilen in Georg Stefan Trollers „Pariser Esprit“ lesen und einen Kaffee nehmen. Durchatmen und dann weiter. An der Marienkirche wirds charmant, musikalisch und bewegend. Altstadtfest mit guter Laune. Das Wetter spielt mit, die Menschen auch.

„Das gibt es aber nur einmal im Jahr“,

bekennt eine junge Frau, die spontan auf der Terrasse ihres Hauses ein kleines Café eröffnet hat.

„Öfters sollte man das machen…“

Eine kleine Bühne, ein Musikduo mit Klassikern, dazu eine lustige Studenten-Wohngemeinschaft, die für Bewirtung und gute Laune sorgt. Man trifft Freunde und Bekannte, hält ein Schwätzchen und trinkt ein Bierchen.

Solch eine Art von Gemütlichkeit, lässt man sich gerne bieten…spricht über Gott und die Welt, beschwört den guten Geist der Kultur, welcher eben nicht durch Eventzirkus befördert wird, sondern durch individuelles Engagement und kreative Ideen. Sie gilt es zu unterstützen und zu entwickeln. Und das ist nicht primär eine Frage des Geldes, sondern der Einstellungen. Welche Arten im Vordergrund stehen, das lässt sich relativ schnell erkennen. Und ist man sich nicht sicher, so wirft man ein paar Kiesel ins Wasser des Geschehens und schaut, was passiert…?

 

 

 

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